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Zukunftsmarkt Fleischersatz Wie die „Börsen-Oma“ und „Mr. DAX“ Beyond-Meat und Co einschätzen

24.09.2019, 12:21  |  15105   |   |   

Fleischersatzprodukte sind ein Megatrend. Der Markt für tierfreies Fleisch befindet sich aber noch in den Kinderschuhen, bietet aber gleichzeitig hohe Wachstums-Chancen. So schätzen „Mister DAX", Dirk Müller, und Deutschlands bekannteste „Börsen-Oma“, Beate Sander, den Veggie-Trend für Börsianer ein:

Dirk Müller, bekannt auch als „Mister DAX“, erklärte exklusiv gegenüber wallstreet:online: „Fleischersatzprodukte sind einer der Megatrends der kommenden Jahre. Wir haben dazu selbst im Mai eine Cashkurs-Trends Studie „Peak Meat?- Wie wir uns in Zukunft ernähren werden“ herausgegeben. Ein Milliardenmarkt der Zukunft. Doch wie immer sind die First-Mover nicht zwingend die langfristigen Erfolgsfirmen. Beyond Meat ist stark überhypt, da es schlicht noch zu wenige Anbieter gibt, stürzt sich jeder Anleger, der an dem Thema interessiert ist, auf dieses eine Unternehmen. Es werden Konkurrenten zu Hauf aufkommen, die Preise und Margen drücken. Wer am Ende übrig bleibt und Erfolg hat, ist noch vollkommen offen. Der zu erwartende Preiskampf macht aber wenig Hoffnung, dass der derzeitige Bewertungswahnsinn von Beyond Meat berechtigt sein könnte.“

Beate Sander (81), Deutschlands bekannteste Börsen-Oma und Millionärin durch Aktien, sieht den Veganer- und Veggie-Trend kritischer. Exklusiv gegenüber wallstreet:online erklärte sie : „Ich schätze den derzeitigen Veganer-Trend als übertrieben ein, spiegelt er doch eher eine Art Glaubensbekenntnis bzw. Lebensphilosophie wider - das kann auch schnell wieder vorbei sein. Im Hinblick auf den Klimawandel mit den sich schon jetzt häufenden immer schlimmeren Naturkatastrophen ist es vernünftig und gesund, nur wenig Fleisch und Wurst zu verzehren, im Idealfall zweimal wöchentlich und auch dann nicht in allzu großer Menge. [. . .] Müssen Fleisch- und Wurstersatzprodukte wirklich sein? Ich würde schon wegen fehlender Sympathie die Aktie von Beyond Meat nicht kaufen, zumal Nestlé und viele Eigenmarken von Supermärkten und Discountern vegetarische und vegane Kost viel preiswerter anbieten.“

Tatsächlich wollen immer mehr Nachahmer am Erfolg von Beyond Meat – die Aktie gewann innerhalb von sechs Monaten mehr als 121 Prozent hinzu – teilhaben. Mehr und mehr etablierte Lebensmittelkonzerne wie z. B. Nestlé oder auch Supermarktketten wie Lidl oder Aldi drängen in den Markt für Fleischersatzprodukte. Kürzlich brachten sogar McDonalds und Burger King eigene Fleischlos-Burger auf den Markt. Jan Wirsam, BWL-Professor an der HTW Berlin, erklärte gegenüber dem Handelsblatt: „Wenn ein Pionier extrem erfolgreich ist, drängen viele Nachahmer – vor allem auch große Spieler – in einen Zukunftsmarkt“ Und weiter: „Anleger sollten genau überlegen, was das für Beyond Meat bedeutet, wenn sich die großen Fleischkonzerne zu Proteinproduzenten wandeln.“

In Deutschland ist beispielsweise der Fleischproduzent Rügenwalder Mühle Marktführer für Fleischersatzprodukte. Bereits vor fünf Jahren brachte die Firma aus dem niedersächsischen Bad Zwischenahn die erste vegetarische Wurst auf den Markt. Heute machen Fleischersatzprodukte rund 40 Prozent des Umsatzes aus, berichtet Das Erste.

Innerhalb von fünf Jahren hat sich der Umsatz mit Fleischersatzprodukten in Deutschland mehr als verdoppelt: 2014 lag er noch bei 108,8 Millionen US-Dollar. 2019 sind es bereits 229,3 Millionen US-Dollar. Für 2020 prognostizieren Experten von statista einen Gesamtumsatz von 255,6 Millionen US-Dollar für Deutschland. Für 2040 rechnet die Unternehmensberatung AT Kearney bei veganen Fleischersatzprodukten mit einem globalen Umsatz von 450 Milliarden US-Dollar. Noch größer soll der globale Markt für Fleisch aus dem Labor sein: 630 Milliarden US-Dollar soll er bereits 2040 schwer sein, berichtet das Handelsblatt. Bisher gebe es in diesem Bereich nur wenige Pionierunternehmen wie beispielsweise Mosa Meat oder Memphis Meat.

Grundsätzlich stellt sich aber die Frage, ob hochprozessierte Fleischersatzprodukte oder gar Fleisch aus dem Labor sinnvoll für die Gesundheit und den Klimaschutz sind. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) erklärt: „Weder haben die Fleischalternativen automatisch einen günstigen Nähr- und Gesundheitswert, noch sind sie per se die klimafreundlichere Wahl. Oft kommen ihre Rohstoffe von weit her und werden unter ungünstigen Bedingungen für die Umwelt gewonnen. [. . .] Dazu kommt der hohe Verarbeitungsgrad der Produkte. Der verschlechtert nicht nur die Klimabilanz, sondern auch den Nährwert.“ Das BZfE rät: „Auch beim Kochen ohne Fleisch gilt: so viele unverarbeitete Lebensmittel wie möglich.“

Autor: Ferdinand Hammer


Einen interessantes Fondsdiscount-Interview mit Philip Terwey, Partner des Vermögensverwalters GS&P, zu Beyond Meat und Nestlé finden sie HIER.

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