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Fluggastrechte BGH-Urteil: Fluggesellschaft muss zusätzliche Kosten nicht übernehmen!

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Gastautor: Markus Mingers
14.08.2019, 12:27  |  222   |   

Im Falle einer Flugverspätung sieht das EU-Recht eine Ausgleichszahlung vor, das deutsche Recht hingegen eine Schadensersatzzahlung. Nun gingen zwei Fälle vor den Bundesgerichtshof, in denen die Kläger beides forderten.

 

 

Kläger fordern Erstattung der zusätzlichen Kosten

 

 

Der erste Kläger forderte die Erstattung der Kosten eines Hotelzimmers und des Mietwagens. Beides konnte der Kläger nicht nutzen, da die Airline die Mitnahme von Frankfurt nach Las Vegas verweigerte. Somit musste er am folgenden Tag über Vancouver reisen, weshalb er sein Ziel mit 30 Stunden Verspätung erreichte.

 

Ähnlich ging es dem zweiten Kläger. Dieser konnte eine gebuchte Safari-Lodge nicht beziehen, da sein Flug von Frankfurt nach Windhoek verspätet ankam. Daraufhin forderte er von der Airline die Kosten für die nicht genutzte Lodge und das zusätzlich gebuchte Hotelzimmer.

 

Als Reaktion auf die Forderungen zahlte die Airline einen Ausgleich in Höhe von 600 Euro. Die zusätzlich entstandenen Kosten übernahm diese jedoch nicht.

 

 

BGH bestätigt Vorinstanzen

 

 

Schon die Vorinstanzen gaben der Airline Recht und urteilten gegen die Kläger. Fluggäste haben demnach den Anspruch auf eine Ausgleichszahlung oder Schadensersatz. Zahlt die Airline den geforderten Ausgleich, so wird dieser auf den Schadensersatzanspruch angerechnet. Wenn dieser unter dem Ausgleichsbetrag liegt, muss die Airline also keinen zusätzlichen Schadensersatz an den Kunden zahlen.

 

Als Begründung führten die Richter an, dass die europäische Fluggastrechteverordnung das Anrechnen der Ausgleichszahlung auf den Schadensersatzanspruch vorsieht.

 

 

Entschädigungen bei Verspätung

 

 

Grundsätzlich haben Kunden bei einer Verspätung von drei Stunden oder mehr einen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung. Diese beläuft sich auf 250 Euro bis 600 Euro, je nach Länge der Flugstrecke. Bis 1500 Kilometer gibt es 250 Euro, zwischen 1500 bis 3500 Kilometern 400 Euro und 600 Euro sind es bei einer Strecke von über 3500 Kilometern. Wenn die Verspätung mehr als fünf Stunden beträgt, haben Fluggäste sogar das Recht vom Flug zurückzutreten.

 

 

Bei weiteren Fragen zum Thema “Flugverspätung”, wenden Sie sich an die Kanzlei Mingers & Kreuzer! Wir beraten Sie gerne. Erreichen können Sie uns unter der Telefonnummer 02461/ 8081 oder dem Kontaktformular auf unserer Website. Weitere Rechtsnews finden Sie in unserem Blog oder YouTube-Channel.

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Disclaimer

Gastautor

Markus Mingers
Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Arbeitsrecht und Wirtschaftsrecht

Markus Mingers ist Rechtsanwalt im Bereich Wirtschaft sowie Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht. Seit mehr als 13 Jahren ist er als Anwalt tätig und Inhaber von Mingers & Kreuzer Rechtsanwälte. Von mehreren Kanzleistandorten u.a. Köln, München oder Jülich aus erstreitet er mit seinem Team Gelder aus Themen und Urteilen, die dem Verbraucher bis dahin unbekannt sind. Er ist Experte im Bereich Rückabwicklung Lebensversicherung, Widerruf Autokredit und Verbraucherdarlehen sowie im VW Abgasskandal und LKW Kartell. Bekannt ist Markus Mingers vor allem durch seine Auftritte bei n-tv oder RTL sowie als Experte von FOCUS Online, hier ist sein Rat im Verbraucherrecht zu aktuellen Themen gefragt.

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