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CEO Sanjay Brahmawar muss jetzt liefern! Software AG: Kommt ein Aktienrückkauf?

Gastautor: Volker Glaser
02.08.2019, 00:02  |  1246   |  10   |   

Die Entwicklung der Software AG ist ein gewaltiges Desaster. Das Papier stürzte auf das Kursniveau des Jahres 2016 ab, während andere Softwareunternehmen fast täglich neue Rekordniveaus erreichen. CEO Sanjay Brahmawar enttäuschte jüngst seine Aktionäre mit einem reduzierten Ausblick im Bereich Digital Business Plattform (DBP) ohne Cloud & IoT. Anstatt in dem Segment ein Wachstum in 2019 zu generieren, erwartet er nunmehr einen Umsatzrückgang von bis zu 6 % bis maximal einer Stabilisierung.

Brahmawar ist seit einem Jahr CEO der Software AG. Die Schonfrist ist abgelaufen. Einen weiteren Patzer sollte er sich nicht erlauben. Bei der Software AG blicken die Aktionäre in den letzten Jahren in die Röhre, während der Vorstand trotz Schlechtleistung knackige Gehälter kassiert. Es wird mal Zeit, dass die Firma etwas für ihre Aktionäre macht. Eine Option wäre ein Aktienrückkaufprogramm.

Hinweis nach WPHG §34b zur Aufklärung über mögliche Interessenskonflikte: Die Aktie von Software AG ist in unserem Vorstandswoche Real-Geld-Depot enthalten und/oder befindet sich im Eigenbesitz des Erstellers dieses Artikels.

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10 Kommentare

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Kommentare

Ich hab gar nichts gegen Wachstum. Ganz im Gegenteil. Find ich viel besser als ein ARP oder hohe Dividenden.


ABER ich hab es doch schon dargelegt.

Du brauchst nicht über 200 Mio € Cash, zumal man etwa 150 Mio € FreeCashflow pro Jahr produziert, für irgendwelche Wachstumsprogramme, die man fürs organische Wachstum auflegt.

So viel Cash könnte man höchstens für anorganisches Wachstum aufbringen. Aber da sagt der Vorstand ja (auch die IR mir gegenüber), dass mögliche Targets derzeit zu teuer am Markt sind. Okay, aber dann muss der Vorstand doch im Umkehrschluss merken, dass sein eigenes Unternehmen viel zu niedrig bewertet ist. Was macht man denn, wenn ein Unternehmen der Branche nur kaufbar ist, wenn man den 20fachen FCF oder den 20fachen Überschuss hinlegt, aber das eigene Unternehmen cash bereinigt mit dem 10fachen FCF und Überschuss bewertet wird? Dann kauft man doch logischerweise lieber Anteil am günstigeren Unternehmen, also dem eigenen.

Wie gesagt, das wäre alles kein Thema für mich, wenn die Software AG nur 50 Mio Cash hätte und 50 Mio FCF pro Jahr produzieren würde. Aber bei 200 Mio Cash und 150 Mio FCF? Aber hallo, in dem Zinsumfeld ist da ein ARP geradezu Pflicht. Dann lieber später auch mal eine Zwischenfinanzierung einer Übernahme durch Kredit. Den Kredit von beispielsweise 200 Mio € hätte man doch eh in kürzester Zeit wieder abgestottert.
Warum seit ihr so scharf auf ein ARP? Hinsichtlich der zukünftigen Dividendenauszahlungen zwar sicher sinnvoll aber wenn das Kapital besser in Wachstum investiert werden kann, wäre das doch die deutlich bessere Lösung?
Genau das deutete doch der CEO an. Er will die SAG auf Wachstum trimmen.

"Auch der seit 2018 neue CEO Brahmawar will den Konzern klarer strukturieren und Wachstum fordern. Deswegen die großen Investitionsprojekte wie Helix."
https://capstigma.de/2019/10/software-aktie-deutschland-kann…

Man machte doch klar, dass 2019 und 2020 eher schwache Jahre werden. Das kommt offensichtlich bei den Anlegern nicht gut an.
Anschließend sollten aber die "fetten Jahre" kommen. Bis dahin sollte man Geduld haben. Meiner Meinung nach.
Zumal man in diesem Niedrigzinsumfeld auch gar nicht zwingen Nettocash ausweisen muss. Die 0,7fache Ebitda-Verschuldung (170 Mio €) wäre auch kein Hit.

Wenn ich das mal zusammenrechne, kommt man bis dahin durch vorhandenen Cash, freie Cashflows plus 170 Mio Schuldenaufnahme auf 600 Mio € Cash, die man bis Mitte 2021 (also bis zur übernächsten Hauptversammlung) folgendermaßen verwenden könnte.

- 2 x 100 Mio € Dividendenausschüttung (sind kumuliert 11% DIV-Rendite auf Sicht von 21 Monaten)
- 200 Mio € für ein Aktienrückkaufprogramm (10% der Aktien, also 7,4 Mio Stück zu im Schnitt 27 € Kaufkurs)
- 200 Mio € für Übernahmen, möglichst in kleinere Zukäufe, um das Produktportfolio zu optimieren und Synergien zu schaffen.


Ende 2021 stände man dann folgendermaßen da

- Man hätte bei minimalem organischem Wachstum von 1-2% p.a. und 100 Mio zugekauftem Umsatz (2er KUV) einen Konzernumsatz von 1,0 Mrd € im Jahr 2021
- Das Ebitda sollte man inklusive der Zukäufe auf 290-300 Mio € und den Überschuss auf 180-190 Mio € gesteigert haben.
- Die Aktienstückzahl reduziert sich auf 66,6 Mio Stück, so dass aktuell die MarketCap bei 1,65 Mrd € läge.
- Die Nettoverschuldung wäre Ende 2021 mit etwa 150 Mio € im Rahmen eines nicht mal 1Jahres-FreeCashflows sehr niedrig
- Man wäre mit Ebitda-Multiple von 5,6 und KGV von unter 9 äußerst günstig bewertet.
- Zusätzlich erhält der Aktionär 2 x je 5,5% DIV-Rendite in dem kurzen Zeitraum.


Ist doch keine unrealistischen Träumerein meinerseits, oder?



Wenn ich sehe, wie andere Aktien derzeit bewertet werden, krieg ich echt das Grausen beim Blick auf SAG, und wie der Vorstand in Sachen IR und Kapitalallokation aktuell agiert. Na ja, kann ja nur besser werden.
Die Kursperformence ist schon arg peinlich für den Vorstand.

Da muss offensichtlich mal mehr Druck von Seiten der Aktionäre gemacht werden. Ich weiß nicht, inwiefern das bei der Aktionärsstruktur möglich ist, aber so kann es ja nicht weiter gehen.

Der Vorstand meint, der Konzern ist sowohl bei der neuen Produktstrategie als auch beim Restrukturierungsprogramm auf einem guten Weg. Wenn das so ist, wieso kauft man dann aktuell keine Aktien zurück?

Es mag nach dummen Aktionismus klingen, wenn Aktionäre Aktienrückkäufe verlangen, und ich bin normalerweise auch kein großer kein Freund davon. In diesem Fall ist es aber zwingend in Sachen Kapitalallokation. Es kann doch nicht sein, dass ein Softwarekonzern im Niedrigzinsumfeld mit 150 Mio € Überschuss und ähnlichem FreeCashflow und im kommenden Jahr annähernd 300 Mio € Nettocash bei einem EnterpriseValue von 1,55 Mrd € keine eigenen Aktien zurückkauft, zumal man selbst sagt (mir gegenüber per Mail), dass der Markt deutlich höher bewertet ist. Und man hat ja in der Vergangenheit bei höherer Bewertung sowohl 2015 als auch 2017 eigene Aktien gekauft.

Aus meiner Sicht muss man das ARP jetzt ankündigen. Man muss es ja nicht sofort die ersten Tage stark umsetzen, aber im Falle schlechter Gesamtmärkte oder eines schlecht aufgenommenen Quartalsergebnis kann man dann sofort reagieren und günstig kaufen. Wobei für mich alles unter 30 € eh günstig erscheint. KGV von 12, cashbereinigt bei 10, ähnliche FCF-Multiple. Und man hat ja nach eigenem Bekunden noch Potenzial bei der Gewinnmarge, sei es durch eingesparte Kosten oder durch steigenden Anteil hochmargiger, wiederkehrende Umsätze.

Oder man sagt halt, dass man statt wie bisher ein Drittel des Überschusses als Dividende auszuschütten, zukünftig zwei Drittel ausschüttet. Dann hätte man wenigstens 5,5% DIV-Rendite als eine gewisse Kursabsicherung. Wobei man selbst in dem Fall noch zusätzlich ein Aktienrückkaufprogramm machen könnte. Zwei Drittel Dividende, ein Drittel ARP, würde bedeuten, man hätte noch 50 Mio € für Aktienrückkäufe jedes Jahr. Und der Cash von über 200 Mio € wäre noch nicht mal betroffen, den man noch für Übernahmen einsetzen könnte.
Zitat von cure: was für ein Nachholbedarf zum weggelaufenen Markt ....!!!


gut das Teamviewer jetzt neu an die Börse kommt ....die Bewertung ist der mE der Hammer und wird die lächerliche Bewertung der SOW hier aufdecken ......im Peer Vergleich sollte die SOW gegen Teamviewer mE 3 mal so hoch stehen wie es der Kurs jetzt zeigt ...

Genug Luft ist da ...



Bild: https://www.ariva.de/chart/images/chart.png?z=a121673~b4~o285~wfree~Uyear~W1~z620

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