Nach Teamviewer-IPO: Was haben die anderen deutschen Börsenneulinge drauf?

Gastautor: Armin Brack M.A.
30.09.2019, 11:57  |  2945   |   |   

Lieber Geldanleger,

 

während in den USA (noch) ein Unternehmen nach dem nächsten an die Börse geht, herrscht hierzulande relative Flaute - und das im Prinzip schon seit Jahren. Zuletzt hat der dänische Arzneimittel-Importeur Abacus Medicine den Gang aufs Parkett erneut verschoben.

Schon im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen sein IPO geplant, dieses aber abgeblasen. Auch der Automatisierungsspezialist Onoff machte kurz vor dem geplanten Börsengang einen Rückzieher und will das Vorhaben vorerst verschieben.

Teamviewer ist hier mit seinem erfolgreichen ersten Anlauf fast schon eine Ausnahme (Mein Video zu Teamviewer gibt es hier...).

Nachfolgend ein Überblick wie die letzten deutschen IPOs performt haben und meine Einschätzung zu den Werten.

In den letzten 52 Wochen wagten vor Teamviewer ganze fünf weitere Unternehmen aus der DACH-Region, also aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, den Sprung in die Öffentlichkeit. Wobei eigentlich waren es nur vier, denn Haier Smart Home war ein Zweitleistung. Das Unternehmen ist schon Jahrzehnte in Shanghai börsennotiert.

Hier die Bilanz:

Nicht ein IPO weist eine positive Performance auf. Teamviewer befindet hat also scheinbar reichlich schlechte Gesellschaft mit dem verpatzten Börsenstart. Doch so schlecht wie es auf den ersten Blick scheint, sind die Neuankömmlinge nicht:

Am besten schlägt sich bisher Frequentis, ein IT-Dienstleister, der seit 14. Mai am prime market der Wiener Börse notiert ist. Der Kurs hält sich nahe am Ausgabepreis von 18,00 Euro. Frequentis hat seinen Sitz in Wien/Österreich und bietet sehr komplexe Kommunikations- und Informationssysteme für Leitzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben. Das Geschäft unterteilt man in die beiden Bereiche zivile und militärische Flugsicherung (z.B. Luftraumkontroll-Behörden in aller Welt) sowie Öffentliche Sicherheit und Transport für Polizei, Rettungsdienste, Schifffahrt und Bahn.

Das klingt wenig spektakulär, der Kursverlauf war es ebenfalls nicht. Trotzdem hat das Papier seinen Reiz:

Frequentis hat über 30 Jahre hinweg überdurchschnittliche Wachstumsraten in seinen Zielmärkten erreicht - und das mit hoher Konstanz. Lediglich die Extremereignisse 9/11 sowie die Finanzkrise in 2008 haben den Wachstumspfad kurz unterbrochen, aber selbst da blieb das Unternehmen immer profitabel.

Im Geschäftsjahr 2018 stieg die Gesamtleistung um 7 Prozent auf 293,9 Mio. Euro und der operative Gewinn (EBIT) überproportional um 9 Prozent auf 15,6 Millionen Euro. Das sind nun nicht gerade spektakuläre Wachstumsraten und auch die Gewinnmargen sind für ein Softwareunternehmen eher unterdurchschnittlich, aber eine Rendite von > 10 Prozent auf das eingesetzte Kapital (ROIC) kann sich trotzdem sehen lassen. Und vor allem: Durch den Nettomittelzufluss von 20,2 Mio. Euro aus dem IPO ist das Familienunternehmen, das inzwischen global aktiv ist, mit einer hohen Nettoliquidität nun gut gerüstet für kleinere Zukäufe.

Mein Fazit: Frequentis bietet eine ausgewogene Kombination aus innovativer Technologie und solidem Wachstum. Es gibt hohe Markteintrittsbarrieren im Sektor, die die Marktstellung der Österreicher gut schützt. Mit einem 2019er-KGV von 19 und einem Enterprise Value-Umsatz-Verhältnis von nur 0,6 ist die Aktie alles andere als teuer. Für langfristig orientierte Anleger ist die Aktie ein Kauf bis 18 Euro.

*Dieser Text ist ein Auszug aus meinem kostenfreien Geldanlage-Report.*

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Hinweispflicht nach §34b WpHG: Die Geldanlage-Report-Redaktion ist in den genannten Wertpapieren / Basiswerten zum Zeitpunkt des Publikmachens des Artikels nicht investiert. Es können daher keine Interessenskonflikte vorliegen. Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

Viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage wünscht Ihnen

Ihr Armin Brack
Chefredakteur Geldanlage-Report
www.geldanlage-report.de

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