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VW Diesel Euro 6 Motor EA 288 manipuliert? Das können Besitzer tun!

Gastautor: Roland Klaus
12.09.2019, 08:44  |  4982   |   |   

Der Diesel-Skandal geht in eine neue Runde. Nach Medienberichten haben Volkswagen und Audi auch neuere Motoren des Typs EA 288 massiv manipuliert. Was Besitzer dieser Fahrzeuge jetzt tun können.

Es scheint so, als habe Volkswagen aus dem Diesel-Skandal wenig gelernt. Denn nach Informationen des SWR hat der Autohersteller auch bei neuen Diesel Motoren der EURO 6 Norm weiter geschummelt. Betroffen ist der Motor-Typ EA 288, der Nachfolger des Skandal-Motors EA 189. Nach den Recherchen weisen auch diese Motoren eine Abschalteinrichtung auf, die dafür sorgt, dass auf einem Abgas-Prüfstand deutlich mehr Ad Blue eingespritzt wird als im normalen Fahrbetrieb. Dadurch werden die Abgaswerte in den Tests nach unten manipuliert.

Der Motor EA 288 wird von Volkswagen seit 2012 in einer Vielzahl von Modellen eingebaut, beispielsweise im Polo, Golf, Passat, Tiguan und Sharan. Auch die Konzerntöchter Audi, Seat und Skoda haben den Motor in ihren wichtigsten Modellen verbaut. Er existiert in Varianten von 1,4 bis 2,0 Liter.

Durch die neuen Erkenntnisse scheint es sehr wahrscheinlich, dass Besitzer dieser Autos Anspruch auf Schadensersatz oder die Rückgabe ihrer Fahrzeuge haben können. Es existiert auch bereits ein erstes Urteil des Landgerichts Wuppertal (2 O 273/18), das feststellt, dass in dem Motor EA 288 ein sogenanntes Thermofenster existiert, das die Abgassteuerung je nach Temperatur steuert.

Während ein Thermofenster vom Hersteller VW stets als sinnvolle Einrichtung zur Schonung des Motors bezeichnet wurde, dürfte es bei den nun vom SWR recherchierten Manipulationen wenig Ausreden geben. Denn diese Schummelei dient offenbar ausschließlich dazu, bei Tests niedrigere Abgaswerte zu produzieren als im realen Fahrbetrieb. Die Tests sind unter anderem für die Zulassung der Fahrzeuge relevant. Das heißt: Ohne die Manipulation wären die Autos möglicherweise niemals zugelassen worden.

Besitzer solcher Fahrzeuge sollten daher prüfen lassen, welche Chancen auf Schadensersatz sie haben. Eine solche Prüfung nehmen erfahrene Anwälte vor, beispielsweise kostenlos und unverbindlich im Rahmen der Interessengemeinschaft Widerruf. Spätestens nach den jüngsten Berichten dürften die Chancen exzellent sein. Die Kosten eines Rechtsstreits übernimmt in vielen Fällen eine Rechtsschutzversicherung. Teilweise kann eine solche Versicherung sogar noch abgeschlossen werden. Näheres erfahren Diesel-Besitzer im Zuge der individuellen Prüfung.

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