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Strategie Anlagenotstand in der Niedrigzins-Welt: Was bleibt jetzt noch für Zinsjäger übrig?

13.08.2019, 14:26  |  2282   |   |   

Für Anleger, die bislang auf als sicher geltende Staatsanleihen wie Bunds oder Treasuries setzten, stellt sich die Frage, welche Anleihen-Investments in der Niedrigzinsphase eigentlich noch Sinn machen. Führende Anlage-Experten geben Antworten.

In den USA und in der Eurozone werden die Zinsen voraussichtlich noch lange niedrig bleiben. Schon im September erwarten Morgan Stanley-Analysten die nächste Zinssenkung in den USA. Ben Carlson, Director of Institutional Asset Management at Ritholtz Wealth Management, wagt sogar die kühne These, dass die USA in den nächsten zehn Jahren in den "Negative Interest Club" aufgenommen werden. Vor diesem Hintergrund fragen sich konservativ anlegende Anleiheinvestoren, welche Strategie doch noch zu einer erfreulichen Rendite führen könnte. Die wallstreet:online-Redaktion hat führende Anlage-Experten um Antworten gebeten.

Ulf Krauss, stellv. Abteilungsdirektor Rentenmarktstrategie der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) weist daraufhin, dass im Niedrigzinsumfeld ein Umdenken nötig wird: "Die Implikationen für den konservativen deutschen Anleger sind weitreichend. Angesicht überwiegend negativer Anleiherenditen lassen sich mit einer Buy-and-hold-Strategie kaum noch Erträge erwirtschaften. Zufriedenstellende Renditen erzielt man nur durch die Inkaufnahme eines höheren Risikos. Ob die Chance-Risiko-Relation dabei noch im grünen Bereich liegt, kann eher von einem Portfoliomanager eingeschätzt werden".

Auch Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, empfiehlt Anleihe-Investoren, sich mit mehr Risiko anzufreunden: "Um hingegen als Buy-and-hold-Anleiheinvestor auf attraktive Renditen zu kommen, muss man im Fall der Euro-Anlage tatsächlich höhere Ausfallrisiken in Kauf nehmen, sei es durch niedrige Bonitäten im Unternehmensanleihebereich oder Sovereign Risks im Staatsanleihebereich, Stichwort Italien. Allerdings bleibt festzuhalten, dass die Ausfallraten von Anleihen auch aufgrund der expansiven Geldpolitik extrem niedrig sind".

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