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Leitzinssenkung der Fed – wieder nur ein Versicherungsschritt

Gastautor: Sven Weisenhaus
20.09.2019, 09:23  |  775   |   |   

Die US-Notenbank hat die Markterwartungen erfüllt und vorgestern den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Range von 1,75 % bis 2,00 % gesenkt. Im Statement dazu fand man zunächst nur einen vagen Grund für diesen Lockerungsschritt. So gab es im ersten Absatz lediglich die Änderung, dass die Ausgaben der privaten Haushalte stark gestiegen sind, sich die Anlageinvestitionen und die Exporte der Unternehmen aber abgeschwächt haben. War dies der Notenbank bereits ausreichend für eine zweite Leitzinssenkung binnen weniger Wochen?

Statement zum Zinsentscheid fast unverändert

Im zweiten Absatz, in dem die Leitzinssenkung bekannt gegeben wurde, hat sich jedenfalls gegenüber dem Juli-Statement, in dem die erste Leitzinssenkung seit der Finanzkrise beschlossen wurde, nichts geändert. Auch der dritte Absatz war vollkommen unverändert. Der vierte Absatz, mit dem der Ausschuss im Juli angekündigt hatte, den „Abbau seiner gesamten Wertpapierbestände auf dem System Open Market Account im August zwei Monate früher als zuvor angegeben“ abzuschließen, wurde natürlich ersatzlos gestrichen.

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Ansonsten war dem Statement lediglich zu entnehmen, dass die FOMC-Mitglieder Esther George und Eris Rosengren dem Zinsentscheid erneut nicht zustimmten und für eine unveränderte Federal Funds Rate plädierten, während James Bullard dagegen sogar eine Zinssenkung um 50 Basispunkte auf 1,50 % bis 1,75 % befürwortete.

Fed-Projektionen kaum verändert

Auch aus den aktualisierten Fed-Projektionen lässt sich kein klarer Grund für die erneute geldpolitische Lockerung der Fed herauslesen. Denn demnach erwartet die US-Notenbank für dieses Jahr weiterhin ein solides Wachstum der US-Wirtschaft. Die BIP-Projektionen wurden sogar leicht von 2,0 - 2,2 auf 2,1 - 2,3 Prozent angehoben. Für 2020 gab es nur eine minimale Reduzierung bzw. eher eine Konkretisierung von 1,8 - 2,2 auf 1,8 - 2,1 Prozent.

Fed-Projektionen
(Quelle: www.federalreserve.gov) Zinserwartungen der FOMC-Mitglieder (Dot Plots)

Die erwartete Spanne der Arbeitslosenquote hat man ebenfalls nur eingeengt und damit konkretisiert, ebenso die Erwartungen zur (Kern-)Inflation.

Wieder nur ein Versicherungsschritt?

Ich bleibe daher bei meiner Ansicht, dass die erneute Leitzinssenkung nicht zwingend erforderlich war. Passend dazu hat Jerome Powell in der Pressekonferenz auch mitgeteilt, dass das wahre Problem nicht die Wirtschaftsentwicklung an sich sei, sondern die signifikanten Risiken für den Ausblick. Denn die Auswirkungen des Handelskonflikts seien schwer zu quantifizieren und es sei sehr schwierig, einzuschätzen, wie sich Handel und Wirtschaft auf Sicht der kommenden zwölf Monate entwickeln würden. Man habe daher die Zinsen gesenkt, um die Wirtschaft stark zu halten und als Absicherung gegen Risiken, so Powell. Schon der Schritt im Juni wurde als Versicherungsschritt bezeichnet.

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