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Stimmungsbild Nachgefragt: Was bedeutet die EZB-Entscheidung für das zweite Halbjahr?

26.07.2019, 08:49  |  19989   |   |   

Es sind die letzten Monate für den noch amtierenden EZB-Chef Mario Draghi angebrochen. Bei der gestrigen Sitzung blieb der Leitzins zwar bei null Prozent aber bevor Draghi den Staffelstab an Christine Lagarde weiterreicht, könnte er eine erneute Lockerung der Geldpolitik anstoßen. Die wallstreet:online-Redaktion hat aktuelle Stimmen führender Marktbeobachter zusammengetragen

Ulrike Kastens, DWS Volkswirtin, meint, dass die EZB auf absehbare Zeit gezungen sei zum Handeln - mit den folgenden Maßnahmen: "Zinssenkung für den Depositensatz, Freibeträge bei der Nutzung der Einlagenfazilität, eine Verlängerung der Forward Guidance (Lenkung der Markterwartungen durch die kommunikativ langfristige Festlegung der Geldpolitik) und die Neuauflage eines Wertpapierankaufprogramms".

Kastens führt weiter aus: "Die Ankündigung dieses Maßnahmenkatalogs und die Betonung, dass die zwei Prozent ein symmetrisches Inflationsziel seien, deuten unserer Meinung darauf hin, dass es auf längere Zeit keine Normalisierung der geldpolitischen Maßnahmen geben wird". Sie bleibt aber skeptisch: "Ob diese Maßnahmen allerdings ausreichen, einen signifikanten konjunkturellen Schub zu erzeugen, bezweifeln wir. Nicht zuletzt, da die Konjunktur durch die weltwirtschaftliche Entwicklung gebremst wird". Ihr Ausblick lautet: "Insgesamt bestätigt die EZB (...) unsere Auffassung, dass uns das Niedrigzinsumfeld auf sehr lange Zeit erhalten bleiben wird. Mit allen Vorteilen und Risiken".

Jérémy Gatto, Investment Manager beim unabhängigen Schweizer Asset Manager Unigestion, äußert sich zum aktuellen EZB-Meeting so: "Die EZB ließ die Zinsen zwar unverändert, ebnete aber den Weg für eine weitere Lockerung mit einer Erklärung, die eine starke Entschlossenheit zum Handeln zeigt. Die EZB teilte mit, sie werde Optionen für potenzielle Asset-Käufe und Tiering-Optionen prüfen. Der EZB-Rat sieht die Zinssätze, zumindest bis zum ersten Halbjahr 2020, auf dem derzeitigen oder noch niedrigeren Niveau". 

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