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Finanzskandal? General Electric: Mega-Bilanzbetrug oder Marktmanipulation durch Short-Seller?

16.08.2019, 09:43  |  15068   |   |   

Die General Electric (GE)-Aktie ist auf Talfahrt. Harry Markopolos, der einst den größten Anlagebetrug der US-Geschichte aufdeckte, wirft GE Bilanzfälschung vor. Der Konzern weist die Vorwürfe entschieden zurück und bezichtigt Markopolos der Marktmanipulation. Zuerst berichtete darüber das "Wall Street Journal".

Die Aktie des US-Mischkonzerns General Electric (GE) hatte am Donnerstag ihren größten Tagesverlust seit mehr als einem Jahrzehnt eingefahren. An der New York Stock Exchange (NYSE) schloss die Aktie den Handel mehr als elf Prozent im Minus ab. Ein Anteilsschein kostete bei US-Börsenschluss 8,01 US-Dollar:

General Electric

Markopolos hatte GE in einem 175-seitigen "Whistleblower Report" schweren Bilanzbetrug vorgeworfen. Verluste in Höhe von 38,1 Milliarden US-Dollar seien verschleiert worden, so der Vorwurf. In dem Report heißt es: "Mein Team hat die letzten sieben Monate damit verbracht, die Bilanzen von GE zu analysieren". Und weiter: "Wir glauben, dass der Betrug in Höhe von 38 Milliarden US-Dollar, auf den wir gestoßen sind, nur die Spitze des Eisbergs ist".

Lawrence Culp, Chairman und CEO von GE, schrieb in einer Erklärung: "GE wird jeden Vorwurf des finanziellen Fehlverhaltens stets ernst nehmen. Aber das ist Marktmanipulation - schlicht und einfach". Und weiter: "Der Report enthält falsche Tatsachenbehauptungen, die von GE korrigiert werden hätten können, wenn Herr Markopolos vor der Veröffentlichung des Berichts mit GE Rücksprache gehalten hätte".

Vor der Veröffentlichung des Reports hatten die US-Börsenaufsicht SEC und des Justizministeriums bereits Untersuchungen gegen GE wegen seiner Bilanzierungspraktiken eingeleitet. Der Traditionskonzern GE kämpft schon länger mit sinkenden Umsätzen, häufigen Führungswechseln und einem größeren Konzernumbau.

Markopolos gab indes gegenüber dem "Wall Street Journal" zu, mit Hedgefonds, die auf sinkende GE-Kurs setzen, zusammenzuarbeiten. Gegenüber dem US-Nachrichtensender "CNBC" rechtfertigte er sich: "Ich muss bezahlt werden. Ich habe eine Familie zu versorgen". Markopolos hatte einst den 65 Milliarden US-Dollar umfassenden Anlagebetrug des Ex-Fondsmangers Bernard L. Madoff aufgedeckt.

Autor: Ferdinand Hammer

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