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ROUNDUP 2 Konjunkturschwäche und Probleme in der Kosmetik belasten Henkel

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
14.11.2019, 13:09  |  276   |   |   

(neu: Aussagen aus der Telefonkonferenz, Aktienkurs)

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Ein schwieriges Marktumfeld sowie hohe Kosten für das laufende Wachstumsprogramm belasteten das Ergebnis des Konsumgüterkonzerns Henkel . Die konjunktursensible Klebstoffsparte leidet unter der derzeitigen Schwäche der Autoindustrie. Das Kosmetikgeschäft kämpft weiter mit dem hohen Wettbewerbsdruck insbesondere in Westeuropa sowie Problemen in China. Die erst im August gesenkte Jahresprognose bestätigte der Dax -Konzern. An der Börse schwankte die Aktie erheblich und lag zuletzt rund 2 Prozent im Minus.

Das wirtschaftliche Umfeld sei in diesem Jahr sicherlich sehr schwierig, räumte der scheidende Vorstandsvorsitzende Hans Van Bylen am Donnerstag bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal in Düsseldorf ein. "Wir haben nicht in allen Bereichen die angestrebten Fortschritte erzielt." Van Bylen gibt sein Amt zum Jahresende ab, Finanzvorstand Carsten Knobel wird dann an die Spitze rücken.

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Handlungsbedarf besteht dabei beim Haut- und Haarpflegegeschäft, das weiter an Umsatz und Ergebnis einbüßte. Der Konkurrenz- und damit einhergehende Preisdruck in Westeuropa hält weiter an. Gegenmaßnahmen wie die Einführung neuer Produkte, für die Henkel mehr Geld verlangen kann, greifen bislang nur bedingt, Van Bylen sprach von einer langsameren Erholung als erwartet.

Dazu steht der Konzern im chinesischen Endverbrauchergeschäft vor anhaltenden Problemen. Seit einigen Quartalen baut Henkel in dem Land im großen Stil Lagerbestände ab, was sich noch bis Ende des Jahres fortsetzen dürfte. Das in China bedeutsame Onlinegeschäft will Henkel neu ausrichten, und etwa die Zahl seiner Vertriebspartner reduzieren. Dafür erhöhte der Konzern seine geplanten Restrukturierungskosten für das laufende Jahr.

Gut läuft lediglich das Friseurgeschäft, dass Henkel mit Zukäufen gestärkt hatte, zuletzt mit der Übernahme der US-Marke DevaCurl. Weitere Akquisitionen in der Kosmetiksparte schloss das Management nicht aus. Ob Henkel jedoch auch an der Übernahme des Haargeschäfts Wella von dem Konkurrenten Coty interessiert sein könnte, wollte Van Bylen nicht kommentieren. Die Spekulationen um Wella halten sich hartnäckig, Coty hat das Geschäft zum Verkauf gestellt. Dem Konzern war es ebenso wenig wie dem Vorbesitzer Procter & Gamble gelungen, der seit langem angeschlagenen Marke Wella wieder auf die Beine zu helfen.

Doch nicht nur in der Kosmetik liegt einiges im Argen. Auch die renditestarke Klebstoffsparte läuft derzeit nicht rund. Gute Geschäfte mit Konsumenten, Handwerk und Bau können die derzeitige Schwäche im Autosektor nicht ausgleichen. Der organische Umsatzrückgang beschleunigte sich noch einmal gegenüber dem Vorquartal und fiel stärker aus, als von Analysten erwartet. Van Bylen sieht im Automobilgeschäft kurzfristig auch keine Besserung.

Einzig die Wasch- und Reinigungsmittelsparte konnte mit Zuwächsen aufwarten. Regional profitierte Henkel vor allem in den Schwellenländern von guten Geschäften. In Nordamerika bleibt das Waschmittelgeschäft jedoch insgesamt weiter unter Druck. Kassenschlager bleibt bei Henkel der Waschmittelklassiker Persil, neue Variationen führten zu einem zweistelligen Umsatzplus der Marke.

Insgesamt stieg der Umsatz des Henkel-Konzerns im dritten Quartal leicht um 0,8 Prozent auf rund 5,1 Milliarden Euro, was jedoch lediglich positiven Währungseffekten und Zukäufen geschuldet war. Aus eigener Kraft sanken die Erlöse um 0,3 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sank um 8,2 Prozent auf 850 Millionen Euro, was etwas besser war, als von Analysten erwartet. Die entsprechende Umsatzrendite verschlechterte sich um 1,7 Prozentpunkte auf 16,7 Prozent. Unter dem Strich verdienten die Düsseldorfer mit 556 Millionen Euro 9,4 Prozent weniger.

Den Ausblick bekräftigte Henkel. Für 2019 erwartet der Konzern ein Umsatzwachstum aus eigener Kraft von bestenfalls 2 Prozent. Dabei sind Währungsschwankungen sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet. Im schlechtesten Fall dürfte die Entwicklung stagnieren. Das bereinigte Ergebnis je Aktie dürfte im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich sinken. Bei der bereinigten Umsatzrendite geht der Konzern weiter von einem Rückgang auf 16 bis 17 Prozent aus. Dabei belasten Investitionen die Profitabilität. Henkel will rund 300 Millionen Euro im Jahr in die Stärkung seiner Konsumentengeschäfte investieren und seine digitale Transformation beschleunigen./nas/eas/jha/

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