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VW-Manager erwartet „darwinschen Ausleseprozess“ bei europäischen Autobauern

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
20.10.2019, 07:43  |  607   |   |   

Ab dem Jahr 2020 gelten für europäische Pkw-Verkäufe die weltweit strengsten Auflagen für Schadstoffemissionen. Das verleitete Luca De Meo, den italienischen Chef der spanischen Volkswagen (WKN:766403)-Marke Seat, zu markanten Aussagen. In einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit spricht er von „Rock ‘n’ Roll“, Autobauern, die diese Vorgaben nicht erreichen können, und gar einem darwinschen Kampf ums Überleben. Schauen wir mal, was hinter den europäischen Emissionsvorgaben steckt und welch Ungemach der Daimler (WKN:710000)-Aktie dadurch drohen könnte.

Das sind die ab 2020 geltenden europäischen Regelungen für Neuwagenemissionen

Die europäischen Emissionsvorgaben beziehen sich auf die durchschnittlichen CO2-Emissionen einer Fahrzeugflotte. Die Vorgaben werden dabei als durchschnittliche CO2-Emissionen in Gramm pro Kilometer (g/km) pro neu zugelassenem Fahrzeug angegeben. Innerhalb der Neuwagenflotte eines Herstellers können also Fahrzeuge mit niedrigen Emissionen die hohen Emissionen anderer Fahrzeuge ausgleichen. Es ist zudem auch möglich, die Flotten mehrerer Hersteller zu kombinieren.

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Als Emissionsstandard gilt dabei langfristig der neue WLTP-Wert (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure), welcher deutlich höhere Emissionen je Fahrzeug angibt als der ehemalige NEFZ-Wert (Neuer Europäischer Fahrzyklus). Ab 2020 beträgt der zugelassene Emissionswert je Fahrzeugflotte 95 g/km pro Fahrzeug. Für einzelne Hersteller wird dieser Wert allerdings um das durchschnittliche Gewicht der Neuwagenflotte bereinigt. Hersteller mit schwereren Autos dürfen also auch mehr ausstoßen.

Die Strafen, die bezahlt werden müssen, wenn diese Vorgaben nicht eingehalten werden, sind dabei deutlich. Für jedes Gramm CO2, welches den Grenzwert übersteigt, sind pro Fahrzeug 95 Euro fällig. Verfehlt der VW-Konzern mit seinen jährlich knapp 11 Millionen ausgelieferten Pkws die Emissionsvorschrift nur um ein einziges Gramm, beläuft sich die Strafe auf 1 Mrd. Euro.

Bis zum Jahr 2022 gibt es aber auch noch sogenannte Supercredits für besonders CO2-arme Fahrzeuge. Jedes Fahrzeug mit Emissionen von weniger als 50 g/km darf 2020 doppelt gezählt werden, 2021 noch 1,66-mal und 2022 noch 1,33-mal. Diese Supercredits gelten auf alle Fälle für alle reinen batteriebetriebenen Elektroautos, die mit Emissionen von 0 g/km in die Berechnung eingehen. Auch alle modernen Plug-in-Hybride dürften unter dieser Emissionsgrenze bleiben. Die Plug-in-Hybrid-Version der neuen A-Klasse weist nach WLTP-Standard beispielsweise einen Emissionswert von 30 g/km auf.

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3 Kommentare

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Kommentare

Zur Not kann man die Auslieferung der Autos mit hohem CO2 Ausstoßauch stoppen, wenn Strafzahlungen drohen.
Oder vielleicht nützt es, die EU zu verlassen.
Man muss sich einer Knechtschaft nicht unbedingt unterwerfen. Man kann ihr auch ausweichen. Eine Mauer wie früher um die DDR gibt es noch nicht.

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