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Royal Dutch Shell macht sich fit für die Zukunft

Royal Dutch Shell macht sich fit für die Zukunft

Gastautor: Hussam Masri
07.10.2019, 10:04  |  3637   |   |   

Werbung. Die aktuellen Entwicklungen in Richtung alternativer Antriebe und innovativer Mobilitätskonzepte sowie die zunehmend günstige Energieerzeugung durch Wind und Sonne lassen auch die großen Ölkonzerne umdenken. Royal Dutch Shell präsentiert sich hierbei besonders ambitioniert und hat im Jahr 2016 seinen Geschäftsbereich "New Energies" gegründet. Dieser konzentriert sich auf neue Kraftstoffe sowie auf Strom, wobei die gesamte Wertschöpfungskette von der Stromerzeugung über den Handel bis hin zur Versorgung der Endkunden abgedeckt werden soll. Nach Aussagen des Managements will Royal Dutch Shell gar der größte Stromversorger der Welt werden. Gemessen an derart hochgesteckten Zielen wirken die vorläufigen Investitionen bis 2020 mit jährlich ein bis zwei Mrd. US-Dollar jedoch winzig. Mehr als 30 Unternehmen mit Tätigkeitsfeldern wie Energiemanagement, Ladeinfrastruktur, Wasserstoff und Biokraftstoffen wurden bereits weltweit übernommen. Dazu gehörte im laufenden Jahr auch der Solarspeicherhersteller Sonnen aus Bayern, dessen Kaufpreis in Medienberichten auf 400 bis 500 Mio. Euro geschätzt wird. Perspektivisch sollen erneuerbare Energien und speziell das Stromgeschäft zu einem gleichberechtigten Teil von Royal Dutch Shell heranwachsen. Diese neue Säule des Konzerns soll bis zum Jahr 2035 einen erheblichen Umsatzanteil von 30 Prozent erreichen.

Die Sparte Integrated Gas, zu der vorerst auch die erneuerbaren Energien gehören, musste im zweiten Quartal des laufenden Jahres allerdings einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Maßgeblich ist hier das Geschäft mit verflüssigtem Erdgas (LNG), das der Konzern mit der Milliardenübernahme der britischen BG Group im Jahr 2016 stark ausgebaut hat. Sinkende Gaspreise führten zu einem Rückgang des Spartengewinns um gut ein Viertel im Vorjahresvergleich auf 1,73 Mrd. US-Dollar. Zudem verdiente Royal Dutch Shell mit seinen Downstream-Aktivitäten, also der Verarbeitung, der Petrochemie, dem Handel und dem Vertrieb insbesondere aufgrund geringerer Raffineriemargen 19 Prozent weniger als im Vorjahr. Und auch im Upstream-Geschäft, das die Exploration und Förderung umfasst, nahm das Ergebnis bei sinkenden Rohölpreisen deutlich ab. Insgesamt lagen die Quartalszahlen weit unter den Analystenerwartungen. Demnach sank das bereinigte Nachsteuerergebnis zu Wiederbeschaffungskosten im Vorjahresvergleich um 26 Prozent auf 3,46 Mrd. US-Dollar. Die Konsensprognosen von Analysten hatten hingegen bei 4,93 Mrd. US-Dollar gelegen. Dennoch blieb der Vorstandvorsitzende Ben van Beurden betont zuversichtlich und lobte die gute Cash-Flow-Performance trotz niedriger Gaspreise und der Herausforderungen im Raffinerie- und Chemiebereich. Nach 9,5 Mrd. US-Dollar im Vorjahresquartal konnte Royal Dutch Shell den operativen Cash-Flow auf 11 Mrd. US-Dollar im Zeitraum April bis Juni 2019 steigern. Da der Energieriese seit 1945 als besonders zuverlässiger Dividendenzahler gilt und bis Ende 2020 eigene Aktien im Umfang von mindestens 25 Mrd. US-Dollar zurückkaufen will, steht ein möglichst hoher Cash-Flow auch bei Analysten stark im Fokus.

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Hussam Masri
Managing Director Produktmanagement, Product Sales und Produktmarketing, DekaBank

Hussam Masri verantwortet als Bereichsleiter das Produkt- und Marktmanagement der Deka-Gruppe. Er zeichnet in dieser Funktion für die Produktentwicklung und das Produktmanagement der Wertpapier-Publikumsfonds, Vermögensverwaltungs- und Altersvorsorgeprodukte und Zertifikate sowie für die Vertriebsunterstützung verantwortlich. Hussam Masri hat maßgeblich dazu beigetragen, das Fondsgeschäft der DekaBank erfolgreich auszubauen und das Zertifikategeschäft der Deka in wenigen Jahren auf eine marktführende Position zu entwickeln. Der Diplom-Betriebswirt und Finanzökonom (ebs) verfügt insgesamt über fast 20 Jahre Produkt- und Vertriebserfahrung.

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