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Währungskrieg China provoziert die USA mit erneuter Währungs-Korrektur

09.08.2019, 09:29  |  4658   |   |   

Die chinesische Zentralbank setzte am Freitag den offiziellen Mittelwert für den Yuan auf 7,0136 pro US-Dollar - somit deutlich über die wichtige Marke von 7 Yuan.

Es ist das zweite Mal in dieser Woche, dass die chinesische Zentralbank die tägliche Benchmark auf einem schwächeren Niveau als der psychologisch wichtigen 7-Yuan pro US-Dollar setzte. Analysten hatten erwarteten, dass China den Mittelwert nach Reuters Schätzungen am Freitag auf 7,0222 pro US-Dollar setzen würde, so "CNBC".

Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, sagte gegenüber "ntv", dass ein Dollar-Kurs von 7,40 Yuan die Beeinträchtigung der chinesischen Konjunktur durch die US-Strafzölle ausgleichen würde. Stephan: "7,20 Yuan pro US-Dollar scheinen mir aber als 'neue Grenze' für die Zentralbank zunächst realistischer".

Die 7-Dollar-Marke galt stets als rote Linie, deren Überschreiten die chinesische Zentralbank verhindern würde. Am Montag ließ die chinesische Zentralbank den Yuan erstmals seit mehr als zehn Jahren das Verhältnis von sieben Yuan zum US-Dollar überschreiten.

Am Freitag handelte der Onshore-Yuan bei 7,0487 pro US-Dollar, während der Offshore-Yuan bei 7,0725 US-Dollar stand. "Der Druck auf den Yuan wird, wenn überhaupt, eher nach unten gerichtet sein, solange wir Unsicherheiten über die weitere Entwicklung des Handels und einige andere Themen haben", sagte Mikio Kumada, Executive Director bei LGT Capital Partners. "Auch, weil die Richtung, in die sich die chinesische Binnenwirtschaft bewegt, mehr Impulse und Entspannung erfordert", so die Erklärung von Kumada.

Investoren haben den Onshore-Wechselkurs in dieser Woche genau beobachtet, nachdem der Yuan am Montag zum ersten Mal seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 über 7 Yuan pro US-Dollar geschwächt wurde. Das wiederum veranlasste das US-Finanzministerium China als Währungsmanipulator zu bezeichnen.

Die chinesische Zentralbank ermöglicht es der lokalen Währung innerhalb eines engen Bereichs von zwei Prozent vom Tagesmittelwert aus gegenüber dem US-Dollar zu schwanken. Über- oder unterschreitet er eine bestimmte Bandbreite, dann interveniert die Zentralbank. Dies wird als Onshore-Yuan bezeichnet, während der weniger restriktive Wechselkurs außerhalb des chinesischen Festlandes als Offshore-Yuan bezeichnet wird.

Die chinesische Zentralbank hat bislang bestritten, dass sie die Währung abwertet, um so den amerikanischen Zöllen entgegenzuwirken.

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2 Kommentare

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Kommentare

Zitat von bmann025: China "provoziert" gar nichts.

Im Gegenteil, man hat die Waehrung gestuetzt und sie faellt, weil man Marktkraeften nachgegeben hat.


China macht nur das, was er auch gerne machen würde.. nämlich den $$$ abwerten.. aber er braucht leider noch die FED dazu, die ihm nur langsam gehorcht.. ich denke, dass China langfristig am längeren Hebel sitzt.. aber es wird wie immer interessant zu beobachten...
China "provoziert" gar nichts.

Im Gegenteil, man hat die Waehrung gestuetzt und sie faellt, weil man Marktkraeften nachgegeben hat.

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