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Steinhoff dreht am Ruder: Geht da doch noch etwas?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
20.10.2019, 07:51  |  1721   |   |   

Über die letzten Monate schwand die Hoffnung der Anleger zusehends, was die Zukunft der Aktie von Steinhoff International (WKN: A14XB9) angeht. Die Schulden, die schwache operative Profitabilität und das aufgebrauchte Eigenkapital legen nahe, dass die Gläubiger vielleicht noch mit einem blauen Auge davonkommen, aber für Aktionäre nichts mehr bleibt. Noch ist jedoch nicht aller Tage Abend: Wenn jetzt ein paar Dinge richtig laufen, dann kann Steinhoff möglicherweise doch noch den Hals aus der Schlinge ziehen.

Wo jetzt Chancen entstehen

Ein großes Risiko für die Aktionäre besteht in den zahlreichen Klagen gegen das Unternehmen. Offenbar versuchen frühere Anteilseigner, die sich natürlich betrogen fühlen, über den juristischen Weg Schadensbegrenzung zu betreiben — letztlich auf Kosten der aktuellen Aktionäre. Ob das funktionieren kann, vermag ich nicht zu sagen. Sicher ist jedoch, dass Steinhoff selbst ebenfalls genug Gründe hat, um unter betrügerischen Umständen abgeflossene Gelder zurückzufordern.

Vielleicht fließt über gewonnene Prozesse letztlich mehr Geld an die Holding zurück, als sie wegen verlorenen ausbezahlen muss, wer weiß? Jedenfalls würde ich die Risiken an dieser Stelle nicht überbewerten. Aktuell liegt der Fokus des Managements darauf, genau dafür tragbare Lösungen zu finden, um sich endlich mit voller Kraft auf die operative Restrukturierung konzentrieren zu können.

Das wäre auch dringend nötig, denn alle Töchter brauchen derzeit erhöhte Aufmerksamkeit. Am meisten Freude macht dabei zweifellos die frühere Pepkor Europe, welche kürzlich in Pepco Group umbenannt wurde. Mit den Hauptmarken Pepco, Dealz und Poundland ist die Einzelhandelskette auf profitablem Expansionskurs und auf dem besten Weg, ein paneuropäisches Netzwerk für Kleidung und Haushaltsartikel zu errichten. Zudem arbeitet Poundland gerade hart daran, seine Mietkosten in ganz Großbritannien um 20 Mio. Pfund zu drücken.

Nun wird berichtet, dass ein Börsengang bevorstehen könnte, und darin liegt eine Chance: Beispielsweise könnte Steinhoff dafür sorgen, dass Pepco neue Aktien ausgibt, um sich mit Kapital vollzupumpen. In der Folge könnte die Tochter sowohl ihr dramatisches Wachstum problemlos finanzieren als auch hohe Dividenden ausschütten. Soweit Steinhoff dann immer noch Mehrheitsaktionär bleibt, würden der Holding hohe Beträge zufließen, wohingegen im Moment der Zugriff auf die Liquidität von Pepco verwehrt ist.

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