Cannabis Special Aurora, Canopy und Aphria versorgen Deutschland

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Nachrichtenquelle: Shareribs
15.08.2019, 17:17  |  1288   |   
Für kanadische Cannabisproduzenten gilt der deutsche Markt für medizinisches Cannabis als das nächste große Ding. Im vergangenen Jahr haben drei kanadische Produzenten knapp die Hälfte des benötigten Cannabis‘ geliefert, der Rest wird vom holländischen Lieferanten Bedrocan beigesteuert. Daten von Marijuana Business Daily zufolge lagen die Importe des deutschen Marktes 2018 bei 2.845 Kilogramm, ein Niveau, dass Schätzungen zufolge in den kommenden Jahren deutlich ausgeweitet werden muss, soll der Bedarf weiterhin gedeckt werden können.

Die heimische Cannabisproduktion ist auf absehbare Zeit keine ernstzunehmende Quelle für medizinisches Cannabis, da erst Ende 2020 mit einer ersten Ernte aus deutscher Produktion zu rechnen ist. Nun wird darüber spekuliert, wie die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage, die unweigerlich entstehen dürfte, geschlossen werden kann.

Um den deutschen Markt zu beliefern, ist eine Zertifizierung nach EU-GMP erforderlich. Diese ist teuer und verlangt die Einhaltung umfangreicher Regeln zum Anbau, zur Dokumentation, zur Ausbildung der Mitarbeiter. Gleichzeitig gilt der Besitz einer solchen Zertifizierung als wesentlich für den Erfolg, da einerseits jeder Mitgliedsstaat der EU diese akzeptiert und auch Nicht-EU Staaten wahrscheinlich die hohen Standards EU-GMP akzeptieren dürften, wenn diese über eine Legalisierung von medizinischem Cannabis nachdenken.

Aurora, Cronos und Canopy mit 47 % Marktanteil

Gegenwärtig verfügen nur wenige kanadische Produzenten über eine solche Zertifizierung. Dazu zählen Maricann und Tilray, die bislang aber kaum nennenswerte Mengen nach Deutschland lieferten. Die anderen Lieferanten gehören zu Aurora Cannabis, Canopy Growth und zur Cronos Group.

Aurora Cannabis legte kürzlich seine vorläufigen Zahlen vor. Auf Sicht des Gesamtjahres wird ein Umsatz von 249 bis 256 Mio. CAD, wobei das Unternehmen 25 bis 30 Tonnen Cannabis zum Verkauf zur Verfügung haben will. Aurora ist damit einer der großen Produzenten, der die Fähigkeiten hat, Cannabis in großen Mengen auszuliefern, nicht nur für den heimischen Markt, sondern auch für den Exportmarkt. Aurora kann auf Produktionsstätten zurückgreifen, die über eine EU-GMP Zertifizierung verfügen.

Auf absehbare Zeit wird das Unternehmen den deutschen Markt mit Lieferungen aus Kanada versorgen. Langfristig will Aurora aber auch in Deutschland selbst produzieren. Dazu hat die deutsche Tochter, die Aurora Produktions GmbH, im Rahmen einer Ausschreibung des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) den Zuschlag für fünf Lose für die Produktion erhalten. Das Unternehmen will nun eine Produktionsstätte bauen und auf Sicht von vier Jahren mindestens 4.000 kg medizinisches Cannabis produzieren.

Die Anlage soll in Leuna auf einer Fläche von 10.000 m² entstehen und Ende Oktober 2020 die erste Ernte liefern.

Canopy Growth verfügt ebenfalls über Marktzugang in Deutschland und hat im vergangenen Jahr 791 Kilogramm medizinisches Cannabis nach Deutschland verkauft. Damit konnte Canopy deutlich mehr absetzen, als Aurora Cannabis mit 455 Kilogramm. Canopy Growth gilt als weltweit größter Cannabisproduzent und hat im abgelaufenen Quartal mehr als 10 Mio. kanadische Dollar auf dem internationalen Markt für medizinisches Cannabis umgesetzt, dreimal mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei einem Nettoumsatz von 90,5 Mio. CAD stellt der Exportmarkt damit eine wichtige Säule für das Unternehmen dar.

Die Cannabisernte bei dem Unternehmen betrug fast 41.000 Kilogramm und lag damit deutlich über den eigenen Erwartungen. Die hohe Produktion macht deutlich, über welches Potential das Unternehmen auch für den Exportmarkt verfügt. Auf dem deutschen Markt ist Canopy Growth ebenfalls tätig und verfügt über EU-GMP Zertifizierungen, um die Patienten hier zu versorgen.

Erst vor Kurzem hat Canopy in Deutschland die Cannabis-Sparte von Bionorica übernommen und dafür 226 Mio. Euro gezahlt, womit vor allem das CBD-Geschäft gestärkt werden soll. Über Produktionsstätten für Cannabisblüten in Deutschland verfügt das Unternehmen derweil nicht und ist damit vollständig vom Import abhängig.

Die Cronos Group hat im vergangenen Jahr 99 Kilogramm nach Deutschland geliefert. Das Unternehmen verfügt, wie Canopy Growth, über einen starken Partner. Canopy Growth hat im vergangenen Jahr ein Investment von vier Milliarden Dollar von Constellations Brands erhalten, womit das Unternehmen erheblichen finanziellen Spielraum erhält. Bei Cronos ist Anfang 2019 der Tabakriese Altria eingestiegen und hält 45 Prozent an dem Unternehmen.

Cronos meldete kürzlich einen Umsatz von 10,37 Mio. CAD für das abgelaufene Quartal, dreimal mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Absatz belief sich auf 1.584 Kilogramm, nach 477 Kilogramm vor einem Jahr. Zudem überraschte das Unternehmen mit einem Gewinn.

Den deutschen Markt beliefert Cronos über eine strategische Partnerschaft mit Pohl-Boskamp im Rahmen einer fünfjährigen Vertriebsvereinbarung. Cronos will im Rahmen dessen Cannabisprodukte der Marke Peace Naturals nach Deutschland liefern. Die nicht offiziellen Zahlen zu den Lieferungen zeigen, dass die Importmengen von Cronos bislang sehr gering sind. Dies ist umso bemerkenswerter, als dass Cronos Deutschland als den größten Markt für medizinisches Cannabis weltweit bezeichnete. Zahlen über die Lieferung von Cannabis ins Ausland legte das Unternehmen in der letzten Woche aber nicht vor.

Es wird deutlich, dass die drei großen Player der Branche ihren internationalen Fußabdruck vergrößern wollen. Dabei sehen sich die Unternehmen aber weiterhin Engpässen gegenüber, die es bislang verhindern, größere Mengen ins Ausland zu liefern. Deutschland hat im Jahr 2017 beschlossen, Cannabisimporte von insgesamt 42,8 Mio. Tonnen zuzulassen. Bislang sind lediglich etwas mehr als zehn Prozent geliefert worden.

Marktenge auch in Kanada

Grund dafür sind Lieferengpässe in Kanada, die die dortigen Beobachter nur zu Genüge kennen. Nicht nur haben die Unternehmen Probleme damit, das Produkt auf den Markt zu bringen. Vorfälle wie jener bei CannTrust haben dazu geführt, dass rund zwölf Tonnen Cannabis vom Markt genommen werden mussten, da die Ernte nicht nach den Vorgaben von Health Canada erfolgte.

Ein weiterer wichtiger Player auf dem kanadischen Markt ist Aphria Inc, welches sich ebenfalls auf dem deutschen Markt bewegt, allerdings anders als die Konkurrenz. Aphria importiert das hier verkaufte Cannabis aus den Niederlanden, da die eigenen Anlagen in Kanada nicht über EU-GMP Zertifizierung verfügen.

Europa extrem wichtig für Aphria

Das Unternehmen gehört aber zu denjenigen, die vom BfArM Lizenzen für den Anbau von Cannabis in Deutschland erhalten haben. Insgesamt wurden der Tochtergesellschaft Aphria Deutschland fünf Lizenzen zugeteilt, unter denen jährlich mindestens 200 Kilogramm Cannabis produziert werden können. Auf Sicht der Lizenzlaufzeit von vier Jahren kann Aphria hier somit rund 4.000 Kilogramm Cannabis produzieren. Der Import von Cannabis läuft derzeit über CC Pharma, einem deutsche Pharmavertrieb, der Aphria einen sicheren Stand auf dem deutschen Markt gibt. Aphria gab kürzlich bekannt, dass man auf dem europäischen Markt im Geschäftsjahr 2018/19 154,2 Mio. CAD Umsatz erwirtschaftet habe, womit Europa der mit Abstand wichtigste Markt für Aphria ist.

Obgleich dies vor dem Hintergrund der im vergangenen Jahr importierten Mengen ein massives Plus darstellt, so wird deutlich, dass der deutsche Markt auf lange Zeit von Importen abhängig sein wird. Insgesamt hat die Regierung die deutsche Produktion zwischen 2017 und 2021 bei 10.400 Kilogramm gedeckelt. Dies, sowie die genehmigten Importmengen, veranlassen Berlin zu der Einschätzung, dass eine ausreichende Bedarfsdeckung sichergestellt ist.

Es steht jedoch zu erwarten, dass dies auf längere Sicht nicht ausreicht. Schaut man auf die Entwicklung anderer Märkte, in denen medizinisches Cannabis legalisiert wurde, so lässt sich für Deutschland ein massives Bedarfswachstum in den kommenden Jahren prognostizieren. Ein großer Vorteil des hiesigen Marktes ist zudem die Kostenübernahme durch die Krankenkassen, so dass die Verschreibung von Cannabis nicht mehr an hohen Preisen scheitern wird.

Die kanadischen Unternehmen, die sich bislang nicht auf den Exportmarkt begeben haben, dürften vor diesem Hintergrund ein großes Interesse an der internationalen Expansion haben. Hier öffnet sich ein Markt für Unternehmen, die als Importeure und Berater für kanadische Produzenten agieren.


Chinook Tyee Industry Ltd. (WKN: A12DYZ) , welche sich demnächst in AMP German Cannabis Group umbenennt, setzt genau hier an. Chinook betreibt in Erfurt die 100%ige Tochtergesellschaft AMP Alternative Medial Products GmbH, die lizenzierten kanadischen Cannabisproduzenten den Zugang zum deutschen Markt ermöglicht. Die EU-GMP-Zertifizierung stellt für die kanadischen Produzenten eine große Hürde dar, bei deren Überwindung AMP unterstützt und sich somit gute Lieferverträge sichern dürfte. Derzeit führt das Unternehmen für Pure Life Cannabis Corp eine Analyse nach Good Manufacturing Practice der Europäischen Union (EU-GMP) durch. Bei positivem Ausgang will man Liefervereinbarungen über bis zu 1.200 Kilogramm im ersten Produktionsjahr unterzeichnen.

Lesen Sie die Profiteer-Vorstellung von Chinook Tyee Industry Ltd. WKN: A12DYZ) hier: https://bit.ly/2JV0git



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