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Zielscheibe Wechselkurs

Gastautor: Dr. Ulrich Kater
12.09.2019, 11:02  |  455   |   |   

Es begann vermeintlich harmlos im Januar 2018 mit US-Strafzöllen gegenüber China auf Solarprodukte und Waschmaschinen. Mittlerweile hält der internationale Handelsstreit die Weltkonjunktur in Atem und ist eine spürbare Belastung für den globalen Handel. Anfang September 2019 wurde nun die Sanktionsspirale von den USA ein Stück weitergedreht.

Zahlreiche Konsumgüter aus China wie z.B. Fernseher und Turnschuhe wurden mit Strafzöllen belegt. China hat daraufhin ebenfalls weitere Strafzölle verhängt. Zusätzliche umfassende Sanktionen, auch für den Automobilbereich, sind bereits beabsichtigt und sollen Mitte Dezember in Kraft treten. Allerdings hat US-Präsident Trump Verhandlungsbereitschaft signalisiert und Gespräche zwischen China und den USA sind geplant.

Der Wechselkurs ist für den US-Präsidenten Trump im internationalen Handelsstreit nicht nur gegenüber China eine wichtige Zielscheibe.

China wurde bereits vom US-Finanzministerium offiziell zum Währungsmanipulator erklärt. Welche weiteren Länder stehen im Handelsstreit im Fokus und wieviel Angriffsfläche bietet ihr Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar? Einen Anhaltspunkt bietet der Vergleich des aktuellen Wechselkurses mit seinem über die Kaufkraftparität ermittelten langfristigen Gleichgewicht. Die chinesische Währung ist mit knapp 8 % relativ wenig unterbewertet. Das britische Pfund kommt auf 24 % Unterbewertung gegenüber dem US-Dollar, der japanischen Yen weist ein Minus von 20 % auf, der Euro immerhin noch von 17 % und der kanadische Dollar liegt bei -13 %.

Die Schwäche vieler Währungen gegenüber dem US-Dollar, insbesondere des Euro, wird der US-Präsident sicherlich im weiteren Verlauf des Handelsstreits verwenden und anprangern. In den kommenden Monaten stehen auch weitreichende Verhandlungen mit der EU auf dem Programm, einschließlich einer Diskussion um Autozölle. Die erwarteten Lockerungsmaßnahmen der EZB dürften aus Sicht des US-Präsidenten Öl ins Feuer des Handelsstreits zwischen der EU und den USA gießen. Angesichts der Stärke des US-Dollar wird darüber hinaus der Druck des US-Präsidenten auf die US-Notenbank zunehmen, mehr für die US-Wirtschaft zu tun und über weitere Leitzinssenkungen den US-Dollar zu schwächen und die US-Exportkraft zu stärken.

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Dr. Ulrich Kater
Chefvolkswirt, DekaBank

Der promovierte Volkswirt war von 1995 bis 1999 im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich. Seit 1999 hat er maßgeblich zum Aufbau der Volkswirtschaftlichen Abteilung der DekaBank beigetragen, ist seit 2004 Chefvolkswirt der DekaBank und übernahm 2006 den Vorsitz der Kommission Wirtschaft und Finanzen im Verband Öffentlicher Banken, den er bis heute innehat.

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