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Das Trompeten-Szenario wird immer wahrscheinlicher

Gastautor: Sven Weisenhaus
16.08.2019, 09:33  |  2175   |   |   

Am Dienstag dieser Woche hatte die US-Regierung überraschend angekündigt, einen Teil der für Anfang September angekündigten neuen Zölle in Höhe von 10 % auf Importe im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar auf Mitte Dezember zu verschieben, woraufhin die Aktienmärkte einen Freudensprung machten. Doch ich hatte noch vorgestern mahnend darauf hingewiesen, dass völlig unklar sei, zu welchem Teil die Importe ausgenommen bzw. in welchem Umfang die Zölle verschoben werden. Inzwischen berichtet n-tv, dass US-Medienberichten zufolge „die ausgenommenen Importe einen Wert von mindestens 100 Milliarden US-Dollar haben“ sollen.

Eskalation des Handelsstreits im September ist nicht vom Tisch

Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass ab 1. September immerhin neue Zölle auf aus China importierte Waren im Volumen von 200 Milliarden US-Dollar erhoben werden. Und ein Grund für Freudensprünge ist dies wahrlich nicht. Zumal China bereits mit Vergeltung gedroht hat, sollten die USA die weiteren Zölle tatsächlich verhängen. Denn diese seien eine Verletzung von Absprachen zwischen Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, die beide auf dem G20-Gipfel in Osaka getroffen hätten, so das chinesische Finanzministerium heute in einer Mitteilung. Für den Fall neuer Zölle wird China demnach mit „Gegenmaßnahmen“ reagieren. Welche dies seien, wurde nicht gesagt.

Trump will das Weihnachtsgeschäft nicht gefährden

Zur Begründung für die Verschiebung der Zölle auf Produktgruppen wie Computer,  Spielekonsolen, Monitore sowie einige Bekleidungsstücke sagte US-Präsident Donald Trump, die Zölle würden erst ab Mitte Dezember erhoben, „damit sie für die Weihnachtszeit nicht relevant sind“. Er versprach: „Keine Preiserhöhung, keine Inflation“. Damit gestand er aber im Prinzip indirekt ein, was er bislang immer verneint hatte: Die US-Konsumenten bezahlen die Zeche seines Zollstreits.

In den USA kommen die Zölle bereits bei den Konsumenten an

Offenbar haben die neuesten Daten zu den Verbraucherpreisen die US-Administration zu dem aktuellen Schritt bewogen. Denn die jährliche Inflation ist in den USA im Juli auf 1,8 % angestiegen, von 1,6 % im Vormonat. Klammert man Energie- und Nahrungsmittelpreise aus, dann stieg die daraus resultierende Kernrate der Inflation sogar von 2,1 % auf 2,2 % an.

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