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ROUNDUP: Supertanker mit iranischem Öl soll noch Sonntag Gibraltar verlassen
Foto: kodda - 123rf Stockfoto

ROUNDUP Supertanker mit iranischem Öl soll noch Sonntag Gibraltar verlassen

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
18.08.2019, 17:47  |  1018   |   |   

LONDON/GIBRALTAR/WASHINGTON (dpa-AFX) - Der vor mehr als sechs Wochen festgesetzte Supertanker mit iranischem Öl sollte noch am Sonntagabend Gibraltar verlassen. "Zwei Expertenteams sind auf dem Weg nach Gibraltar, um das Schiff startklar zu machen", twitterte Irans Botschafter in London, Hamid Baeidineschad, am Nachmittag.

Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den unter der Flagge Panamas fahrenden Tanker Anfang Juli vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen an Syrien festgesetzt. Damit würde das Schiff gegen EU-Sanktionen gegen das Bürgerkriegsland verstoßen, so lautete der Vorwurf aus Gibraltar und Großbritannien. Gibraltar ist britisches Hoheitsgebiet.

Der Tanker, der bislang "Grace 1" hieß, wurde inzwischen in "Adrian Darya-1" umbenannt und soll künftig unter iranischer Flagge fahren, wie Teheran mitteilte.

Das britische Außenministerium betonte, der Iran müsse sich nun an seine Zusicherung halten, die Ladung nicht nach Syrien zu bringen - dies wäre ansonsten ein Verstoß gegen EU-Sanktionen.

Das oberste Gericht Gibraltars an der Südspitze der iberischen Halbinsel hatte dem Schiff bereits am Donnerstag freie Fahrt gewährt. Damit wächst die Hoffnung auf eine Deeskalation in dem schwelenden Konflikt zwischen dem Iran und mehreren westlichen Ländern.

Vergeblich versuchte Washington bis zuletzt, den Tanker am Auslaufen zu hindern. Ein US-Bundesgericht wollte das Schiff beschlagnahmen lassen. Das wies die Regierung in Gibraltar aber am Sonntag zurück: Die Verfügung eines Bundesgerichts in Washington sei "untrennbar" mit den Sanktionen der USA gegen den Iran verbunden, die aber mit denen der EU nicht vergleichbar seien, hieß es zur Begründung.

Das US-Justizministerium begründete die verlangte Beschlagnahmung in einer Mitteilung mit mutmaßlichen Verstößen gegen US-Sanktionen, Geldwäschegesetze und Terrorismusstatuten. Das Gericht verfügte auch die Beschlagnahmung des Öls an Bord des Tankers und von knapp einer Million Dollar Bankvermögen einer Briefkastenfirma, die Verbindungen zum Schiff haben soll. Die Staatsanwaltschaft erklärte, das Schiff sei Teil eines Plans der iranischen Revolutionsgarden zur Unterstützung illegaler Lieferungen des Irans an Syrien.

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