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Frachtzüge machen Containerschiffen Konkurrenz / Klimadebatte fokussiert auch umweltschädliche Dreckschleudern auf See

Nachrichtenagentur: news aktuell
23.10.2019, 19:30  |  155   |   |   
Berlin (ots) - Die aktuellen Debatten um den Klimawandel
konzentrieren sich nicht nur auf den CO2-Ausstoß an Land und in der
Luft, sondern nehmen auch Umweltsünder auf See ins Visier.
Containerschiffe, die mehrere Wochen lang in internationalen
Gewässern unterwegs sind, kommen dabei nicht gut weg. Der Großteil
des interkontinentalen Frachtverkehrs läuft zwar immer noch eindeutig
auf See, doch müssen sich Containerschiffe zunehmend auf Konkurrenz
durch umweltfreundlichere Alternativen gefasst machen. Gütertransport
auf Frachtzügen ist zwar teurer als auf Containerschiffen, doch ist
die Klimabilanz des Schienenverkehrs viel besser, ganz abgesehen von
den Vorteilen der viel kürzeren Fahrzeit.

Die internationale Seeschifffahrt gilt nach wie vor als
Dreckschleuder. Sie stößt Rußpartikel und Schwefeldioxid in hohen
Konzentrationen aus. Damit sind sie für ernste Gesundheitsschäden wie
Asthma, Lungenkrebs und Herzkreislauferkrankungen von Millionen
Menschen, besonders Kindern, mitverantwortlich.

Die Frachtschiffe können zwar sehr viel mehr Container
transportieren als Frachtzüge, doch fahren sie auf den
internationalen Gewässern mit Schweröl. Eine schmutzigere
Dieselvariante als dieses Schweröl gibt es nicht. Die EU-Kommission
machte einmal den Transportverkehr zu Wasser für drei Prozent der
weltweiten Emission von CO2 verantwortlich. Der TV-Sender Deutsche
Welle zog in einer Dokumentation einen einprägsamen Vergleich: "Wäre
die Schifffahrt ein Land, so wäre sie der sechstgrößte Klimasünder in
der Welt."

Da die globale Konkurrenz nicht nur die Schifffahrtsindustrie
betrifft, sondern auch die großen Häfen, setzt sich die Idee einer
stärkeren Besteuerung für umweltschädliche Treibstoffe der Schiffe
kaum durch. Die Häfen können es sich aus Wettbewerbsgründen in der
Regel nicht leisten, die Dreckschleudern unter den einlaufenden
Frachtschiffen stärker zu besteuern oder die Vorschriften zu
verschärfen.

Neben den Gesundheitsschäden verursacht der CO2-Ausstoß der
Seefahrtsschiffe aber auch Klimaschäden. Das deutsche Umweltbundesamt
(UBA) beziffert die Schäden durch den globalen Schiffsverkehr mit
jährlich 120 Milliarden Euro, wobei es für jede einzelne Tonne
Kohlendioxid einen Klimaschaden von 156 Euro zugrunde legt.

Abgesehen von der viel kürzeren Fahrzeit und der
Umweltfreundlichkeit haben die Züge einen weiteren bedeutenden
Vorteil. Für die Schiffe endet die Strecke an der Küste, wo sie in
einen Hafen einlaufen. Und von dort nehmen wiederum umweltbelastende
Diesel-Lkw die Waren auf und transportieren sie in die Städte.
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