DAX+0,22 % EUR/USD+0,26 % Gold-0,20 % Öl (Brent)+0,59 %

Abgas Rückruf bei Mercedes / Daimler: KBA fordert Software Update für Diesel

Gastautor: Roland Klaus
21.10.2019, 19:40  |  1575   |   |   

Erneut sind zahlreiche Diesel-Fahrzeuge von Mercedes Benz von Abgas-Manipulationen betroffen. Sie werden nun zu einem Software-Update zurückgerufen. Unter anderem geht es um hunderttausende Fahrzeuge mit dem Motor OM 651 – darunter auch das Modell Sprinter. So können sich Besitzer wehren.

Daimler scheint sehr viel tiefer in den Abgas-Skandal verstrickt zu sein als bisher bekannt. Das Kraftfahr-Bundesamt (KBA) hat nun entschieden, dass auch Diesel-Fahrzeuge mit dem Euro 5 Motor OM651 zurückgerufen werden müssen. Grund ist eine illegale Abschalteinrichtung für die Abgasreinigung. Bereits früher mussten mehr als eine halbe Million Fahrzeuge wegen sogenannter Thermofenster in die Werkstatt.

Von dem aktuellen Rückruf ist ein Motor betroffen, der bei seiner Premiere im Jahr 2008 als „Wundermotor“ gepriesen wurde. Er ist der Motor mit der höchsten Stückzahl in der Geschichte von Mercedes Benz und findet sich von der A-Klasse bis zur S-Klasse in zwölf Baureihen und drei Van-Modellen. Unter anderem betroffen sind auch die B-Klasse, CLA, GLA, GLC und der Transporter Sprinter.

Der Rückruf soll angeblich rund 500.000 Fahrzeuge betreffen, genaue Zahlen liegen nicht vor. Aus vergleichbaren Software-Updates in der Vergangenheit ist bekannt, dass viele Besitzer anschließend über höheren Benzin Verbrauch sowie schlechtere Motorleistungen geklagt haben. Wie können sich Besitzer dieser Autos nun am besten verhalten?

Hier können Diesel-Besitzer kostenlos und unverbindlich prüfen lassen, welche Ansprüche sie haben.

Zunächst einmal ist es sinnvoll, juristisch überprüfen zu lassen, ob das Software-Update durchgeführt werden muss und ob Anspruch auf Schadensersatz oder die Rückgabe des Fahrzeugs besteht. Denn durch den Rückruf durch das KBA ist nun klar, dass eine unerlaubte Abschalteinrichtung verbaut wurde. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat Anfang des Jahres klargestellt, dass eine solche illegale Abschalteinrichtung einen Sachmangel darstellt, der zur Rückgabe des Fahrzeugs oder zu Schadensersatz berechtigen kann.

Zudem gibt es bereits etliche Urteile gegen Mercedes Benz bzw. Daimler, die den Besitzern eines Diesels die Rückgabe des Fahrzeugs ermöglichen. Einige davon hat die Interessengemeinschaft Widerruf erstritten. Daimler hat aufgrund des Diesel-Skandals auch Rückstellungen in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro vorgenommen. Das Unternehmen rechnet also offenbar damit, in vielen Fällen Schadensersatz zahlen zu müssen. Aus Sicht der Autobesitzer ist damit zu rechnen, dass die zurückgerufenen Fahrzeuge deutlich an Wert verlieren werden.

Wurde der Kauf des Autos über Kredit oder Leasing finanziert, so kann der Widerruf dieser Finanzierung ein sinnvoller Schritt sein. Denn zahlreiche Formfehler in den Finanzierungsverträgen ermöglichen die Rückabwicklung des Kredits – und damit auch die Rückgabe des Autos. Dieser Weg steht grundsätzlich allen Autobesitzern offen. Für die Fahrzeuge muss also kein KBA-Rückruf vorliegen, es kommen auch Benziner in Frage.

Fazit: Es gibt also mehrere wirksame Mittel, mit denen sich Autofahrer gegen Wertverluste und Fahrverbote für ihre Fahrzeuge wehren können. Niemand muss auf einem Minus durch den Abgas-Skandal sitzen bleiben. Doch Voraussetzung ist stets eine individuelle Prüfung des Falls durch einen Fachmann. Eine solche Prüfung bieten spezialisierte Anwälte an – beispielsweise kostenlos und unverbindlich – bei der Interessengemeinschaft Widerruf.

Diesen Artikel teilen
Seite 1 von 2
Mehr zum Thema
Klicken Sie auf eines der Themen und seien Sie stets dazu informiert. Mehr Informationen hier.
EuroFinanzierungDieselDaimlerDiesel-Skandal


1 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Mein Skoda octavia Diesel 2 l Maschine, 110 PS, wurde auch zurückgerufen und mit neuer Software ausgestattet.
Ich bin am Freitag noch rd 540 Km Autobahn und 52 km Landstraße gefahren, hatte zuvor vollgetankt und war dann vielleicht 10 km in HH gefahren.
Auf der Rückfahrt wurde ein durchschnittlicher Verbrauch von 3.8 l/100 km Diesel angezeigt.
Der Tank war nach Rückkehr in HH noch mehr als halbvoll.
Zugegeben, ich hatte den Reifendruck auf 2.5 Atm eingestellt und meine Geschwindigkeit auf der Autobahn betrug meistens zwischen 110 und 120 km/h, ich war also sparsam unterwegs.
Noch eins, wenn ein Durchschnitt von 3.8 l angezeigt wird, dann beträgt der reale Verbrauch eher 4.5 l/100 km, wie ich durch exakte Messungen festgestellt habe.
Volltanken, fahren, km ablesen, volltanken.
Skoda mogelt da etwas bei der Verbrauchsanzeige..
Ich bemerke keinen Mehrverbrauch, fühle mich deshalb auch nicht geschädigt.
Die Rechtsanwälte wollen nur eines, selbst gut verdienen.
Ich kann dieses Volk nicht leiden.

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel