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"Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf", Aus Anlass des 30. Jahrestages des Mauerfalls

Gastautor: Rainer Zitelmann
08.11.2019, 16:57  |  1543   |   |   

Eigentlich müssten die Berliner ein großes Denkmal für Ronald Reagan und für Axel Springer enthüllen - zwei Menschen, die entscheidend dazu beigetragen haben, dass Deutschland heute wiedervereinigt ist. Aber die Berliner Regierung würde eher ein Denkmal für Rudi Dutschke enthüllen als für Springer oder Reagan.

Ohne Reagans Nachrüstungspolitik wäre es nicht zur Wiedervereinigung gekommen. Und es wäre nicht zur Wiedervereinigung gekommen ohne jene wenigen Menschen, die konsequent - und gegen den Zeitgeist - am Ziel eines vereinten Deutschlands festgehalten haben. Der Wichtigste unter ihnen war der Verleger Axel Springer.

 

Axel Springer - sie nannten ihn den "Brandenburger Tor"

Springer war fest davon überzeugt, dass eines Tages der Kommunismus zusammenbrechen und Berlin und Deutschland wiedervereinigt würden. Im Januar 1977, als sich die meisten Deutschen mit der Teilung ihres Landes abgefunden hatten, prophezeite er: „Wenn wir nur wollen, wenn wir alles wagen, dann ist die Freiheit kein Märchen. In Deutschland nicht. In Polen nicht. In Ungarn, Rumänien, der Tschechoslowakei und den baltischen Staaten nicht. Und nicht in Russland.“ Im gleichen Jahr sagte er voraus: „Jenes von Marx entworfene Denkgebäude ist in toto ... am Zusammenstürzen.“

Schon im Jahr 1959, der Kalte Krieg zwischen Russland und den Westmächten spitzte sich immer mehr zu, legte er den Grundstein für eine Druckerei und ein Verlagsgebäude direkt an der Grenze zwischen dem Ost- und dem Westteil Berlins, genau an der Linie, an der zwei Jahre später die Mauer gebaut werden sollte. Im Mai jenes Jahres lief das Berlin-Ultimatum der Sowjetunion ab. Zwei Tage vor dem Ablauf dieses Ultimatums rief Springer an einem strahlenden Tag zu drei Hammerschlägen auf den Grundstein des Neubaus: „Einigkeit und Recht und Freiheit!“ Auf die Frage, warum er ausgerechnet in Berlin sein Verlagsgebäude errichte, also in einer Stadt, an deren Zukunft viele Menschen nicht mehr glaubten, antwortete er: „Ich glaube an Deutschland mit der Hauptstadt Berlin. Aber ich glaube nicht nur an Deutschland, sondern ich will es eben auch. Und deshalb baue ich in Berlin.“

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