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Jens Spahn Experten warnen vor Spahns "Digitale-Versorgung-Gesetz"

Nachrichtenagentur: Redaktion dts
10.11.2019, 00:00  |  1898   |   |   
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Datenschützer warnen vor dem am Donnerstag verabschiedeten Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Grund sei das Forschungsdatenzentrum, in dem die Abrechnungsinformationen der 73 Millionen gesetzlich Versicherten gesammelt wird, berichtet die "Welt am Sonntag". So sollen die Daten - darunter persönliche Informationen, Diagnose und Rezepte - besser und schneller nutzbar gemacht werden, unter anderem für die Wissenschaft.

Diese Daten seien, trotz einer im letzten Moment beschlossenen Anonymisierungsverfahren, laut Experten nicht ausreichend geschützt. Die Pseudonymisierung sei zwar "eine Verbesserung, stellt aber keine Anonymität in der Datensammelstelle und im Forschungsdatenzentrum sicher", erklärte der AOK-Bundesverband. Nur den Namen "zu streichen und dann zu hoffen, dass ein Patient damit vollkommen anonym ist", sei "vollkommener Quatsch", sagte auch Dominique Schröder, Lehrstuhlinhaber für Angewandte Kryptographie an der Universität Erlangen-Nürnberg. Die Abrechnungsdaten seien so detailliert und einmalig, dass wenige Details daraus ausreichen könnten, um Patienten identifizierbar zu machen. "Man benötigt dafür generell nur relativ wenige Datenpunkte, das haben Studien etwa zur Anonymisierung von Netflix-Daten gezeigt", so Schröder weiter. Zudem treibt Kritiker die Sorge um, dass die Wirtschaft irgendwann an den Datenschatz kommen könnte. "Das Gesetz sieht keine Zugriffsmöglichkeiten für Unternehmen vor - und dabei wird es auch bleiben", sagte Karin Maag (CDU), gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, der "Welt am Sonntag". Doch die Pharmaindustrie selbst stellt dies in Frage: "Die Trennung zwischen universitärer Forschung einerseits und Forschung der Unternehmen andererseits ist völlig praxisfern", kritisierte Han Steutel, Präsident des VFA, in dem die forschenden Pharmaunternehmen zusammengeschlossen sind.
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3 Kommentare

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Kommentare

Soso, der Bürger soll also mit offiziellem Segen Versuchskaninchen in einem Forschungsdatenzentrums-Labor werden.
Kaninchen brauchen auch keinen Namen.
Anonyme Nummern reichen vollkommen aus.

Und wer glaubt, dass Hacker, Geheimdienste aller Herren Länder und wer sonst noch so Interesse daran hat, könnten sich keinen Zugriff auf die Daten verschaffen wenn sie erst einmal erhoben und zentral gespeichert sind, der glaubt wahrscheinlich auch noch anden Osterhasen...

Schon mal was von Datensparsamkeit gehört Herr Spahn?

Nun, es könnte Leute geben die der Meinung sind, Herr Spahn persönlich wird schon wissen warum er das Gesetz so auf den Weg gebracht hat.
...übertreiben wir es nicht vielleicht langsam ein wenig?
...also,den Namen,haben sie dann nicht,sie mögen wissen,er hat Fußpilz,...und was sollen die damit dann machen?
Das Gesetz wurde doch gerade erst verabschiedet,da wird es noch dauern,bis dieses Zentrum in Betrieb geht,wozu die Panik?
Ich denke,die bekommen das schon hin!^^

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