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Vorstandswoche Favorit HelloFresh marschiert gen Norden! HelloFresh CEO Dominik Richter: Bitte keine Mission verfolgen...

Gastautor: Volker Glaser
27.08.2019, 00:14  |  1595   |   |   

Anfang Mai 2019 hatten wir erstmals nach dem IPO Ende 2017 die Aktie von HelloFresh zum Kauf empfohlen. Inzwischen liegt Ihr Kursplus in einem sehr schwierigen Marktumfeld bei mehr als 25 %. Wir informierten rechtzeitig darüber, dass die Firma mit guten Q1-Zahlen überzeugen wird. Als damaligen Kursbremser werteten wir den stetigen Abverkauf der Aktie durch Rocket Internet, die die Beteiligung nach und nach reduzierten. Im Mai ging‘s dann ganz schnell. Der Berliner Startup-Investor hat sich inzwischen vollständig von allen Aktien des Kochboxen-Versenders getrennt.

Der Anteil von knapp 29 % wurde übrigens zügig an Investoren zu einem Preis von 8 Euro je Aktie verkauft. Jüngst überzeugte HelloFresh-CEO Dominik Richter mit soliden Zahlen für das 2. Quartal und konnte damit den positiven Trend aus dem 1. Quartal fortsetzen. Im Q2 konnte das Unternehmen auf bereinigter EBITDA-Ebene erstmals profitabel wirtschaften. Der Umsatz lag in der Zeit von April bis Juni bei 437 Mio. Euro. Währungsbereinigt betrug das Plus 31.5 %. Die bereinigte EBITDA-Marge wurde mit 4.2 % ausgewiesen. Das US-Geschäft war hierbei mit einer bereinigten EBITDA-Marge von 2.9 % positiv, und das Segment International ist bereits mit einer entsprechenden Marge von 11.5 % deutlich in der Profitabilität. Operativ haben die Berliner in Q2 1.3 Mio. Euro verdient, nachdem im Vorjahresquartal noch fast 14 Mio. Euro versenkt wurden. Netto lag der Verlust bei knapp 5 Mio. Euro.

Im Jahr 2018 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von knapp 1.3 Mrd. Euro. Das bereinigte EBITDA fiel mit 54.5 Mio. Euro negativ aus. Netto hat Richter mehr als 83 Mio. Euro plattgemacht. Für das laufende Jahr erwartet der CEO eine bereinigte EBITDA-Marge von minus 1 bis plus 1 %. Der Umsatz soll währungsbereinigt um 28 bis 30 % wachsen. Zuvor hatte Richter lediglich ein Wachstum von 25 bis 30 % in Aussicht gestellt bei einer bereinigten EBITDA-Marge von minus 2 bis plus 1 %.

Das Geschäftsmodell von HelloFresh ist sehr einfach. Die Berliner sind ein Anbieter von Kochboxen. Das Unternehmen ist nicht nur in Europa gut positioniert, sondern inzwischen auch in den USA. Im 2. Quartal wurden 67 Mio. Mahlzeiten an 2.4 Mio. aktive Kunden ausgeliefert. HelloFresh überzeugt bisher mit starken Wachstumsraten. Der Verlust verringert sich zusehends. 2018 hatte Richter seine Anteilseigner noch enttäuscht, weil der Break-Even verschoben wurde. Eigentlich wollte das Unternehmen, das im Abonnement Pakete mit Lebensmitteln und Kochrezepten verschickt, im 4. Quartal 2018 die Gewinnschwelle erreichen. Hintergrund dafür: HelloFresh hatte sich für mehr Investitionen ins Wachstum entschieden. Das scheint sich in 2019 auszuzahlen. Gut möglich, dass der positive Verlauf im 2. Quartal keine Eintagsfliege ist. Die Chancen stehen gut, dass das Unternehmen nunmehr auch nachhaltig profitabel wirtschaften kann. Was uns besonders gut gefällt: HelloFresh hat überhaupt keine Retouren der Kochsendungen, während die Zalandos dieser Welt mit enormen Retouren beschäftigt sind. Auch der durchschnittliche Bestellwert je Sendung ist mit 48 Euro relativ hoch. Einen derartigen Betrag braucht die Firma aber auch. Der Wareneinkauf und die Logistik sind teuer. Zusätzlich muss Richter Geld ins Marketing stecken, um die Kochboxen bekannter zu machen. Es dürfte generell nicht sonderlich schwer sein, in den Markt für Kochboxen einzusteigen. Beispielsweise könnten sich Lieferdienste wie Delivery Hero ebenfalls für das Geschäft von Kochboxen interessieren. Aber auch von Giganten wie Amazon droht Konkurrenz. Ein Selbstläufer ist HelloFresh sicherlich nicht, auch wenn das Unternehmen inzwischen eine gute Größenordnung erreicht hat und die bisherigen Wettbewerber den Berlinern nicht das Wasser reichen konnten.

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