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Maklergebühren Neuregelung beim Immobilienerwerb

19.08.2019, 11:05  |  6830   |   |   

Am Sonntag verkündeten Horst Seehofer und Christine Lambrecht, dass die Mietpreisbremse bis 2025 verlängert wird und zukünftig sich Käufer und Verkäufer beim Immobiliengeschäft die Maklerkosten teilen.

Zukünftig müssen sich Käufer und Verkäufer die Maklerkosten beim Immobilienerwerb teilen, so der Beschluss der Großen Koalition. Bislang zahlte oftmals der Käufer die Maklergebühren, die zu den größten Kaufnebenkosten gehörten.

Eine einheitliche gesetzliche Regelung gab es nicht (siehe Grafik) - viele Makler trafen je nach Objektart, Preis und Lage entsprechende Sondervereinbarung. Nach der neuen Regelung muss derjenige, der den Makler nicht beauftragt hat in Zukunft nur noch maximal 50 Prozent der Maklergebühr zahlen. Und auch nur dann, wenn der Besteller (Verkäufer) seinen Anteil bezahlt hat. Falls der Verkäufer keine Maklergebühren zahlt, dann dürfen auch dem Käufer keine Kosten in Rechnung gestellt werden.

Die SPD hatte ursprünglich gefordert, die Maklerkosten komplett dem Auftraggeber zuzuschreiben. Dies ist bislang nur bei Mietobjekten der Fall. Kritik kommt auch von der Grünen-Fraktionsvorsitzende Göring-Eckardt, denn für sie sei der Vorschlag "halbherzig".

Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD, sagte: "Wir unterstützen die allgemeine Zielsetzung, die Bildung und den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern. Dass sich die Koalition nun dafür ausspricht, dass die Möglichkeit der Doppeltätigkeit in der Maklerbranche erhalten bleibt, ist absolut vernünftig und zieht konsequenterweise die Teilung der Provision zwischen Verkäufer und Käufer nach sich". Und weiter: "Sie entspricht dem Leitbild des Immobilienmaklers, der die Parteien an einen Tisch bringt und als Mittler zwischen Verkäufer und Käufer fungiert. Diese Regelung ist also im Sinne des Verbraucherschutzes, da der Makler damit immer auch dem Käufer verpflichtet ist, ihn umfassend zu beraten, und im Falle einer Falschberatung auch dafür haftet", siehe hier.

Darüber hinaus meint Schick, dass bei Erstkäufern von selbstgenutztem Wohneigentum die Grunderwerbsteuer gesenkt werden müsse. Und "eine Neuregelung der Maklerprovision sollte einhergehen mit der gesetzlichen Verankerung eines Sachkundenachweises für Makler. Nur so ist auch sicherzustellen, dass Makler die nötige Qualifikation besitzen, Käufer und Verkäufer angemessen zu beraten und zu unterstützen", so Schick.

Bereits in der Vergangenheit war es vor allem in Süd- und Westdeutschland üblich, dass sich Käufer und Verkäufer die Provision teilten. Somit betrifft die Neuregelung hauptsächlich den Norden und Osten, wo meist der Käufer die volle Provision zahlte. Entlastet werden Käufer in Berlin und Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Hessen.

Gebühren für den Makler, Quelle: Weser-Kurier, siehe hier.

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6 Kommentare

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Kommentare

Wie wäre es, tatsächlich einfach oben einen Deckel raufzulegen, so wie bei den Mieten ! Ich gebe "Indextrader24" vollkommen recht.


Habe bisher immer ohne Makler verhandelt, letztendlich soll immer der Verkäufer nachgeben. Außerdem wird heute alles zu jedem Preis gekauft, wozu überhaupt noch einen Makler!


Außerdem gibt es zu viele Makler !
Makler sind meines Erachtens Schmarotzer und Parasiten, die sich am Vermögen anderer mit Wucher bereichern wollen.

Meines Erachtens gehört dieser Berufsstand verboten, zumal er komplett überflüssig ist. Das ist genauso als ob jemand eine Waschmaschine kaufen will und dafür einen Makler einschalten will.

Die sogenannte Expertise von Maklern - eine Lachnummer - meist gar nicht existent. Aber immer schön die Hand aufhalten wollen.

Warum jemand eine Immobilien über einen Makler verkauft weiss er wohl nur selber - vermutlich Dummheit und Blödheit.

Wenn ich Makler lese, dann ist das ein Ausschlusskriterium.

Die Makler sind eh dabei reihenweise pleite zu gehen, weil die keine Immobilien und Objekte in ausreichender Zahl angeboten bekommen.

Noch schlimmer als Makler ist aber der Geld- und Staatssozialismus, der die Massen enteignet, Wucher betreibt und dafür sorgt, dass die Menschen in diesem Land massiv enteignet werden und das tagein tagaus. Die Folgen dieses Staatssozialismus sind deletär und eure Renten sind alle bereits futsch und verfüttert.

Die Milliardengewinne der Hedgefonds, die derzeit von denen eingehfahren werden, werden mit Enteignungen de facto über Negativzinsen bei den Renten finanziert und dies seit über 10 Jahren bereits.

Das ist wirklich kriminell und scheinbar will sich in diesem Land niemand über diesen Massenbetrug am Souverän aufregen und was unternehmen.

Zustände herrschen in diesem Land, die schlimmer sind als in der UDSSR...
Ein gutes oder eher schlechtes Beispiel für Kompromisse?
Mein Menschenverstand sagt mir, wer etwas bestellt hat es auch zu zahlen.
Wer Leistungen in Anspruch nimmt trägt die Kosten. Alles andere ist aus meiner Sicht Klientelpolitik.
Ich möchte darauf hinweisen, dass die Teilung der Provision von 7,14% in 3,57% je vom Käufer und Verkäufer auch besser als ein Beispiel beschrieben werden sollte. Es fehlt der Hinweis, dass es eben auch möglich ist, z.B. 14,24% zu teilen in 7,14% und 7,14%. Insofern ist die Grafik mangelhaft. Im Osten werden oft Grundstücke vermittelt mit Verkaufspreisen von unter 30.000 €. Bei einem Grundstück von 1000m² x 15€/m² Bodenrichtwert würde sich bei 7,14% nur 1.071,- € Brutto ergeben. Dafür kann kein Makler wirtschaftlich arbeiten. Dann werden üblicherweise Pauschalen angesetzt, z.B. 3.570,-€. Wer dann diese Summe in Prozente zurückrechnet, kommt auf Werte von 14-18% , welches völlig legitim ist und auch von Gerichten bereits so beschieden wurde.

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