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WAZ Bsirske nennt AfD-Wirtschaftsprogramm "strunzdumm und gemeingefährlich" / Verdi-Chef warnt vor Rechtsruck im Osten, IG-Metall-Chef Hofmann für "klare Kante"

Nachrichtenagentur: news aktuell
10.08.2019, 07:10  |  629   |   |   
Essen (ots) - Verdi-Chef Frank Bsirske warnt vor einem Rechtsruck
bei den Landtagswahlen in Ostdeutschland -- auch, weil mit der AfD
eine Rückkehr neoliberaler Politik drohe. "Ihre Radikalisierung ins
Völkische lenkt davon ab, dass sie in der Sozialpolitik eher einer
radikalisierten FDP gleicht", sagte Bsirske der Westdeutschen
Allgemeinen Zeitung (WAZ, Samstagausgabe).

Die AfD-Spitze erwärme sich dafür, die gesetzliche Renten- und
Arbeitslosenversicherung abzuschaffen. Sie wolle auch die
Erbschaftssteuer abschaffen. "Und sie will zurück zur D-Mark - was
einen Aufwertungsschock zur Folge hätte und unsere Exporte verteuern
würde", sagte Bsirske. "Den Marsch in die nächste Wirtschaftskrise
zum Programm zu erheben, das ist nicht nur strunzdumm, sondern
gemeingefährlich. Den Interessen der Arbeitnehmer läuft das diametral
entgegen."

"Rechtspopulisten schüren Verunsicherung und Ängste", warnt auch
IG-Metall-Chef Jörg Hofmann, ohne die AfD zu nennen. Sie hätten
"keine Antwort auf die Herausforderungen des strukturellen Wandels",
sagte er der WAZ. Und betonte: "Die Gewerkschaften haben eine lange
antifaschistische und antirassistische Tradition und sehen sich in
gesellschaftspolitischer Verantwortung, klare Kante zu zeigen."

Die etablierten Parteien müssten sich mit der AfD
auseinandersetzen und gleichzeitig die Sorgen der Menschen ernst
nehmen, mahnte der Verdi-Chef. "Es treibt eben viele um, ob sie
künftig ihre Wohnung noch bezahlen können oder die Altersrente
reichen wird um anständig über die Runden zu kommen", sagte Bsirske,
"da muss man ran." Die AfD tue genau das aber eben nicht, betonte er.

Umfragen sehen die AfD vor den Landtagswahlen in Brandenburg vorn,
in Sachsen kämpft sie mit der CDU darum, stärkste Partei zu werden,
in Thüringen mit der Linkspartei. Brandenburg und Sachsen wählen am
1. September, Thüringen am 27. Oktober.

OTS: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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