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Egbert Prior Baumot vor Umsatz- und Gewinnexplosion?

Gastautor: Egbert Prior
09.09.2019, 11:28  |  4249   |   |   

Der Spezialist für Abgasnachbehandlung kann mit seinem BNOx-System ältere Dieselfahrzeuge der Euro-5-Norm sauberer machen und so auf den aktuellen Euro-6-Stand bringen. Der Unterschied: Euro-5 drohen Fahrverbote, Euro-6 nicht. Eigentlich müßten die Auftragsbücher also schon längst prall-gefüllt sein. Doch im Gespräch mit der Prior Börse berichtet Vorstands-chef Marcus Hausser von den „Horrorjahren“ 2018 und 1017. Letztes Jahr beispielsweise belief sich der Umsatz auf mickrige 6,2 Millionen, mit 9,2 Millionen lag der Verlust deutlich höher. Reichlich spät, wie der CEO findet, habe der Gesetzgeber erst Anfang des Jahres technische Anforderungen an die Nachrüstsysteme veröffentlicht. Die Voraussetzung dafür, daß Baumot überhaupt loslegen konnte. Ein weiterer Meilenstein war die Erteilung der Allgemeinen Betriebserlaubnis durch das Kraftfahrtbundesamt, die sich auf die Nachrüstung von 61 Fahrzeugmodellen des VW-Konzerns (Passat, Polo, A4 etc.) erstreckt. Außerdem bezuschußt VW die Nachrüstung mit dem BNOx-System. Pro Auto sollen es bis zu 3.000 Euro sein, so daß der Kunde nur noch wenige hundert Euro aus der eigenen Tasche zahlen müßte. Gefördert werden nicht nur Halter, die in bereits von Fahrverboten betroffenen Städte wie Hamburg  oder Stuttgart sitzen, sondern auch im größeren Umkreis wohnen. Definiert wurden auch 15 „Intensivstädte“ und deren Umgebung. Unternehmenslenker Hausser erwartet ein großes Interesse an der Nachrüstung. In erster Linie geht es den Kfz-Besitzern darum, einen Wertverlust zu vermeiden. Baumot konzentriert sich auf Volumenmodelle. Im Oktober will man die Zulassung für eine ganze Reihe von Daimler-Typen in der Tasche haben. Insgesamt veranschlagt Hausser das Marktpotential auf knapp 1,4 Millionen Fahrzeuge. Freilich sollte man die Kirche im Dorf lassen. Für den Zeitraum der nächsten drei Jahre hält Hausser aber die Nachrüstung von ca. 150.000 Pkws mit dem BNOx-System für vorstellbar. Bis zu 2.000 Euro bleiben je Umbau bei Baumot hängen. Das heißt, das Umsatzvolumen könnte 2020, 2021 und 2022 zusammen 300 Millionen erreichen. Den Peak erwartet der Vorstandschef im übernächsten Jahr, die ganze Sache ist ein Einmalgeschäft. Die wieder wegfallenden Umsätze möchte das Unternehmen mit Sitz in Königswinter durch den Ausbau des Nachrüstgeschäfts im Ausland auffangen. Aktuell liegt der Auslandsanteil bei 98%, Baumot rüstet Busse und Nutzfahrzeuge in UK, Italien und Israel aus. Die Rheinländer möchten bereits im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreiben und spätestens 2021 knackig verdienen. Eine aktuelle Analystenstudie veranschlagt für 2021 den Umsatz auf 96 Millionen, unter dem Strich soll ein Jahresüberschuß von 16 Millionen bleiben. Der Aktienkurs hat bereits reagiert, seit Mai nahezu eine Verdoppelung auf 2,30 Euro. Es besteht allerdings noch Luft nach oben. Aktueller Börsenwert 48 Millionen. Das KGV (2021) nach dem Analystenreport ganze 3. Freilich versiegen die Umsätze in einigen Jahren wieder, bis dahin müssen neue Einkommensquellen am Start sein. Fazit: Wenn der Umsatz anspringt, lockt das weitere Investoren an. Saubere Luft bleibt ein Megathema.

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