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Sinkende Leitzinsen haben nicht nur Vorteile

Gastautor: Sven Weisenhaus
21.08.2019, 08:08  |  1122   |   |   

Mir kommt es aktuell vor, als sei es an den Märkten deutlich ruhiger geworden. Das liegt insbesondere daran, dass die Nachrichtenflut abgenommen hat, weil die Berichtssaison ausgelaufen ist und wir noch im Sommerloch stecken. Die Medien beziehen sich daher bei der Suche nach den Gründen für aktuelle Kursbewegungen immer wieder auf Zinsspekulationen. Dabei ist es egal, ob die Kurse steigen oder fallen, Schuld sind immer Zinsspekulationen.

Trump fordert von der US-Notenbank eine kräftige Leitzinssenkung

Diese wurden jüngst allerdings auch wieder genährt. Denn US-Präsident Donald Trump hat erneut Druck auf die Federal Reserve (Fed) ausgeübt und zu einer Zinssenkung um 100 Basispunkte (also einen Prozentpunkt) geraten. Begleitet werden könne dies seiner Meinung nach von weiteren Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur („quantitative easing“). Die US-Wirtschaft würde dadurch noch besser laufen, so Trump. Auch der Weltwirtschaft würde es dadurch besser gehen, und dies sei gut für alle.

Sinkende Zinsen haben nicht nur Vorteile

Sicherlich, sinkende Zinsen sollen in der Regel die Kreditvergabe ankurbeln, damit von diesem Geld Investitionen oder Konsumausgaben getätigt werden und das geliehene Geld so die Wirtschaft beflügelt. Und die US-Verbraucher haben durchaus auch das Zeug, die gesamte Weltwirtschaft in Gang zu bringen. Denn laut dem Nachrichtenmedium WELT sind die US-Konsumenten der wichtigste Akteur der Weltwirtschaft. Demnach stehen sie mit ihrer Nachfrage für 17 % des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und sind damit sogar wichtiger als die gesamte Ökonomie von China, die lediglich 16 % zum Welt-BIP beiträgt.

Doch Zinssenkungen haben nicht nur Vorteile. Vielmehr bergen sie auch Nachteile und sogar Gefahren. Darauf wies jüngst auch der Präsident des Fed-Bezirks Boston, Eric Rosengren hin. Er war einer von zwei Fed-Gouverneuren, die gegen die jüngste Zinssenkung der Fed gestimmt hatten. Und er gab an, dass weiter sinkende Zinsen zu einem beunruhigenden Anstieg der Verschuldung führen können.

Verschuldung der US-Amerikaner übertrifft Niveau der Finanzkrise 2008

Und damit scheint er ein durchaus aktuelles Problem anzusprechen. Denn nach neuesten Zahlen der Notenbank von New York beliefen sich die Schulden der US-Amerikaner Ende Juni mit 13,9 Billionen Dollar bereits auf einem neuen Höchststand. Zuvor waren sie 20 Quartale in Folge angestiegen – eine Serie, die es zuletzt vor dem Ausbruch der Immobilien- und Finanzkrise 2008 gab.

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