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„Die Besonderheit ist die große Flexibilität unseres Fonds“ – Interview mit Thilo Müller, MB Fund Advisory GmbH

Nachrichtenquelle: Anleihen Finder
24.07.2019, 10:40  |  664   |   |   


KMU-Anleihen stehen derzeit hoch im Kurs – auch bei Fondsmanagern. Ein Renten-Fonds, der Anleihen mittelständischer Unternehmen in seinem Portfolio hat, ist der MB Fund Flex Plus (WKN A0F6X2), ein Fonds der Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG in Luxemburg, der von der MB Fund Advisory GmbH in Limburg betreut wird. Wir haben mit Thilo Müller, einem von drei Geschäftsführern der MB Fund Advisory GmbH, über deren Fonds und den Bondmarkt gesprochen.

Anleihen Finder: Hallo Herr Müller, was unterscheidet Ihren Anleihen-Fonds von anderen Fonds? Welche Strategie verfolgen Sie mit dem MB Fund Flex Plus?

Thilo Müller: Der MB Fund Flex Plus ist eine Verbindung von Euro-Rentenkurzläufern, geldmarktnahen Komponenten und einem Absolut Return-Ansatz. Die Besonderheit ist die große Flexibilität des Fonds, d.h. er investiert „Benchmark-unabhängig“.

Thilo Müller

Schwerpunkt der Euro-Rentenanlage ist dabei der Restlaufzeitenbereich 0 bis 5 Jahre im Investmentgradebereich. Allerdings können auch Emissionen ohne Rating oder im Non-Investmentgradebereich Eingang in das Fondsvermögen finden. Der momentane Schwerpunkt liegt bei Unternehmensanleihen. In normalen „Zins-Zeiten“ (also ein positiver 3-Monats-Euribor) werden variabel verzinsliche Anleihen stärker berücksichtigt. Fremdwährungsanleihen haben jeweils Beimischungscharakter.

Der Absolut-Return-Gedanke wird durch den Einsatz von Derivaten in begrenztem Umfang umgesetzt. Zudem rundet der Einsatz von Zertifikaten und Genussscheinen die Einsatzpalette ab. Diese Instrumente werden nur zeitweise eingesetzt und haben lediglich Beimischungscharakter

Anleihen Finder: Welche Rendite streben Sie mit dem Fonds an?

Thilo Müller: Die Zielrendite soll der 3-Monats-Euribor mit einem Aufschlag von 200 Basispunkten sein (bei einer Zielspanne der Rendite von 3-Monats-Euribor von +/- 200 BP) und eine Volatilität von 3,0 bis 4,5%. Das Year to Date-Ergebnis zum heutigen Anteilspreis von 61,14 Euro liegt dabei mittlerweile bei +5,07% bei einer Year to Date-Volatilität von 1,86%.

Anleihen Finder: Allerdings konnten diese Ziele nicht immer erreicht werden?

„Trampolin-Effekt nach Krisenjahren“

Thilo Müller: Das stimmt, in den Krisenjahren 2008 und 2011 wurden die selbstgesteckten Ziele nicht erreicht. In den Folgejahren wurden die Kursrückgänge dann aber wieder aufgeholt. Nach der Pleite von Lehman Brothers wollte in 2008 keiner mehr Anleihen kaufen und der Interbankenmarkt ist zusammengebrochen. Einen abermals schweren Rückschlag erlitt der Anleihemarkt im Jahr 2011 mit einer Eskalation des Euro-Mitgliedes Griechenland. Damals wurde über den Fortbestand des Euro diskutiert. Auch zu dieser Zeit gingen die Spreads für Anleihen weit auseinander. In einem für Rentenfonds schwierigem Umfeld 2018 musste der Fonds eine weitere Delle verkraften. Ausschlaggebend war sicherlich am Jahresanfang 2018 die Angst vor steigenden Zinsen im Umfeld einer Hochkonjunktur, die die amerikanische Notenbank zu Zinsanhebungen veranlasste. Im 4. Quartal 2018 war vor allem die mangelnde Liquidität in diversen Marktsegmenten des Rentenmarktes eine Belastung. In diesem Umfeld wurden aber einige besonders günstige Käufe getätigt, die die Basis für die Kurserholung im Jahr 2019 bildete. Rückwirkend kann man nach einem mageren Vorjahr – wie 2008, 2011 und 2018 – eine Art Trampolin-Effekt in den Jahre danach (2009, 2012 und 2019) erkennen, der dann aber den Anteilspreis unter Berücksichtigung der Ausschüttung in einer starken Aufwärtsbewegung immer wieder zu neuen historischen Rekordmarken führte. Rücksetzer im Anteilspreis waren immer besonders günstige Einstiegsgelegenheiten.

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