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Mehr Risiken als Chancen! QIAGEN: Ciao, Peer M. Schatz

Gastautor: Volker Glaser
18.10.2019, 00:56  |  2022   |   |   

Nach fast 30 Jahren bei Qiagen hat Peer M. Schatz überraschend seinen Rücktritt erklärt. Schatz trat im Jahr 1993 als Investor Relations Manager und CFO seinen Job bei Qiagen an, um dann später CEO des Unternehmens zu werden. Die Bilanz von Schatz ist nicht schlecht, aber auch alles andere als überragend. Natürlich ist Qiagen in den letzten 20 Jahren mit guten Margen ordentlich gewachsen. Der Börsenwert von mehr als 5 Mrd. Euro ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern.

Beim Wachstum ist zu beachten, dass Qiagen immer eifrig über teure Zukäufe gewachsen ist, die sich nicht immer bezahlt gemacht haben. Zudem war Schatz Weltmeister in Sachen Bereinigungen, die uns schon länger erheblich gestört haben. Im Vergleich zum Biotech- und Pharmasektor ist die Bilanz von Schatz ebenfalls kein Highlight. Auch hier: Nicht wirklich schlecht, aber auch alles andere als gut. Im Zeitraum von 10 Jahren hat sich die Aktie lediglich um 62 % verteuert. Auf Sicht von 5 Jahren liegt das Kursplus bei über 36 % und auf Sicht von 3 Jahren ist die Aktienperformance ausgeglichen. Unter diesen Parametern hat sogar MorphoSys und Evotec erheblich besser abgeschnitten als Qiagen. Qiagen wurde immer wieder von vielen Investoren über den Klee gelobt. So richtig nachvollziehbar ist das aber nicht. Das Unternehmen hat des Öfteren die Anteilseigner enttäuscht und ab und an vollmundige Prognosen kommuniziert, die am Ende nicht erreicht wurden. Offenbar hat Schatz nunmehr persönlich die Konsequenzen gezogen und seinen Rücktritt erklärt. Es zwängt sich die Frage nach der Notwendigkeit auf, ob er nunmehr Berater des Aufsichtsrats sein muss.

Schatz präsentierte vergangene Woche schwache Zahlen und eine große Enttäuschung bei einem seiner Kernthemen und Wachstumsfelder: Die Aktivitäten im Bereich Next-Generation-Sequencing (NGS). Anstatt in dem Bereich selbst großes Wachstum zu erzielen, verkündete Qiagen über einen Zeitraum von 15 Jahren eine strategische Partnerschaft mit Illumina zur Entwicklung von NGS-Technologien für die klinische Entscheidungsfindung. Die eigenen Entwicklungsaktivitäten werden auf diese Zusammenarbeit konzentriert. Bestehende Kunden des GeneReader NGS Systems, werden noch unterstützt, aber die laufenden Aktivitäten zur Entwicklung von NGS-bezogenen Instrumenten „ausgesetzt“. Zudem will das Unternehmen die „Global Operations Organisation“ auf eine regionale Fertigungsstruktur umstellen. In diesem Zusammenhang rechnet das Unternehmen mit einem Sanierungsaufwand vor Steuern von sage und schreibe 260 bis 265 Mio. US-Dollar. Der Aufwand beinhaltet etwa bis zu 200 Mio. US-Dollar nicht zahlungswirksame Posten, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Entscheidung über die Entwicklung von NGS-Instrumenten stehen. Mit anderen Worten: Schatz ist mit den eigenen Aktivitäten bei NGS gescheitert. Inwiefern sich die Kooperation mit Illumina in der Zukunft auf das Zahlenwerk auswirken wird, hat das Unternehmen offengelassen. Wir würden an der Stelle aber keine großen Wunder erwarten.

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