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Vervielfachungschancen? Die Krisenaktien von Home24, Thomas Cook und Steinhoff im Check

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
27.07.2019, 09:05  |  12993   |   |   

Deutsche Qualitätsaktien kommen nicht vom Fleck, Tech-Aktien werden zu Fantasiepreisen gehandelt und Zinsen gibt es natürlich auch keine. Könnte es unter diesen Umständen eine gute Idee sein, sich bei Unternehmen in Sondersituationen umzuschauen? Deren Aktien könnten sich schließlich vervielfachen, sobald sie eine überzeugende Lösung für ihre Herausforderung finden.

Beispiele dafür gibt es immer wieder. Gerade am Donnerstag ist die Aktie von Diebold Nixdorf (WKN: 856244) um weitere 28 % gestiegen, sodass sie sich seit den Tiefs zum Jahresanfang mehr als verfünffacht hat. Lass uns deshalb einen Blick auf drei weitere Kandidaten werfen: Home24 (WKN: A14KEB), Steinhoff International (WKN: A14XB9) und Thomas Cook (WKN: A0MR3W).

Home24 – tocktock, jemand zu Hause?

Der Onlinemöbelhandel aus dem Imperium von Rocket Internet (WKN: A12UKK) ist bisher eine riesige Enttäuschung. Der Chart zieht wie ein Strich in Richtung null. Aber ist Home24 wirklich ein Pleitekandidat, wie der Chartverlauf suggeriert?

Immerhin muss man feststellen, dass die Marktkapitalisierung in Höhe von 78 Mio. Euro (25.07.) weit unter den beim Börsengang eingesammelten knapp 150 Mio. Euro liegt. Dabei wurde dieses Geld auf den ersten Blick durchaus sinnvoll investiert. Kürzlich wurde ein weiteres Logistikzentrum in Halle bezogen, von dem aus internationale Märkte beliefert werden sollen. Auch das Eigenmarkensortiment wird kontinuierlich ausgebaut. Zudem wird die technische Basis mit Hochdruck vorangetrieben.

Das Problem ist wohl, dass das Management es bisher nicht so gut wie erhofft hinbekommt, die dynamische Entwicklung der Organisation in den richtigen Bahnen zu halten. Ein Teil des Geldes wurde so sicherlich wenig wertschöpfend verbrannt. Außerdem ist der Möbelhandel ein schwieriges Geschäft, weil die Kauffrequenz gering ist und viele Kunden Wert darauf legen, ihre Wunschobjekte zunächst real in Augenschein zu nehmen. Es besteht also eine reale Chance, dass Home24 scheitert, weil das Konzept nicht aufgeht.

Andererseits kann das Management auf die wachsende internationale Präsenz und Jahresumsätze im Bereich von 400 Mio. Euro verweisen. Außerdem adressiert Home24 die vorgenannten Knackpunkte mit Showrooms einem wachsenden Angebot an Deko- und Einrichtungsartikeln.

Mein Urteil: Home24 ist da, um zu bleiben. Ein Vervielfacher ist hier durchaus wahrscheinlich, aber zunächst ist weiterhin mit einer holprigen Entwicklung zu rechnen.

Steinhoff – noch Hoffnung im Einrichtungshaus?

Steinhoff braucht keine Showrooms, denn die Konzernmarken verfügen über Tausende Standorte weltweit. Die verbleibenden Töchter der Holding befinden sich teilweise auf einem aussichtsreichen Expansionskurs. So hat etwa Pepco auch im Juli wieder diverse Standorte eröffnet, zuletzt in Białystok in Ostpolen. Poundland wiederum bezieht gerade in Birmingham zusätzliche Ladenflächen.

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