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Urteil im Abgasskandal - Klägerin fährt 73.000 km kostenlos Auto und erhält zusätzlich 3.500 EUR / Landgericht Kassel Geschädigte VW Kundin schuldet keinen Nutzungsersatz für die gefahrenen Kilometer

Nachrichtenagentur: news aktuell
13.09.2019, 19:00  |  616   |   |   
Kassel / Trier (ots) -

- Querverweis: Bildmaterial wird über obs versandt und ist
abrufbar unter http://www.presseportal.de/bilder -

Nachdem der Volkswagen Konzern im September 2015 offengelegt hat,
in Millionen von Fahrzeugen der Marken VW, Audi, Seat und Skoda mit
dem Motor des Typs EA189 unzulässige Abschalteinrichtungen eingebaut
zu haben, lässt VW die geschädigten Autokäufer bei der Forderung nach
Schadensersatz ohne gerichtlichen Zwang auch vier Jahre nach
Bekanntwerden des Skandals noch immer "im Regen stehen". Den
betroffenen Autobesitzern bleibt nichts anders übrig, als ihre
Schadensersatzansprüche gegen den Automobilhersteller gerichtlich
durchzusetzen.

Jetzt hat das Landgericht Kassel in einem von der Kanzlei Dr.
Lehnen & Sinnig geführten Verfahren gegen die Volkswagen AG vom
04.09.2019 (Az. 8 O 2320/18) einer geschädigten Autofahrerin - soweit
ersichtlich erstmalig - das rechtliche Maximum an Schadensersatz
zugesprochen.

In dem Verfahren vor dem Landgericht Kassel hatte die Besitzerin
eines VW Touran geklagt. Nachdem sie das Fahrzeug im August 2015 zu
einem Kaufpreis von 21.470 EUR und einer Laufleistung von 5.537 km
gekauft hatte, reichte sie im Dezember 2018 unter Zuhilfenahme einer
auf den Abgasskandal spezialisierten Kanzlei Klage beim Landgericht
Kassel ein. Zwischenzeitlich hatte das Fahrzeug eine Laufleistung von
79.264 km. Neben der Rückzahlung des vollständigen Kaufpreises
forderte die Klägerin auch dessen Verzinsung ab dem Zeitpunkt der
Kaufpreiszahlung in Höhe von 4% pro Jahr. Das Landgericht gab der
Klägerin jetzt Recht.

Die Klägerin sei durch die Volkswagen AG und deren Mitarbeiter
vorsätzlich sittenwidrig getäuscht worden, urteilten die Kasseler
Richter. Die im streitgegenständlichen Fahrzeug verbaute
Abgassoftware sei alleine zu dem Zweck eingebaut worden, die
Abgaswerte des Dieselmotors zu beschönigen und in der Folge dafür zu
sorgen, dass der Motor trotz des Überschreitens der gesetzlich
vorgeschriebenen Grenzwerte eine Euro-5-Zulassung erhalte. Durch das
Verhalten der Volkswagen AG sei der Klägerin auch ein Schaden
entstanden. Die sittenwidrige Handlung der Beklagten habe dazu
geführt, dass die Klägerin bei dem Kauf des streitgegenständlichen
Pkw von falschen Vorstellungen ausgegangen sei. Unschädlich sei, dass
die Klägerin an ihrem Fahrzeug zwischenzeitlich ein Software-Update
habe aufspielen lassen.

Das Landgericht Kassel hat die Volkswagen AG zur Rückzahlung und
Verzinsung des gesamten Kaufpreises verurteilt.

"Außergewöhnlich an dem Urteil des Landgerichts Kassel ist, dass
sich die Klägerin nach der Rechtsauffassung des Gerichts nicht die
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