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Sofortrenten in der Kritik: Plus für das Alter

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
11.10.2019, 09:40  |  438   |   |   
Wer seine Rente zu niedrig findet, muss sich nicht allein auf den Staat verlassen. Aus bereits vorhandenem Vermögen kann eine lebenslange Sofortrente fließen. Doch die Verbraucherzentrale kritisiert die hohen Abschlusskosten.Die Deutschen empfinden die Rentenlücke als reale Gefahr. 80 Prozent glauben, dass ihre Altersbezüge nicht reichen, um den Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Das zeigt eine Umfrage des Robo-Advisors Visualvest, einer Tochtergesellschaft von Union Investment.
Um die gesetzliche Rente aufzustocken, setzen künftige Empfänger vermehrt auf private Zusatzversicherungen. Im Jahr 2018 zahlten Lebensversicherer rund 8 Milliarden Euro als laufende Renten aus Hauptversicherungen aus. Das entspricht einem Anstieg um 4,3 Prozent zum Vorjahr, berichtet der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
Eine Möglichkeit, Altersbezüge schnell zu erhöhen, sind Sofortrenten. Die Auszahlung beginnt direkt nach Vertragsabschluss. Voraussetzung ist, dass Versicherungsnehmer den Beitrag auf einmal zahlen. Die Höhe der Summe bestimmt dann die Höhe der Rente. Das Geld kann aus einer Erbschaft oder einer ausgezahlten Lebensversicherung stammen. Die laufende Verzinsung von Sofortrenten setzt sich aus dem Garantiezins und der Überschussbeteiligung zusammen. Der Garantiezins wird vom Bundesfinanzministerium festgelegt und liegt seit Anfang 2017 für Neuverträge bei 0,9 Prozent. Die Überschussbeteiligung legen Assekuranzen je nach Wirtschaftslage und Erfolg ihrer Investitionsstrategie fest.
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat in einer Stichprobe die Kosten von Sofortrenten unter die Lupe genommen. Geprüft hat sie Angebote der HDI Lebensversicherung, der Alten Leipziger Lebensversicherung, der Württembergischen Lebensversicherung, der Lebensversicherung von 1871 und der Allianz Lebensversicherung. Im Modellfall will eine 65-jährige Person 50.000 Euro verrenten lassen. Die Rente soll teildynamisch sein, dementsprechend steigen die Rentenzahlungen mit der Zeit. Einen Versicherungs- oder Hinterbliebenenschutz gibt es nicht. Das Ergebnis: Die Versicherungen berechnen bis zu 6 Prozent Abschluss- und Vertriebskosten auf den Verrentungsbetrag.

Für Lebensversicherungen und Ansparrenten dürfen Assekuranzen nur noch Abschluss- und Vertriebskosten in Höhe von 2,5 Prozent der Beitragssumme berechnen – verteilt auf die ersten fünf Jahre. So will es der Gesetzgeber. "Verbraucher mit einer Sofortrente werden gegenüber denjenigen mit einer klassischen Lebens- oder Rentenversicherung spürbar benachteiligt", kritisiert Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg.
Geringer Anteil im Neugeschäft
Was sagen Versicherer zu den Vorwürfen? "Wir bewegen uns im gesetzlichen Rahmen. Der Anteil von Sofortrenten an unserem Neugeschäft ist gering. Gerade einmal ein Dutzend Vermittler hat bei uns Kunden für Sofortrenten", heißt es von der Lebensversicherung von 1871. Matthias Sattler, Vertriebsleiter der Alten Leipziger Lebensversicherung, verweist auf Beratungskosten, die beim Abschluss von Sofortrenten entstehen: "Ist Hilfe unerwünscht, bieten wir auch Nettotarife an. Im Modellfall der Verbraucherzentrale für die 65-jährige Person, die 50.000 Euro verrenten will, entstehen dann einmalige Kosten in Höhe von nur 268 Euro. Das Risiko liegt beim Kunden."
Beratung steigert Kosten
Experten der Allianz Lebensversicherung nehmen Bezug auf die Gesamtkostenquote ihrer Sofortrente, um sich gegen die Kritik der Verbraucherzentrale zu wehren: "Will eine 65-jährige Person für 20 Jahre 50.000 Euro verrenten lassen, beläuft sich die Summe auf nur 0,59 Prozent", heißt es von der Assekuranz. Die Gesamtkostenquote einer Versicherung zeigt, wie Kosten die jährliche Rendite mindern.
Die HDI Versicherung kritisiert ihrerseits die Methodik der Verbraucherschützer: "Sie vergleichen nur Kosten und berücksichtigen keine Leistungen. Entscheidend ist jedoch, mit welchen Leistungen Kunden rechnen können." Außerdem erlaube eine Stichprobe unter fünf Gesellschaften von über 80 Lebensversicherern kein umfassendes Urteil. Auch hinke der Vergleich zwischen Sofortrenten und aufgeschobenen Lebensversicherungen, da die Produkte unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen. Bei der aufgeschobenen Rentenversicherung zahlen Versicherte im Gegensatz zur Sofortrente über Jahre regelmäßig Beiträge. Das angesparte Kapital schütten Versicherungen ab vereinbartem Rentenbeginn aus.

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