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RHEINMETALL IM FOKUS Rettungsboot Rüstungssparte

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
15.11.2019, 08:35  |  558   |   |   

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die maue Konjunktur auf dem Automarkt zieht den Automobilzulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall in unruhiges Fahrwasser. Wie schon zum Halbjahr hielt die Rüstungssparte Umsatz und Gewinn des Konzerns im dritten Quartal im Plus, aber die Prognose für das Gesamtjahr war nicht zu halten - die Aktie stürzte ab. Was sonst noch beim Unternehmen los ist, was die Analysten sagen und wie die Aktie reagiert.

WAS BEI RHEINMETALL LOS IST:

Wie bereits von UBS-Analyst Sven Weier vermutet, musste Rheinmetall bei Bekanntgabe der Ergebnisse für das dritte Quartal seine Umsatzprognose für das laufende Jahr kappen. Nur knapp über ein Prozent statt um vier Prozent soll es im Gesamtjahr nach oben gehen. Der Grund: Der Automobilbereich konnte sich laut Konzernchef Armin Papperger der eingetrübten konjunkturellen Lage nicht entziehen. Hinzu kam ein Hackerangriff Ende September, der die Produktion in Nord- und Südamerika zeitweise schwer beeinträchtigte. Damit steht knapp die Hälfte des Geschäfts weiterhin konjunkturell unter Beschuss.

Ein Hoffnungsträger ist die Rüstungssparte: Mit zweistelligen Umsatzwachstum und einem Plus von 45 Prozent beim operativen Gewinn federte sie im dritten Quartal den Ergebnis-Einbruch beim Konzern ab. Das Geschäft profitiere vom Nachholbedarf in der militärischen Beschaffung vieler Länder, erklärte der Konzernchef. Dabei erwähnt Papperger auch den Heimatmarkt Deutschland. Hier sollen die Rüstungsausgaben nach Vorstellung von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bis 2031 zum Nato-Ziel von 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufschließen.

Doch damit nicht genug der politischen Rückendeckung: Das kürzlich zwischen Frankreich und Deutschland geschlossene Rüstungsabkommen öffnet eine Hintertür in die von der Bundesrepublik erlassenen Rüstungsbeschränkungen gegenüber Saudi-Arabien und der Türkei. Die Abmachung enthält laut Bundesregierung eine sogenannte De-Minimis-Regel: Unterschreitet der Anteil des jeweils anderen Landes an einem gemeinsamen Rüstungsprojekt die Schwelle von 20 Prozent, so gelte eine Ausnahmegenehmigung.

Dies könnte eine Gelegenheit für Rheinmetall sein, das Geschäft mit Saudi-Arabien gemeinsam mit Partnern wieder aufzunehmen. Auch die Türkei war zumindest in der Vergangenheit ein guter Kunde der deutschen Rüstungsindustrie. Im vergangenen Jahr machten die Lieferungen an das Land mit 242,8 Millionen Euro immer noch fast ein Drittel aller deutschen Kriegswaffenexporte aus. Nach einem kürzlich erteilten Milliarden-Auftrag der britischen Streitkräfte ruhen die langfristigen Hoffnungen der Rheinmetall-Führung auf Ausschreibungen in den USA und Australien. In den kommenden Jahren winken dort Milliardenumsätze.

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