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Die Wahrheit über Zinsen

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Gastautor: Raimund Brichta
08.09.2019, 15:00  |  606   |   

Wie verbreitet die  Missverständnisse über unser Geldsystem sind, zeigt folgende Bemerkung von Prof. Joseph Huber, der die Vollgeldbewegung „Monetative“ in Deutschland ins Leben gerufen hat. Huber schreibt:

„Da Zinsen an einem Markt von sich aus nicht unter die Nullzinsgrenze rutschen, …“

https://vollgeld.page/negativzins

Damit unterstellt er, die Marke null sei eine natürliche Untergrenze für den Zins, die allenfalls durch aktives Drehen der Notenbank an der Zinsschraube unterboten werden könne (wie in den letzten Jahren geschehen).

Stimmt nicht.  Wenn – wie hier mehrmals dargelegt – die Masse an vorhandenem Geldvermögen (das nach Anlage sucht) und die Masse an Schulden (die diesem Geldvermögen gegenüberstehen) groß genug ist (und außerdem systembedingt weiter wächst),  kann der Zinsdruck, der von der riesigen Masse an Sparvermögen ausgeht, sehr wohl dafür sorgen, dass die Zinsen am Markt von sich aus unter die Nullgrenze rutschen.

Denn genauso wie die Sparvermögen insgesamt wachsen, wächst innerhalb dieser Masse auch der Anteil desjenigen Sparvermögens, das nur bei den kreditwürdigsten Adressen angelegt werden soll, oft sogar nur dort angelegt werden darf. Die Nachfrage nach diesen Anlagen ist dann so groß, dass die betreffenden Geldvermögensbesitzer sogar Kosten in Form von Negativzinsen in Kauf nehmen. Hauptsache, sie haben eine „sichere“ Anlage.

Dazu kommt Folgendes: Solange der Zinstrend nach unten weitergeht, können diese Anleger mit Kursgewinnen auf ihre Anleihebestände rechnen, die sie für den Negativzins entschädigen. Verrückt, was?

Die Zusammenhänge sind eigentlich einfach. Deshalb verstehe ich nicht, warum sie von fast allen etablierten „Experten“ ignoriert werden.

Der Beitrag der Notenbanken besteht nur darin, dass sie die Geldvermögen mit ihren Eingriffen schützen. Sie lassen es damit nicht zu, dass diese Spargelder – bzw. große Teile davon – in einer monetären Krise vernichtet werden. Dies haben die Notenbanken seit der Finanzkrise gemacht, und sie werden nach meiner Einschätzung auch im vor uns liegenden Jahrzehnt so weitermachen.

Theoretisch könnten die Notenbanken natürlich gegensteuern. Sie könnten zum Beispiel die Leitzinsen erhöhen. Damit würden sie aber  ab einem bestimmten Punkt selbst die Krise auslösen, die sie eigentlich verhindern wollen.

Denn: Dem wachsenden Geldvermögensberg steht ein ebenso wachsendes Schuldenloch gegenüber. Viele dieser Schuldner würden pleite gehen, wenn die Zinsen stiegen. Über einen Dominoeffekt käme es dann zur besagten monetären Krise, die schließlich in einer realwirtschaftlichen Krise münden würde wie der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre .

Dann hätten wir die Bereinigung. Geldvermögen und Schulden wären in großem Stil vernichtet, und die Zinsen könnten danach auch wieder steigen. Das werden die Notenbanken aber nicht freiwillig zulassen,

wettet Ihr

Raimund Brichta


Weiterlesen auf: https://wahre-werte-depot.de/die-wahrheit-ueber-zinsen/
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