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US-Wirtschaft schleicht dahin

Gastautor: Klaus Singer
03.11.2019, 14:14  |  1756   |   |   

Die Zahl der Arbeitsplätze (non-farm) in den USA hat sich im Oktober besser entwickelt als erwartet, zudem wurden die Werte für September und August aufwärts revidiert. Im Jahresvergleich entstanden nur 1,4% mehr neue Arbeitsplätze, das ist der niedrigste Zuwachs seit August 2011.


Die gesamte Lohnentwicklung im privaten Sektor liegt mit auf das Jahr gesehen plus drei Prozent im Rahmen der Erwartungen. Die Löhne im Fertigungsbereich liegen im Oktober 3,5% höher als im Vorjahr. Vor Eintritt der jüngsten drei Rezessionen lag dieser Wert bei vier Prozent.

Der ISM-Index bewegt sich im Oktober mit 48,30 den dritten Monat in Folge im Kontraktionsbereich, hat sich aber gegenüber September leicht verbessert. Der Sub-Index der Preise zeigt mit einem Abschlag von 4,2 gegenüber dem Vormonat auf jetzt 45,5 auffallende Schwäche. Der Sub-Index der neuen Aufträge verbesserte sich leicht, bleibt aber mit 49,1 in Kontraktion. Der Auftragsbestand nimmt den sechsten Monat in Folge ab. Aus dem Rahmen allgemein nachlassender Fertigungs-Aktivitäten fällt der Sub-Index für Export-Aufträge heraus – er steigt im Oktober um 9,4 auf 50,4.

Die erste Schätzung des US-BIPs für das dritte Quartal ergibt einen annualisierten Zuwachs von 1,93% nach +2,01% in Q2 und +3,09% in Q1. Die Verbraucherseite (Waren und Dienstleistungen) trägt 1,93% zum Wachstum bei. Investitionen leisten mit –0,22% nach -0,25% im Vorquartal das zweite Quartal in Folge einen negativen Beitrag. Die Veränderung bei den Lagerbeständen belastet das BIP-Wachstum mit –0,05% nach –0,95% in Q2 (Chartquelle).

Der aus Wochenarbeitszeit und Gesamtzahl der Arbeitsplätze gebildete Echt-Zeit-Indikator für das reale BIP der USA lässt für die kommenden Quartale eine weiterhin gedämpfte Entwicklung erwarten. Dabei ergäbe sich auf Basis lediglich der Beschäftigung im Fertigungsbereich sogar ein Null-Wachstum. Auf Basis der Gesamt-Beschäftigung (also auch unter Einbeziehung des Servicebereichs) scheint sich das Wachstum in der Niedrigzone der zurückliegenden acht Jahre zu stabilisieren, was einem jährlichen BIP-Zuwachs von 1,3%/1,4% entspricht (Chartquelle).

Der Verlauf der US-Industrieproduktion zeigt im September mit –0,14% zum ersten Mal seit November 2016 wieder einen negativen Jahreszuwachs. Seinerzeit war der Index mehr als ein Jahr lang geschrumpft, wobei der schlechteste Wert im Februar 2016 erreicht wurde.

Es liegt auf der Hand: Die US-Wirtschaft befindet sich in einem Abschwung. Die Reibungsverluste kommen wie in der Phase zwischen Mitte 2015 und Frühjahr 2016 von der Instrieproduktion her. Davor, in 2013, gab es ebenfalls eine Phase mit deutlichen Reibungsverlusten in der Wirtschaft, die seinerzeit aber von einer schwachen Entwicklung des verfügbaren Einkommens ausging. Der folgende Chart verdeutlich dies: Der aus verschiedenen Makro-Reihen gebildete Diffusionsindex (rote Linie am unteren Rand) zeigt mit Werten unter 50 Kontraktion, wobei die Ursache für die jeweiligen Reibungsverluste bei den darüber abgebildeten wechselseitigen Korrelationen der Makroindices deutlich wird.

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