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Centurion Law Group Die Verteufelung von Öl- und Gasunternehmen ist kein konstruktiver Schritt in Richtung Energiewende. Afrika wird sich für 'das Recht zum Bohren' einsetzen.

Nachrichtenquelle: EQS Group AG
14.11.2019, 20:24  |  399   |   |   









DGAP-Media / 14.11.2019 / 20:24



Die Verteufelung von Öl- und Gasunternehmen ist kein konstruktiver Schritt in Richtung Energiewende. Afrika wird sich für "das Recht zum Bohren" einsetzen.



Afrikanische Nationen müssen und werden ihre Kohlenwasserstoffressourcen für die wirtschaftliche Entwicklung nutzen. Umweltverträglichkeit ist ein Teil davon, kein Hindernis.



Johannesburg, 14. November 2019: In einem Artikel der Zeitung Guardian, plädierte der Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu aus Südafrika für einen Boykott von Kohle-, Öl- und Gasunternehmen im Stil der Apartheid als Lösung zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Sicherung globaler Ziele der ökologischen Nachhaltigkeit. "Wir müssen den Klimawandel stoppen. Und das können wir, wenn wir die Taktik anwenden, die in Südafrika gegen die schlimmsten CO2-Emittenten angewendet wurde", lautet der Untertitel des Artikels.



Die von Herrn Tutu geäußerte Stimmung ist lobenswert und spricht viele auf der ganzen Welt an, die zu Recht über die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Umwelt besorgt sind.



Es ist aber auch ein fehlgeleitetes Gefühl. Öl- und Gasunternehmen sind keine autokratischen Regime, die sich auf die Unterdrückung der Menschen und die Entwendung ihrer Ressourcen konzentrieren. Es sind Unternehmen, die sich zwar auf den Gewinn konzentrieren, aber auch auf die Nachhaltigkeit des Unternehmens selbst. In der Praxis bedeutet dies, dass sich diese Unternehmen an die Bedürfnisse der Volkswirtschaften anpassen, in die sie integriert sind. Die Boykottierung von Öl- und Gasunternehmen wird sich nicht auf die CO2-Emissionen auswirken, könnte aber langfristig die Kraftstoffpreise erhöhen. Das ist nicht das angestrebte Ziel.



Während es eine Nachfrage nach Kohlenwasserstoffen gibt, wird es eine Produktion geben. Die Verschiebung der Dynamik von Angebot und Nachfrage in den letzten Jahren ist bereits an der Umstrukturierung der Öl- und Gasunternehmen zu erkennen. Immer mehr Unternehmen diversifizieren ihre Portfolios um Anlagen für erneuerbare Energien, und viele von ihnen stehen an der Spitze der Forschung und Entwicklung neuer Technologien zur Nutzung erneuerbarer Ressourcen. Ich berichte in meinem letzten Buch, Milliarden im Spiel, ausführlich darüber. Öl- und Gasunternehmen wandeln sich zu "Energieunternehmen", sie verändern sogar ihr Markenzeichen, wobei Equinor (ehemals Statoil) das offensichtlichste Beispiel ist, um diesen Wandel im Unternehmensparadigma zu zeigen. Und um ehrlich zu sein, wer sonst wäre besser vorbereitet, besser finanziert und besser in der Lage, den von uns allen angestrebten Energiewandel voranzutreiben. Die Verteufelung von Energieunternehmen ist kein konstruktiver Weg nach vorn, und die Missachtung der strukturellen Rolle, die kohlenstoffbasierte Kraftstoffe in der heutigen Gesellschaft spielen, verzerrt die öffentliche Debatte. Wenn Energieunternehmen, Regierungen und zivilgesellschaftliche Gruppen zusammenkommen, um funktionale Lösungen zu finden, wird viel mehr erreicht.

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