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Das Lithium-Zeitalter hat gerade erst begonnen – Tesla attackiert Deutsche Autobauer auf dem Heimatmarkt

Nachrichtenquelle: IRW Press
13.11.2019, 12:33  |  909   |   |   

Dirk Harbecke, Chairman von Rock Tech Lithium, erläutert Hintergründe zum Lithiummarkt

 

 

Das Leben der Menschen wird immer mehr elektrisiert. Der Chef des Batterie-Herstellers Varta, Herbert Schein, sagte vor Kurzem in einem Zeitungsinterview, dass Lithium-Ionen-Akkus erst am Anfang eines ganz großen Booms stünden. Er glaubt, dass Smartphones schon in fünf bis sechs Jahren mit vielen kleinen anderen Geräten zusammenarbeiten werden, die alle Lithium-Ionen-Batterien benötigten. Weiter Anwendungsgebiete beziehungsweise Wachstumsmöglichkeiten sieht Schein bei Werkzeugen wie Akkuschraubern sowie Garten- und Haushaltsgeräten wie Staubsaugern.

 

In Deutschland kommt noch eine Besonderheit dazu: Hier laufen in den kommenden Jahren die Einspeisevergütungen für Solarstrom aus. Dann wird es für Eigentümer günstiger, wenn sie den Strom, den sie mit ihren Photovoltaikanlagen gewinnen, selbst nutzen, statt ihn ins Stromnetz einzuspeichern. Dabei geht es in Deutschland um rund 1,7 Millionen Solaranlagen, die sinnvollerweise mit einem Lithium-Ionen-Speicher gekoppelt werden müssten. Nicht umsonst hat der Mineralölkonzern Shell Anfang des Jahres den deutschen Stromspeicher-Spezialisten Sonnen übernommen, in den er 2018 bereits 60 Millionen Euro (66 Millionen Dollar) investiert hatte.

 

Der Varta-Chef hat sicherlich in allen von ihm aufgeführten Punkten Recht. Um wesentlich größere Dimensionen geht es jedoch in zwei anderen Bereichen: Bei industriellen Energiespeichern für Wind- und Solarparks sowie bei Fahrzeugen. Hier sind vielleicht die Stückzahlen nicht höher. Es geht hier jedoch bestimmt um deutlich mehr Kilowattstunden und sehr viel größere Mengen der benötigten Batterie-Rohstoffe.

 

Rasante Wachstumsraten

 

Die Analysten der Unternehmensberatung McKinsey und der Global Battery Alliance des Weltwirtschaftsforums (WEF) prognostizieren, dass die Nachfrage nach Batterien bis 2030 um mindestens das 14-Fache steigen wird. Das würde ein jährliches Plus von 25 Prozent bedeuten. Zur Erinnerung: Selbst in der Boomphase der Lithiumspekulation von 2016 bis Ende 2017, in der der Preis für das Leichtmetall rasant nach oben schoss, nahm die weltweite Förderung nur um 17 Prozent pro Jahr zu. In einem optimistischeren Szenario kommen die McKinsey- und WEF-Experten sogar auf einen Anstieg um das 19-Fache. Das deutet recht stark auf ein Angebotsdefizit oder einen Nachfrageüberhang hin.

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