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Bericht 39 Geldinstitute verlangen Strafzinsen von Privatkunden

Nachrichtenagentur: Redaktion dts
04.11.2019, 01:00  |  1622   |   |   
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Private Bankkunden werden wegen ihrer Sparguthaben immer häufiger zur Kasse gebeten: 39 Geldinstitute in Deutschland verlangen bereits Negativzinsen für Guthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten von ihren Privatkunden. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung des Verbraucherportals Biallo, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben) berichten. Demnach haben 15 Institute die Zinssätze auf das EZB-Niveau von 0,5 Prozent angehoben - nach vorher 0,4 Prozent.

Die Zinsen werden in der Regel erst ab Einlagen von 100.000 Euro erhoben, manche Institute fangen bei Summen ab 500.000 Euro oder einer Million Euro an. Die darunterliegende Summe gilt als Freibetrag. Verbraucherschützer kritisieren die Strafzinsen für Privatkunden als rechtswidrig. "Banken, die Kontogebühren verlangen, dürfen gar keine Negativzinsen für Guthaben verlangen", sagte Kay Görner, Rechtsreferent bei den Marktwächtern der Verbraucherzentrale in Sachsen, den Funke-Zeitungen. Er beruft sich auf ein Urteil, welches die Verbraucherschützer vor dem Landgericht Tübingen vor einem Jahr rechtskräftig durchgesetzt hatten (Az: 4 O 225/17). "Negativzinsen sind aus unserer Sicht unzulässig, da die Verbraucher sonst zwei Mal für die Verwahrung ihres Geldes bezahlen müssten: Über die Kontogebühr und über die Negativzinsen, die als Verwahrentgelte bezeichnet werden", führte Görner aus. "Das ist aus unserer Sicht unzulässig und verstößt gegen AGB-Recht." In dem Urteil hatte das Landgericht Tübingen entschieden, dass das Entgelt für die Einlagenverwahrung - ein anderer Begriff für Strafzinsen - bei einem Girokonto mit Kontoführungsgebühr nicht erlaubt ist. Hintergrund für die Strafzinsen für Sparvermögen ist eine Folge der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese hatte den Leitzins in der Eurozone auf null Prozent gesenkt. Zugleich verlangt die EZB von den Geldinstituten einen Zinssatz von 0,5 Prozent, wenn diese Geld bei der EZB parken. Banken und Sparkassen versuchen, die dabei entstehenden Kosten an die Kunden weiterzugeben. Im Geschäftskundenbereich verlangen deshalb sogar 130 Banken Strafzinsen von ihren Kunden.
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1 Kommentare

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Kommentare

Sehr gut,nur Mut,auf in die nächste Instanz,da kann ja wohl nichts anderes mehr raus kommen,als dass das Handeln der EZB illegal ist!
Wenn man endlich kapiert,dass wir mit dem Euro überhaupt nicht "überlebens-fähig" sind,dann kommen wir mit dem gesellschafts zersetzenden Blödsinn vielleicht noch zum Ende,bevor dieser Polit-Wahnsinn das ganze Land so verwüstet,dass es nie wieder aufsteht!
Wenn es komplett schwachsinnig ist,wenn es alle ü 2000 Jahre alten Regeln widerlegt,dann könnte der ganze Schwindel tatsächlich illegal sein,stimmt!
Ganz einfach,weil es nur eine blödsinnige Methode ist,die ein paar unverbesserliche Pleitetreiber aus der Verzweifelung heraus erfunden haben!
Ich hatte eh schon länger den Verdacht,wir hätten es vielleicht mit Kriminellen zu tun!
Vergesst nicht,die Namen,der "Abtrünnigen" zu veröffentlichen,der Staat hat in den letzten 50 Jahren genug Marktteilnehmer gerettet,die uns immer wieder mit demselben Schwindel überzogen haben,solche Leute muss man nicht einsperren,es wird dem Konsumenten eine Ehre sein,das Seine zu tun,um den Markt zu säubern!
Die waren in 2000 Jahren auch nie auf die Idee gekommen,es am eigenen Leibe aus zu probieren,komisch,nicht wahr?
Aber wenn es möglich ist,die fleissigen,sparsamen Deutschen mit in den Dreck zu reiten,dann ists vielleicht einen Versuch wert!
Ich hoffe,wenn dieser Wahnsinn diesmal vorbei ist,dann fängt das "Singen" an und dann wird hoffentlich der ganze schäbige klüngel offen gelegt,damit sich die ganze Welt vor Schrecken die Hand vor den Mund hält!

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