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Sollte man nach dem Muddy Waters-Leerverkauf jetzt die CORESTATE Capital-Aktie verkaufen?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
19.10.2019, 08:28  |  1205   |   |   

Corestate Capital (WKN: A141J3) ist eine erst 2006 gegründete Immobilieninvestmentfirma, die jedoch über die letzten Jahre einen rasanten Aufstieg vollzogen hat. Sie fungiert als Leasinggeber und Investmentmanager von und für Immobilien und bietet zudem Facility-Management-Dienste an. Dabei lag das verwaltete Vermögen zuletzt bei 26 Mrd. Euro und die Mitarbeiterzahl bei etwa 730. Seinen Sitz hält das Unternehmen in Luxemburg, was wahrscheinlich auch steuerliche Gründe hat.

Dieser rasante Aufstieg scheint dem amerikanischen Investmentunternehmen Muddy Waters Research wahrscheinlich zu schnell verlaufen zu sein. Es ist dafür bekannt, fragwürdige Firmenpraktiken aufzudecken, und lag beim Betrugsfall um die chinesische Sino Forest richtig, die 2012 schließlich Insolvenz anmelden musste.

Sollte man nach dem Muddy Waters-Einstieg deshalb nun also seine Corestate Capital-Aktien verkaufen?

Was passiert ist

Muddy Waters ist kürzlich eine Leerverkaufsposition (dabei setzen Spekulanten auf fallende Kurse) in der Größenordnung von 0,5 % des Grundkapitals bei Corestate Capital eingegangen. Und, weil die Firma für ihre Leerverkäufe so berüchtigt ist, fragen sich jetzt viele Anleger, was so falsch an Corestate Capital sein kann?

Aktuell kann man nur Vermutungen anstellen, denn offizielle Einstiegsgründe wurden noch nicht veröffentlicht. So sind Immobilien beispielsweise anfällig für Über- oder Falschbewertungen. Ein weiterer Grund könnte der derzeit etwas hohe Stand der langfristigen Schulden im Verhältnis zu den kurzfristig liquiden Mitteln sein.

Muddy Waters’ Vorgehen ist fragwürdig

Muddy Waters veröffentlicht meist zeitgleich zu seinen Investments auch die Hintergründe seines Einstieges in einem öffentlichen Bericht. Im aktuellen Fall ist dies aber noch nicht geschehen. Ähnlich wie bei der Wirecard (WKN: 747206)-Aktie könnte man aber auch vermuten, dass gerade erst dadurch ein Kursrutsch ausgelöst wird (werden soll).

Es ist legitim, den Grund für seine Anlagen zu nennen, aber im Normalfall tun dies Investoren in ihren Geschäftsberichten oder auf der Hauptversammlung und nicht direkt nachdem sie eine Position eröffnet haben. Deshalb ist diese Vorgehensweise auch fragwürdig.

Leerverkaufsgeschäft langfristig nicht profitabel

Trotzdem wird eine Aktie nicht ins Bodenlose fallen, wenn sich die Vorwürfe (die wir in diesem Fall noch nicht kennen) nicht bestätigen oder zu schwach sind. So hat Muddy Waters auch schon 2016 bei Ströer Media (WKN: 749399) auf fallende Kurse gesetzt und lag damit falsch. Heute steht Ströer über 50 % höher (17.10.2019).

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