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ROUNDUP Überlebenskampf von Thomas Cook spitzt sich zu - Hoffen auf Staatshilfe

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
21.09.2019, 15:05  |  660   |   |   

LONDON (dpa-AFX) - Der Überlebenskampf des Reiseveranstalters Thomas Cook spitzt sich Medienberichten zufolge weiter zu. Das britische Unternehmen mit Marken wie Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor habe inzwischen die Regierung in London um Finanzhilfe gebeten, berichteten die Fernsehsender BBC und Sky News am Freitagabend und am Samstag. Die Thomas-Cook-Führung um Konzernchef Peter Fankhauser feilt mit Banken und Investoren seit Monaten an einem Rettungspaket von inzwischen 1,1 Milliarden britischen Pfund (1,25 Mrd Euro). Dem Konzern droht sonst bald das Geld auszugehen.

"Es wird weiter hart verhandelt", sagte ein Konzernsprecher am Samstag, äußerte sich aber nicht zu Details. Geplant sei weiterhin, die Rekapitalisierung bis Mitte Oktober umzusetzen. Unterdessen versucht Thomas Cook, verunsicherte Urlauber zu beruhigen. "Alle Flüge der Thomas Cook Airlines sind davon nicht betroffen und finden normal statt", schrieb das Unternehmen auf Twitter. Die Rekapitalisierung solle finanzielle Stabilität für die Zukunft bringen. Die konzerneigenen Fluggesellschaften gelten als Gewinnbringer von Thomas Cook. Sorgenkind ist vor allem das britische Veranstaltergeschäft.

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Sky News zufolge schließt die britische Regierung einen Staatskredit für Thomas Cook zwar nicht aus, sieht diese Option aber in weiter Ferne. Der Konzern hatte am Freitag bestätigt, dass er zusätzlich zu dem ausgehandelten Rettungspaket von 900 Millionen Pfund versucht, weitere 200 Millionen Pfund für die reise- und damit finanzschwache Wintersaison zu bekommen.

Insidern zufolge haben beteiligte Banken - darunter die in der Finanzkrise verstaatlichte Royal Bank of Scotland - diesen Puffer gefordert. Das Geld soll sich Thomas Cook aber woanders besorgen. Ein Hedgefonds, der als Geldgeber im Spiel war, habe jedoch inzwischen abgewinkt, meldete Sky News. Auch über einen schnellen Verkauf des Nordeuropa-Geschäfts werde wieder nachgedacht, um dem Konzern frisches Geld zu beschaffen.

Zum Ende der Sommersaison befinden sich noch immer hunderttausende Kunden mit Thomas Cook in Urlaub. Laut Medienberichten sollen es 600 000 sein, davon etwa 150 000 aus Großbritannien. Bei einer Insolvenz müssten sie mit großem Aufwand zurückgeholt werden.

Während bei Pauschalreisenden aus Deutschland im Fall einer Insolvenz des Veranstalters ein Versicherer einspringt, bezahlt in Großbritannien der Staat für die Rückholung gestrandeter Urlauber aus dem Ausland. Daher müsste die britische Regierung im Fall einer Insolvenz des Konzerns Medienberichten zufolge mit Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Pfund rechnen.

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