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Diesel Hardware Nachrüstung bei VW, Mercedes, BMW: diese Gefahren drohen!

Gastautor: Roland Klaus
23.08.2019, 17:04  |  1790   |   |   

Etliche Monate sind vergangen, seit Politik und Hersteller sich auf die Grundzüge von Nachrüst-Kits für ältere Diesel-Fahrzeuge geeinigt haben. Nun kommen die ersten Geräte auf den Markt. Doch sie bringen auch Probleme. Diese Alternativen haben Diesel-Besitzer.

Glaubt man der Politik, so ist die Hardware - Nachrüstung die ideale Lösung für ältere Diesel der Kategorie Euro 5. Doch Tests zeigen: Das ist ein Märchen! Erhebliche Kosten und teilweise geringe Wirksamkeit machen die Hoffnungen vieler Diesel-Besitzer zunichte, ihre Fahrzeuge durch eine Nachrüstung zukunftstauglich zu machen.

So funktioniert die Nachrüstung

Bei der Nachrüstung werden sogenannte SCR-Systeme eingebaut. Das Fahrzeug erhält einen zusätzlichen Tank mit Harnstoff („Adblue“). Dieser soll dann im Katalysator mit den gefährlichen Stickoxiden (NOx) reagieren und diese zersetzen. Im Ergebnis soll der Ausstoß von Stickoxid in einem Bereich zwischen 5 und 30 Grad Celsius Außentemperatur auf unter 270 mg/km gesenkt werden. Bei niedrigeren oder höheren Temperaturen gelten höhere Grenzwerte. Werden diese eingehalten, so droht auch älteren Dieseln kein Fahrverbot. Das sieht die Nachrüst-Richtlinie vor, die Verkehrsminister Andreas Scheuer Ende 2018 veröffentlicht hat.

Das sind die Probleme

Doch das System hat massive Probleme. Tests des ADAC zeigen, dass die SCR-Systeme zwar den Stickoxid-Ausstoß reduzieren, aber die genannten Grenzwerte teils deutlich verfehlen. Selbst bei vergleichsweise milden Temperaturen von 10 Grad sind die normalen NOx-Emissionen von Euro 5 Diesel so hoch, dass auch die Nachrüstung nicht ausreicht, um die Grenzwerte zu erfüllen. Bei noch kälteren Temperaturen im Winter werden sogar die erhöhten Grenzwerte verfehlt. Volkswagen beispielsweise warnt seine Kunden vor der Hardware-Nachrüstung und sagt, dass höherer Verbrauch und geringere Leistung der Motoren drohen.

Hier können Sie prüfen lassen, welche Alternativen zu einer Hardware-Nachrüstung Sie haben.

Hohe Kosten für Verbraucher

Rund 3000 Euro soll ein Nachrüst-Satz im Durchschnitt kosten. Einige Fahrzeughersteller haben sich zur Übernahme der Kosten bereit erklärt – andere nicht. Doch in allen Fällen bleiben für die Autobesitzer erhebliche Mehrkosten. Es muss Adblue getankt werden, dazu benötigt die Nachrüstung Strom, was den Benzinverbrauch erhöht – und damit wiederum den CO2-Ausstoss. Im ADAC-Test stieg der Diesel-Verbrauch durchschnittlich um gut zehn Prozent. Zudem ist immer noch offen, wer die Garantie für die Nachrüstung übernimmt. Die Autohersteller jedenfalls weigern sich. Vermutlich müssen hier die Hersteller der Nachrüstungen einspringen.

Keine Sicherheit vor Fahrverboten

Neben den höheren Kosten ist das größte Risiko für Diesel-Besitzer, dass ihnen trotz Nachrüstung weiterhin Fahrverbote drohen. Denn wenn sich bewahrheitet, dass die in der Nachrüst-Richtlinie vorgesehenen Grenzwerte in der Praxis regelmäßig übertroffen werden, dann dürfte die Fahrgenehmigung schnell wieder weg sein.

Das ist die Alternative für Verbraucher

Unter dem Strich bringt die Diesel-Nachrüstung hohe Kosten mit sich, ohne die Fahrzeuge wirklich zukunftsfähig zu machen. Gerade Besitzer von Euro 5 Diesel haben jedoch häufig sehr gute Chancen, wenn sie auf dem Rechtsweg eine Rückgabe ihres Fahrzeugs verlangen. Anders als in den USA (im Fall VW) gibt es in Deutschland zwar keine pauschale Entschädigung für alle. Allerdings kippt die Rechtsprechung derzeit gerade bei Fahrzeugen der VW-Gruppe (VW, Audi, Seat, Skoda) sowie bei Mercedes Benz massiv zugunsten der Verbraucher.

Je nach Ausgangsposition kann der Widerruf eines Kfz-Kredits („Widerrufsjoker“) oder eine Schadensersatzklage der bessere Weg sein. Die Kosten eines Rechtsstreits werden in aller Regel von einer Rechtsschutzversicherung übernommen. Diesel-Besitzer sollten daher prüfen lassen, welche Möglichkeiten für sie bestehen. Eine solche Prüfung nehmen spezialisierte Anwälte vor – beispielsweise kostenlos und unverbindlich bei der Interessengemeinschaft Widerruf.

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1 Kommentare

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Kommentare

Ich schließe micht diesen Rechtsverdrehern auf keinen Fall an.
Bin seit dem Kauf meines gebrachten Skoda vor kanpp vier Jahren gut 120 000 km gefahren.

ich kann nicht erkennen, wo mir ein Schaden entstanden sein sollte.
Habe nie 25 E gezahlt, wenn ich verbotenerweise durch die Max Brauer Allee
in HH gefahren bin.
Meistens fahre ich ja auch ganz gut durch die vielen Straßen,
in denen NO2 nicht gemessen wird.

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