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Forex-Report Licht und Schatten – global weiter fragile Situation 

Gastautor: Folker Hellmeyer
12.11.2019, 11:02  |  725   |   |   

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1034 (07:07 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1021 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109.18. In der Folge notiert EUR-JPY bei 120.48. EUR-CHF oszilliert bei 1.0975.    

Die Finanzmärkte zeigen sich nervös. Dafür gibt es gute Gründe. Vergangenheitsbezogene Wirtschaftsdaten zeigen Schwäche, insbesondere im industriellen Sektor (siehe nachfolgender Datenpotpourri). Die Sentiment-Indikatoren liefern dagegen zumeist positive Signale.

Das Thema Handelsdeal Peking/Washington zieht sich länger hin als antizipiert. Wir betonen, dass losgelöst von der lauten und vorlauten US-Verbalakrobatik längst Peking der bestimmende Part in dieser Auseinandersetzung ist. Lautstärke mag in Medien und der öffentlichen Wahrnehmung das Thema Sachlichkeit beeinträchtigen. Am bilateralen Verhandlungstisch bestimmt Sachlichkeit, da China anders als Kanada und Mexiko ein ebenbürtiger Staat ist (Größe des BIP).

Erstens bewegen sich die USA mit ihrer Sanktionspolitik losgelöst vom internationalen Regelwerk. Sie und nicht Peking sind dar Paria.

Zweitens treffen die US-Handelsrestriktionen primär die US-Unternehmen und US-Verbraucher und sekundär China. 

Drittens hat China Gegenmaßnahmen im Fiskalsektor (circa 300 Mrd. USD) und im monetären Sektor (Erhöhung der Liquidität um mehr als 300 Mrd. USD) als auch strukturell vorgenommen (Senkung der Import- und Exportzölle als auch Liberalisierung des Marktzugangs).

Letztere Maßnahmen haben eine positive Wirkung auf das Potentialwachstum von 85% der Weltwirtschaft (Welt ex USA). Dieser Aspekt ist global kaum thematisiert. 

Der Druck auf die US-Regierung nimmt zu, da die Konsequenzen der US-Aggressionspolitik die USA immer stärker konjunkturell einholen.

In diesem Zusammenhang des Drucks auf die USA ergeben sich positive Implikationen im aktuellen Umfeld. Laut Politico will die Trump-Administration das angedrohte Auto-Zollregime gegen die EU noch einmal auf die lange Bank schieben. Es soll eine Verlängerung der Frist um sechs Monate geben. 

Nun, es mag nicht klug sein, deutsche Autobauer, die die größten US-KFZ-Exporteure sind, zu schädigen. Unsere Automobilbauer sind faktisch ob dieser Fakten in einer Position der Stärke. Die Frage, ob sie diese Stärke nutzen, sei dahingestellt.

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