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Interview „Die Menschen wollen kürzere Wege zwischen Arbeit und Wohnen“

06.08.2019, 12:28  |  501   |   |   

Winfried Schwatlo ist Professor für Immobilienwirtschaft am CoRE Campus of Real Estate an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen-Geislingen und Geschäftsführer der Schwatlo Management GmbH in München.
Im Interview erklärt er, wie städtisches Wohnen künftig gestaltet sein muss, um noch bezahlbar zu bleiben.

Herr Schwatlo, als Professor für Immobilienwirtschaft befassen Sie sich aktuell unter anderem mit dem Thema "Stadt der Zukunft". Wie sollte Ihrer Meinung nach eine moderne Stadt in zehn oder zwanzig Jahren aussehen?

Die richtig großen Umbrüche in unseren Städten haben längst begonnen. Nicht nur die "Big Seven" müssen als Agglomeration kompakter werden. Die Bürger wollen kürzere Wege zwischen Arbeit und Wohnen. Dadurch gewinnen sie Freizeit und ganz generell eine gesteigerte Lebensqualität. Diese funktionale Mischung entspricht auch dem ökologischen Bewusstsein und unserer lichterloh brennenden gesellschaftlichen Herausforderung.

Was bedeutet das für die Stadtplaner und Projektentwickler?

Die Architekten sprechen von der "Europäischen Stadt" der Zukunft. Mich wundert, dass die Leipzig-Charta und die Düsseldorfer Erklärung zum Städtebaurecht unter den wichtigen Projektentwicklern noch immer nicht zum Stammvokabular gehören.

Wer sich als Stadt der Zukunft verstehen will, sollte unbedingt auf eine strukturierte Quartiersentwicklung achten. Überall dort, wo kein produzierendes Gewerbe vorhanden ist, sind Mischgebiete nicht nur sinnvoll, sondern inzwischen notwendig.

Was sollte sich also auf jeden Fall ändern?

Menschen fühlen sich dort besonders wohl, wo die Wohnumgebung stimmt. Sie wollen kurze Wege zum Supermarkt, zu Bars und Restaurants, aber auch zu einem Park. Da auch mittelgroße Städte in Deutschland weiterwachsen werden, ist es nicht länger sinnvoll, dass Berufstätige täglich - obwohl es vermeidbar wäre - "in die City" fahren müssen. Je besser die Quartiere von ihrer sozialen Mischung und der Begrünung der Wohnumgebung her passen, desto weniger breite Straßen benötigt die Stadt. Stattdessen braucht es künftig mehr Wege für Fahrräder, E-Bikes und E-Roller. Das gilt übrigens auch für die neuen Quartiere am Stadtrand.

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