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Altech Advanced Materials: Die neue deutsche Batterie-Aktie?

Gastautor: Kai Hoffmann
04.11.2019, 10:50  |  1574   |   |   

Die deutschen Autokonzerne investieren zig Milliarden Euro in den Aufbau ihrer Elektroauto-Flotten. Daneben soll auch ein möglichst großer Teil der Zuliefererkette in Deutschland bleiben. Hier kommt Altech Advanced Materials ins Spiel, eine der wenigen deutschen Batterieaktien.

Varta warnbt vor China

Varta-Boss Herbert Schein warnte erst jüngst im Interview mit der Augsburger Allgemeinen Zeitung davor, dass sich die deutsche Autobranche im Batteriebereich zu sehr von chinesischen Lieferanten abhängig mache. Der gute Mann muss es wissen, denn Varta ist eine der wenigen deutschen Batterieaktien. Auch wenn das Unternehmen sich den Schritt in den Elektroauto-Markt noch offen hält: Die Varta-Aktie zeigt nach der jüngsten Prognose-Anhebung schon einmal, in welche Richtung es gehen kann. Das Papier hat sich binnen 12 Monaten vervierfacht, der Börsenwert des Unternehmens aus Ellwangen lag am Freitag bei mehr als 4,2 Mrd. Euro. Wenn die Vorprodukte für Batterien künftig aus Ostasien stammen, sind viele deutsche Arbeitsplätze in Gefahr. Laut Zahlen des Magazins Der Spiegel arbeiten 880.000 Menschen direkt in der Autoindustrie oder bei Zulieferern.

Ohne HPA geht es nicht

Doch es gibt auf dem heimischen Kurszettel einen Neuzugang in Sachen Batterie-Aktien: die Altech Advanced Materials (kurz AAM). Das Unternehmen mit Sitz in Heidelberg ist aus dem Börsenmantel der früheren Youbisheng Green Paper hervorgegangen. Mit dem “China-Kracher”, der viele Anleger viel Geld und Nerven gekostet hat, hat AAM aber nichts zu tun außer dem Börsenmantel. Vielmehr plant das Unternehmen, sich als Beteiligungsgesellschaft im Batteriesektor aufzustellen. Dazu hat man in Australien einen Partner gefunden. Auf Mit-Initiative der Deutschen Balaton will man sich an einer HPA-Fabrik in Malaysia beteiligen. Bei HPA handelt es sich um hochreines (99,99%iges) Aluminiumoxid. Das findet eine große Nachfrage bei LED-Lampen und in Computerchips. Doch das Material ist vor allem bei Batterieherstellern begehrt. Denn HPA kommt als Separator von Anode und Kathode zum Einsatz. Es verhindert Kurzschlüsse und erhöht die Lebenszeit von Elektroauto-Batterien. Das Research-Haus CRU erwartet, dass der Markt bereits im kommenden Jahr in ein Angebotsdefizit schlittert (siehe Graphik unten). Und auch die Preise entwickeln sich entsprechend positiv. So wurde das Material noch vor zwei Jahren zu Preisen von 27 Dollar je Kilo gehandelt. Inzwischen werden in Japan 40 Dollar und mehr bezahlt. In Europa soll HPA sogar schon etwas mehr Wert sein.

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