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Kommentar Frontier Market Afrika: Ist der Zeitpunkt für Investitionen gekommen?

Gastautor: w:o Gastbeitrag
14.08.2019, 11:48  |  656   |   |   

Afrika ist einige Zeit aus dem Blick der Investoren verschwunden. Zu Recht? Wie es aktuell um den Kontinent steht, welche Fortschritte bei den Regierungs- und Strukturprojekten erreicht werden konnten, beschreibt Malek Bou-Diab, Portfolio Manager des Bellevue BB African Opportunities Fonds in einer umfassenden Bestandsaufnahme.
 

Aktuell steigt die Urbanisierungsrate der Region Subsahara weltweit am schnellsten an. Laut einer Studie von McKinsey steht das Wachstum des realen Bruttoinlandproduktes in hoher Korrelation mit dem Grad der Urbanisierung. Die Bildung von städtischen Zentren ist also die Voraussetzung für künftiges Wirtschaftswachstum und Produktivitätssteigerungen.
 
China hat das enorme Wachstumspotential Afrikas bereits für sich entdeckt. So gewinnt Afrika zunehmende Bedeutung für China als Handelspartner. Anstatt über Entwicklungshilfe fördert China Afrika über Investitionen und verfolgt dabei einen pragmatisch kommerziellen Win-win-Ansatz. Durch die Belt-and-Road-Initiative, der Anbindung Afrikas an die neue chinesische Seidenstraße, erhofft sich China billige Importe und zahlreiche Exporte. Nirgendwo auf der Welt sind Arbeitskräfte billiger als in Afrika, selbst Asien erscheint demgegenüber als Produktionsstandort teuer. Gleichzeitig birgt Afrika eine ungeheuer große Konsumkraft, da 40 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre alt sind. Die Investitionen der Chinesen in afrikanische Infrastruktur sind also wohl kalkuliert. Werden die chinesischen Investitionen von den lokalen Behörden gut gemanagt, kann dies zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum führen.

Baustelle Elektrizität
Dennoch hat Afrika mit einigen wirtschaftlichen Herausforderungen zu kämpfen. Auf dem Kontinent haben gerademal 45 bis 50 Prozent der Bevölkerung Zugang zu Elektrizität. Das ist die tiefste Rate im weltweiten Vergleich. Auch kommt es bei 70 Prozent der Unternehmen regelmässig zu Stromausfällen. Frachttarife auf der Straße sind zwei bis viermal höher pro Kilometer als in den USA und Europa und die Transportdauer entlang wichtiger Exportkorridore ist zwei bis dreimal länger als in Asien. Eine adäquate Infrastruktur würde dem Kontinent zu schnellerer Industrialisierung, tieferen Produktionskosten und mehr Wettbewerbsfähigkeit verhelfen.

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