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Eigenes Zahlungssystem & Kryptowährung Mit Russland als Lokomotive treiben BRICS-Staaten De-Dollarisierung voran

15.11.2019, 10:46  |  1446   |   |   

Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (BRICS-Staaten) wollen die Entwicklung eines gemeinsamen Bank-zu-Bank-Zahlungssystems vorantreiben, so zitiert Reuters einen hochrangigen russischen Beamten.

„Ein effizientes BRICS-Zahlungssystem kann Zahlungen in Landeswährungen fördern und nachhaltige Zahlungen und Investitionen zwischen unseren Ländern gewährleisten, die mehr als 20 Prozent des weltweiten Zuflusses ausländischer Direktinvestitionen ausmachen“, sagte Kirill Dmitriev, CEO des Russian Direct Investment Fund (RDIF) und Mitglied des BRICS Business Council.

Dmitriev gab keine Einzelheiten über das geplante BRICS-Zahlungssystem bekannt. Russland begann bereits 2014 - nachdem westliche Sanktionen gegen Moskau verhängt wurden - ein nationales Zahlungssystem als Alternative zum belgischen SWIFT-Telekommunikationsnetz zu entwickeln. Hintergrund für die jüngsten Bemühungen um ein gemeinsames BRICS-Zahlungssystem sei, dass Präsident Vladimir Putin eine Internationalisierung des neuen russischen Systems, bekannt als SPFS, anstrebe, so The Moscow Times.

Seit 2017 ist das russische Zahlungssystem SPFS im Einsatz und wird heute von mehr als 400 Banken und Finanzinstituten genutzt. Es wurden bereits Vereinbarungen getroffen, um SPFS mit den Zahlungssystemen anderer Länder - China, Indien, Iran und den Ländern innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU) - zu verbinden. China verfügt bereits über eine eigene SWIFT-Alternative - das Cross-Border Interbank Payment System (CIPS). Es wird für internationale Yuan-Überweisungen genutzt.

Dmitriev sagte, dass die fünf BRICS-Länder auch die Schaffung einer gemeinsamen Kryptowährung für gegenseitige Zahlungen diskutiert hätten, da die BRICS-Staaten den Anteil der Zahlungen in US-Dollar reduzieren wollen. Laut seinen Ausführungen sei der Anteil des US-Dollars an russischen Außenhandelszahlungen in den letzten Jahren von 92 Prozent auf 50 Prozent gesunken, während der Rubel-Anteil von drei Prozent auf 14 Prozent stieg. Was er jedoch offen ließ, ist, ob Russland die Idee einer gemeinsamen BRICS-Kryptowährung unterstützt.

Bislang sprachen sich russische Regierungsvertreter stets gegen jegliche Kryptowährungen aus und warnten davor, dass sie zur Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung eingesetzt werden könnten. Anfang November berichteten russische Medien, dass das russische Innenministerium und andere Strafverfolgungsbehörden Vorschläge zur Beschlagnahmung von Kryptowährungen ausarbeiteten. Diese Vorschläge könnten bereits 2021 in russisches Recht umgesetzt werden, so Medienberichte.

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