Casino-Aktien immer noch Stars? (Update 08/2019) Boom-Branche: Warum Casino-Aktien aktuell sehr beliebt sind

Gastautor: Martin Brosy
21.08.2019, 17:54  |  2005   |   |   

Poker und Roulette – Begriffe, die beim Wertpapierhandel durchaus mal fallen. Nur wenige Trader werden aber so weit gehen und diese wörtlich nehmen. In Deutschland sind viele landgestützte Spielbanken defizitär. Onlineanbieter kommen deutlich besser weg und profitieren von einem Boom. Die Umsätze und Spielerzahlen steigen.

Macht sich diese Entwicklung auch bei den Kursen bemerkbar? In der Vergangenheit haben die Gesellschaften gute Gewinne erzielt und Dividenden zahlen können. Trotzdem sind deren Kurse in letzter Zeit etwas unter Druck geraten. Onlinecasinos abschreiben – dazu ist es trotzdem zu früh. Doch was sollten Trader beachten, die gerne in Online-Casinos investieren möchten?

Mit Casino-Aktien tolle Renditen einfahren? Das ist unter Umständen möglich. doch ohne gründliche Analyse geht nichts. Bildquelle: Kredite.org / Unsplash.com

Online Gambling: Das Geschäft verlagert sich

Spielbanken haben seit je her ein Image, das am besten mit den beiden Seiten einer Medaille verglichen werden kann. Auf der einen Seite gelten sie als nobles Vergnügen der Upper Class. Männer im Smoking und Frauen im Abendkleid mit Champagnerglas in der Hand – dieses Bild steckt in vielen Köpfen. Auf der anderen Seite geht es um Glücksspiel. Und:

  • Poker
  • Roulette
  • Blackjack

haben nur wenig Spieler bisher reich gemacht. Anscheinend macht Fortuna seit einigen Jahren um die Betreiber der Spielbanken einen Bogen. Regelmäßig tauchen Medienberichte auf, in denen es um finanzielle Schwierigkeiten geht. Beispiel Bayern: Laut Augsburger Allgemeine haben 2017 von neun bayerischen Spielbanken nur drei Häuser Erträge abgeworfen.

In allen anderen bayerischen Spielbanken wurden rote Zahlen geschrieben. Ein möglicher Grund: Die Abwanderung von Spielern ins Internet.

Onlinecasinos locken mit neuen Ideen

Onlinecasinos haben Hochkonjunktur. In den letzten Jahren sind die Umsätze – etwa der Betreiber von Betsson oder Bet-at-Home – deutlich gestiegen. Teil der Antwort ist das zunehmende Interesse der Nutzer an iGaming-Angeboten aus dem Internet. Um sich am wachsenden Markt durchzusetzen, greifen die Betreiber der Casinos zu vielen neuen Ideen.

Hierzu gehören Live Play Angebote oder Bonusaktionen. Speziell Neukunden werden mit letzteren Aktionen angelockt – in denen nicht nur kostenlose Freispiele, sondern auch Bonusgeld stecken.

Bling Bling: Auch Spielautomaten online sehr beliebt

Parallel haben Onlineanbieter beim Spielangebot einfach andere Möglichkeiten. Landgestützte Spielbanken sind gesetzlichen Rahmenbedingungen und Raumgrenzen unterworfen. Beschränkungen, die für Onlinecasinos nicht gelten. Allein bei den Slots – also Spielautomaten – kommen einige Anbieter auf mehrere tausend Titel. Auf slots.express wird zudem aufgezeigt, dass es dabei einzelne Titel mit erhöhten Gewinnchancen gibt. Die größere Auswahl und die einfachen Vergleichsmöglichkeiten der Anbieter dürften teil der Erfolgsgeschichte sein.

Starke Argumente, oder?

Konsolidierung mit Zukunftspotenzial?

„Ein Dollar gewonnen ist zweimal so süß wie ein Dollar erarbeitet“- Paul Newman in „Die Farbe des Geldes“

Onlinecasinos gehören heute oft zum Markenuniversum großer Konzerne und Holdings – die an Börsen notiert sind. Insofern können die Spielbanken durchaus fürs Wertpapierportfolio interessant sein. Zuletzt haben die Kurse allerdings nicht überzeugt. Die Turbulenzen dürfen aber nicht übers Potenzial der Papiere hinwegtäuschen. Gerade, wenn die Regulierung endlich in geordneten Bahnen verläuft, ergeben sich Wachstumsmöglichkeiten. Wann ist mit einer Erholung der Kurse zu rechnen? Und wie weit kann es dann nach oben gehen?

Eldorado Resorts, GVC und Co.: Welche Kurse sind aktuell kein Gewinn

Im Bereich Gambling und iGaming tummeln sich verschiedene Anbieter. Einige sind aus Las Vegas bekannt – wie zum Beispiel die MGM Gruppe oder Caesars Entertainment. Wer sich für deren Aktien interessiert, hätte in der Vergangenheit durchaus gute Erträge realisieren können. Caesars Entertainment ist im Juni/Juli 2019 deutlich im Kurs nach oben geklettert.

Auf der anderen Seite gibt es auch Verlierer. Aktien der Amaya Gaming Group haben im 6-Monats-Zeitraum nachgegeben. Und auch andere Wertpapiere folgen diesem Trend:

Aktie (6-Monats-Zeitraum)

Startkurs

Stoppkurs

Stars Group

14,57 EUR

11,51 EUR

Kindred Group

8,65 EUR

4,41 EUR

Tabelle 1: 6-Monatsverlauf der Aktienkurse ausgewählter Glücksspielanbieter

Digitalisierung: Online-Casinos sind Profiteure

Was hat Digitalisierung mit dem Boom bei Onlinecasinos zu tun? Ganz einfach: Die Anbieter profitieren davon, dass wachsende Bevölkerungsschichten nicht nur online unterwegs sind, sondern sich mit digitalen Medien beschäftigen. Zusätzlichen Aufwind bekommt die Branche durch den stetigen:

Netzausbau (in Verbindung mit höheren Geschwindigkeiten)

  • Live Angebote
  • VR (Virtual Reality) und
  • KI (Künstliche Intelligenz).

Letztlich könnte die Branche damit zu den Gewinnern des Digitalisierungstrends gehören.

Regulierung in Deutschland: Unterstützung für Internetcasinos?

Bisher ist Onlineglücksspiel in Deutschland nach dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag zwar eigentlich illegal. Allerdings sorgen Unterschiede im nationalen Recht einzelner Mitgliedsstaaten und der höher zu bewertenden Dienstleistungsfreiheit, dass sich Anbieter von Onlinecasinos in einer Grauzone bewegen.

Länder wie Schleswig-Holstein wollen endlich eine EU-rechtskonforme Lösung. Heißt: Es könnte im besten Fall Unterstützung durch eine klar geregelte Lizenzvergabe kommen – was den Kursen sicher Aufwind verleiht.

Glücksspielaktien kaufen: Passt der Einstieg?

Wer sich als Anleger für Aktienwerte aus dem Bereich iGaming interessiert, steigt zu einem Zeitpunkt ein, indem sehr viel Luft nach oben sein kann. Generell ist die Frage zu klären, ob das Investment zur Anlagestrategie passt. Der Kauf von Aktien ist schließlich kein reines Spekulationsgeschäft. Trader werden hier durchaus Interesse an einer langfristig ausgelegten Strategie haben, in welcher auch die Dividenden einfließen. Wie Onlinecasino-Aktien bewerten?

Value-Ansatz: Casino-Aktien aktuell günstig?

Um den „Wert“ einer Aktie für die Kaufentscheidung zu beurteilen, lassen sich verschiedene Kennzahlen heranziehen. Hier geht es unter anderem um den KGV-Wert – als das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Letzteres ist ein Hinweis, ob Aktien relativ günstig sind oder als eher teuer einzuschätzen sind. Aussagekräftig ist dieser Wert aber nur, wenn eine Gesellschaft keine Verluste erwirtschaftet.

Beim Thema KBV geht es um den Buchwert – sprich das gehaltene Eigenkapital je Aktie. Hier gilt ein niedriges KBV als Maß für günstige Aktien. Weitere Kennzahlen für die Bewertungen können Dividenden vergangener Jahre oder geplante Rückstellungen sein.

Ohne Check-Up geht’s nicht

Casino-Aktien sind ein durchaus spannendes Asset. Klar muss sich jeder Anleger möglichen Risiken sein, die unter anderem aus Neuregelungen in der Lizenzvergabe usw. entstehen können. Gerade die Betreiber von Onlinecasinos haben in den letzten Jahren aber sehr gute Erträge erwirtschaftet, was sich auch in den Dividenden ablesen lässt. Auf jeden Fall darf eines nicht unter den Tisch fallen – eine detaillierte Analyse der einzelnen Titel. Nur so lassen sich toxische Wertpapiere (etwas von Gesellschaften, die mit Betrugsverfahren zu tun haben) aussortieren.

Fazit: Casino-Aktien bleiben spannend

Onlinecasinos hat nicht jeder Anleger als Wertpapier auf dem Radar. Angesichts des Booms der Branche ist es durchaus kein Fehler, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen. Gesellschaften mit reinem Onlinecasino-Betrieb haben zuletzt zwar Boden verloren. Abschreiben wäre aber die falsche Einstellung.

Erst checken – dann investieren!

Bevor es allerdings daran geht, sich für ein Wertpapier zu entscheiden, sollte wie immer eine gründliche Analyse vorangehen. Sind die Aktien werthaltig genug für ihren aktuellen Kurs? Welches Potenzial besteht? Wer diese Fragen beantwortet, kann attraktive Renditen erwirtschaften. Interessant ist am Ende eine Mischung aus landgestützten und Internetanbietern. Allein schon die Dividende einiger Gesellschaften kann sich sehen lassen.

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