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Egbert Prior DRAG gibt bei der Ölproduktion wieder Gas

Gastautor: Egbert Prior
11.09.2019, 12:57  |  1511   |   |   

Im Mai 2018 erreichte die Aktie mit 24,20 Euro ein Mehrjahreshoch. Aktuell gibt es das Papier mit 13,90 Euro deutlich billiger. Über die Hintergründe spreche ich mit Vorstands-chef, Hauptaktionär und Mitgründer Thomas Gutschlag. Zum einen leiden die Mannheimer unter einem Einbruch des Ölpreises. Seit letztem Herbst ist die Notierung von 78 auf aktuell 56 Dollar abgerutscht. Im wesentlichen produziert die Deutsche Rohstoff in Nordamerika Öl durch Fracking. Zum anderen war neben dem Preisverfall auch die Produktionsmenge rückläufig. So halbierte sich der Umsatz im ersten Halbjahr 2019 nahezu auf 24 Millionen gegenüber 54 Millionen 2018. Der Gewinn (Ebitda) schrumpfte von 52  auf 15 Millionen. Diese Entwicklung sei plangemäß gewesen, versichert Gutschlag. Ausschlaggebend für die Rückgänge war ein Basiseffekt. Im ersten Quartal 2018 investierten die Mannheimer massiv in neue Bohrungen, die im zweiten Quartal in die Produktion gingen und im weiteren Verlauf des Jahres für einen kräftigen Umsatzschub sorgten. Danach gab es dann erst einmal keine neuen Bohrungen mehr, der Fokus lag stattdessen auf eine Bilanzstärkung durch den cash flow. So wurde die Verschuldung seit Ende Juni 2018 von 140 Millionen auf aktuell 97 Millionen Euro runtergefahren. Unterdessen ging die Produktionsmenge der Bohrlöcher nach Erreichen des Peaks im letzten Jahr kontinuierlich zurück. Jetzt geben die Kurpfälzer aber wieder Gas. Im Juni hat die Gesellschaft in Colorado ein neues Bohrprogramm gestartet. Investitionsvolumen für elf Bohrlöcher ca. 60 Millionen, Produktionsbeginn Ende 2019 oder Anfang 2020. Die neuen Bohrungen machen sich in der Prognose für 2020 bemerkbar. Umsatz und Gewinn sollen wieder kräftig steigen auf 75 bis 85 Millionen bzw. auf ein Ebitda von 55 bis 65 Millionen. Die Vorausschau für 2019 liegt wesentlich niedriger: Erlöse zwischen 40 und 50 Millionen, das Ebitda wird in einer Range zwischen 25 und 35 Millioen erwartet. Vor dem Hintergrund der in Aussicht gestellten Zuwächse erscheint die Aktie günstig. Erstmals in den zehn Jahren seit dem IPO liegt die Marktkapitalisierung (70 Millionen) unterhalb des Buchwerts (77 Millionen). Das signalisiert eine Unterbewertung. CEO Gutschlag möchte die DRAG auch als Dividendenwert etablieren. Bereits das fünfte Jahr in Folge kletterte die Ausschüttung, zuletzt wurden 70 Cent ausgekehrt. Dividendenrendite fürstliche 5%. Wir rechnen auch für das schwache Jahr 2019 mit einer stabilen Dividende. Gutschlag möchte für Stabilität sorgen angesichts eines volatilen Geschäfts. Zwar resultiert nahezu der gesamte Umsatz aus dem Ölgeschäft, doch die Mannheimer halten auch Anteile an vielversprechenden Rohstoffirmen wie Almonty Industries, einem Wolframproduzenten oder an dem Seltenerden-Projekt Ceritech. 14% Beteiligung Rhein Petroleum hat vor einigen Wochen einen „signifikanten Ölfund„ im Rheintal gemeldet. Alle diese Aktivitäten gibt’s praktisch geschenkt. Brot- und Buttergeschäft bleibt die Ölproduktion. Dabei liegt der aktuelle Ölpreis nicht sehr viel höher als der break even (ca. 50 Dollar). Nur ein Teil der Produktion ist abgesichert. Insoweit ist die DRAG auch eine Wette auf den Ölpreis. Fazit: Im mehrjährigen Vergleich befindet sich die Aktie ziemlich im Keller. Eine günstige Einstiegsgelegenheit. Der Ölpreis bleibt allerdings ein Risiko.

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