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Wirtschaft / Finanzen JSR-Wochenrückblick KW 37-2019

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Gastautor: Jörg Schulte
15.09.2019, 18:40  |  8201   |   

Laut einer aktuellen Studie der amerikanischen Notenbank sollen die von den USA ausgelösten Handelsunsicherheiten die Weltwirtschaft rund 850 Mrd. USD kosten!

 

Derzeit notiert der Dow Jones nur rund zwei Prozent unter seinem im Juli erreichten Allzeithoch und der S&P 500 steht ganz knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 3.000 Punkten. Die Technologiebörse Nasdaq schickt sich wieder an die Hürde von 8.000 Punkten heran, was bereits im Juli im Zuge eines neuen Allzeit-Hochs kurzzeitig überwunden wurde.

 

Erstaunliche Stärke eigentlich, wenn man die derzeitigen Belastungsfaktoren den Indexständen gegenüberstellt, die z.B. bei einer deutlich schwächelnden Weltwirtschaft beginnt, sich über einen drohendes Brexit-Chaos, Proteste in Hongkong, Atomkonflikt mit dem Iran herzieht und irgendwo beim allgegenwärtigen Zollstreit zwischen China und den USA endet. Während Anfang 2008 die globale Industrieproduktion laut Anastassios Frangulidis, Chefstratege bei Pictet Asset Management, noch um 4 % gewachsen wäre, läge sie heute nur noch zwischen 0,6 % und 0,7 %. Das bedeutet, dass die anhaltenden geopolitischen und konjunkturellen Unsicherheiten längst ihre Wirkung in der Wirtschaft entfalten!

 

Dazu passt auch der US-Einkaufsmanager-Index der vergangenen Jahre. Mit dem neuen Rückgang um 2,1 Punkte auf nur noch 49,1 Punkte ist, der vom Institute for Supply Management berechnete und viel beachtete Index nicht nur unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten, sondern auch auf den tiefsten Stand seit drei Jahren gerutscht. Unterhalb von 50 Punkten steigt sogar die Sorge einer Rezession.

 

Besonders schwach zeigten sich auch die Teilindizes zu den Auftragseingängen und dem Arbeitsmarkt. Als Grund für die schlechte Stimmung wird immer wieder der Handelsstreit zwischen den USA und China genannt, bei dem zum 1. September wieder auf beiden Seiten neue Zölle in Kraft getreten sind (15 % auf chinesische Importe im Wert von 110 Mrd. USD und chinesische Zölle in Höhe von 5 bis 10 % auf eine Reihe von US-Waren). Auch wenn zuletzt eine Wiederaufnahme persönlicher Gespräche im Oktober in Aussicht gestellt wurde, scheinen die Fronten noch weiter stark verhärtet zu sein.

 

Laut einer aktuellen Studie der amerikanischen Notenbank sollen die von den USA ausgelösten Handelsunsicherheiten die Weltwirtschaft rund 850 Mrd. USD kosten! Die amerikanische Notenbank geht davon aus, dass der Zollstreit das Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts rund 1 % kosten wird. Die globale Wirtschaftsleistung wird von der FED derzeit mit rund 85 Bio. USD berechnet.

 

Während Donald Trump weiterhin versucht die FED unter Druck zu setzten, die Zinsen zu senken, hat es die EZB unter dem ausscheidenden Präsidenten Draghi getan. Auf Twitter „lobte“ Trump die EZB für ihren Erfolg bei der Abwertung des Euro gegen den US-Dollar, während die FED nur untätig „sitzt und sitzt, und sitzt“.

 

Vollgeladen hat Draghi die ‚Zins-Bazooka‘ mit einem neuen, massiven Anleihekaufprogramm im Volumen von 20 Mrd. EUR pro Monat und einem gesenkten Basiszinssatz um weitere 0,1 % auf nunmehr 0,5 %. Das heißt, dass Banken für ihre Einlagen bei der EZB diesen Strafzins bezahlen müssen. Nur logisch wäre, wenn die Banken die „höheren Kosten“ in Form von Gebührenerhöhungen und/oder Negativzinsen auf ihre Kunden umlegen.

 

Zudem werden neue, langfristige ‚TLTRO‘-Kredite, sogenannte ‚Targeted Longer-Term Refinancing Operations‘ an die Banken vergeben, was nichts anderes bedeutet, als dass die EZB eine „Prämie“ bezahlt, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Der geschätzte ehemalige Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn sagte dazu, das sei eine verbotene Subventionspolitik zur Stützung von Zombie-Banken und konkursgefährdeten Staaten.

 

In den vergangenen Tagen strauchelte hingegen der „Sichere Hafen der Edelmetalle“ etwas. Konnte der Goldpreis noch etwa vor zwei Wochen ein neues 6-Jahres-Hoch bei rund 1.555,- USD je Unze erklimmen, fiel der Preis für das gelbe Edelmetall vergangenen Dienstag wieder auf ein Vierwochentief bei rund 1.485,- USD je Unze zurück. Nun taucht natürlich die Frage auf, ist die nötige, bereinigende Korrektur im Edelmetallsektor bereits beendet?

 

Händlerangaben zufolge sei die Nachfrage nach dem „sicheren Hafen Gold“ etwas zurückgegangen, nachdem beide Seiten im US-chinesischen Handelskonflikt bestätigt haben, die Handelsgespräche im Oktober wieder aufnehmen zu wollen. Laut der Homepage der People’s Bank of China (PBoC) betrugen Chinas Goldreserven per Ende August 62,45 Mio. Unzen, nach 62,26 Mio. einen Monat zuvor. Das bedeutet einen Zuwachs von lediglich 5,91 Tonnen Gold, während seit Dezember 2018 durchschnittlich 11,75 Tonnen pro Monat gekauft wurden. Einige Marktkenner gehen aber bereits jetzt wieder von steigenden Notierungen aus.

 

So z.B. die Analysten der Citigroup. Ihrer Meinung zufolge könnte Gold in den kommenden zwei Jahren die Marke von 2.000,- USD pro Unze überwinden. Als Gründe führen die Experten neben dem Risiko einer globalen Rezession auch die Möglichkeit einer Nullzinspolitik der US-Notenbank an.

 

Gute Nachrichten gab es allerdings wieder von den Unternehmen, über die wir regelmäßig berichten. Die aus Redaktionssicht interessantesten Nachrichten finden Sie hier:

 

Ashgrove bestellt weitere EnWave-Maschine und Osisko erhöht seinen Silbestream von Mantos Copper

Die Bestellung einer weiteren Maschine unterstreicht die gelungene Markteinführung des Käse-Snackprodukts ‚Amazeballs‘ und Sean Roosen ist vom langfristigen Erfolg des Projektes überzeugt.

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White Gold entdeckt neues hochgradiges Areal

Doch nicht nur von ‚Titan‘ kann berichtet werden.

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Auryn setzt auf Fremdkapital statt Aktienverwässerung zur Weiterentwicklung seiner Projekte

Der Überbrückungskredit besteht aus zwei Tranchen zu je 3 Mio. CAD, wobei die erste Tranche zum Stichtag um den 12. September 2019 zugeteilt wird.

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First Cobalt und Glencore erreichen wichtigen Meilenstein

Auf dem Weg zur einzigen Kobalt-Raffinerie in Kanada arbeiten der Rohstoffkonzern Glencore und First Cobalt eng zusammen!

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Borlöcher von TerraX verdoppeln Goldmineralisierung und Aurania entdeckt weitere Lagerstätten

TerraX Minerals Goldmineralisierung befindet sich in 100 - 200 m breiten Scherzonenstrukturen mit starker Serizitveränderung und Aurania konnte bisher über 20 Zielgebiete entdecken.

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EnWave mit Japan-Deal und U.S. Gold Corp. übernimmt Explorer in Nevada

U.S. Gold Corp. übernimmt auch die Erwerbsoption am ‚Maggie Creek‘-Projekt Orevada Metals und EnWave schließt zweiten Deal in Japan mit Maschinenverkauf ab!

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Viele Grüße

Ihr

Jörg Schulte

 

 

 

 

 

 

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Disclaimer: Alle im Bericht veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche. Die Informationen stellen weder ein Verkaufsangebot für die besprochenen Aktien, noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Dieser Bericht gibt nur die persönliche Meinung von Jörg Schulte wider und ist auf keinen Fall mit einer Finanzanalyse gleichzustellen. Bevor Sie irgendwelche Investments tätigen, ist eine professionelle Beratung durch ihre Bank unumgänglich. Den Ausführungen liegen Quellen zugrunde, die der Herausgeber und seine Mitarbeiter für vertrauenswürdig erachten. Für die Richtigkeit des Inhalts kann trotzdem keine Haftung übernommen werden. Für die Richtigkeit der dargestellten Charts und Daten zu den Rohstoff-, Devisen- und Aktienmärkten wird keine Gewähr übernommen. Die Ausgangssprache (in der Regel Englisch), in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle, autorisierte und rechtsgültige Version. Diese Übersetzung wird zur besseren Verständigung mitgeliefert. Die deutschsprachige Fassung kann gekürzt oder zusammengefasst sein. Es wird keine Verantwortung oder Haftung: für den Inhalt, für die Richtigkeit, der Angemessenheit oder der Genauigkeit dieser Übersetzung übernommen. Aus Sicht des Übersetzers stellt die Meldung keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar! Lesen Sie hier - https://www.js-research.de/disclaimer-agb/-. Bitte beachten Sie auch, falls vorhanden, die englische Originalmeldung.

 

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