1. Netflix: Schritte in der Nähe

Es ist nicht allzu schwer, herauszufinden, warum Netflix kürzlich abverkauft wurde. Neue Wettbewerber kommen auf den Streaming-Markt, und es sind keine kleinen. So gut wie alle der etablierten Medienunternehmen haben sich zu größeren und stärkeren Konkurrenten gemausert, und sie alle sind kurz davor, ihre eigenen Streaming-Services zu starten – entweder noch in diesem Herbst oder Anfang des nächsten Jahres. Einige haben sogar erfolgreiche Shows auf ihre Streaming-Kanäle geholt, die zuvor bei Netflix für extrem hohe Klickraten gesorgt haben.

Diese Wettbewerbsängste wurden kürzlich von Netflix’ CEO Reed Hastings in einem Interview mit Variety bestätigt, als er zugab, dass die Streaming-Branche diesen November eine „ganz neue Welt” betreten würde. Denn zu dieser Zeit werden Apple TV+ von Apple und Disney+ von Disney auf den Markt kommen. Anfang 2020 folgen Peacock aus dem Hause Comcast und AT&Ts HBO Max.

Das klingt gefährlich, und dieser nahende Wettbewerb hat dafür gesorgt, dass die Netflix-Aktie ihre ganzen Kursgewinne aus dem Jahr 2019 wieder eingebüßt hat. Aktuell pendelt die Aktie zwischen 200 und 300 Dollar, weit unter dem Allzeithoch, das Mitte 2018 bei 423 Dollar je Aktie erreicht wurde.

Doch es gibt einige Gründe, die dafür sprechen, dass Netflix dem Sturm standhalten könnte. Netflix ist mit 151 Abonnements weltweit zum Ende des zweiten Quartals immer noch der eindeutige Streaming-Marktführer. Diese Führung versetzt Netflix in die Lage, große Summen für neuen eigenen Content auszugeben. Genau das tut das Unternehmen – die Content-Investitionen sollen in diesem Jahr den Vorjahreswert von 12 Milliarden Dollar übertreffen und auf 15 Milliarden steigen. Das ist mehr als jeder Wettbewerber, der nicht aus dem Sportbereich kommt.

Seite 1 von 6